Gemeinsam getrennt erziehen: Neue Zeiten im Bundesfamilienministerium?

Gemeinsam getrennt erziehen? Ein Wandel im Bundesfamilienministerium?
Neue Zeiten im Bundesfamilienministerium?

„Gemeinsam getrennt erziehen“ heißt die nun veröffentlichte Studie des Bundesfamilienministeriums, die herausfinden sollte, welche Betreuung nach einer Trennung die beste für die Kinder ist. Den meisten Eltern war und ist klar, dass dies nur das sogenannte Wechselmodell sein. Das hat die Studie bestätigt und die neue Familienministerin Katharina Barley (SPD) bekennt sich nicht nur zum Doppelresidenzmodell – sie lebt es selbst. Die Zeichen stehen auf Veränderung, für nachhaltige Verbesserungen für unsere Kinder, für gleichberechtigte Elternschaft und für mehr Rechte für uns Väter! Neue Zeiten im Bundesfamilienministerium?

Markus schreibt auf Facebook: „Am 11.07.2017 gab es unter dem Titel Zukunftsgespräch „Gemeinsam getrennt erziehen“ einen aus meiner Sicht deutlichen Kurswechsel. Man beschäftigt sich jetzt aktiv und ernsthaft mit den Problemen getrennter Eltern und hatte das who is who der Experten versammelt. Prof. Walper, Prof. Kreyenfeld, Prof. Sünderhauf, Jürgen Rudolph und viele weitere sowie ein ausgewähltes Fachpublikum, welches sich sehr konstruktiv in die Diskussionen und Workshops einbrachte.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch die neue Familienministerin Katharina Barley, die die Veranstaltung von ihrer Vorgängerin geerbt hat, die diese auf den Weg gebracht hatte. Anders als diese ließ Frau Barley es sich nicht nehmen, an der Veranstaltung auch persönlich teilzunehmen. Sie ist selbst getrennterziehende Mutter und hat somit auch eigene Erfahrungen gemacht. So etwas prägt und sie erklärte sehr deutlich, dass der Fokus bisher zu wenig auf getrennten Familien gelegen habe und die politischen Rahmenbedingungen die familiäre Realität noch nicht entsprechend berücksichtigen.
Dazu wurde eine Allensbach-Studie vorgestellt aus der u.a. hervor geht, das nur 1/3 der Eltern mit dem getroffenen Betreungsmodell zufrieden sind. Im krassen Gegensatz dazu haben Familien, die eine Doppelresidenz leben, in 39% sehr gute und in weiteren 54% eher gute Erfahrungen gemacht – insgesamt also 93% positiv. Von solchen Ergebnissen hätte man nicht einmal zu träumen gewagt und man fragt sich, weshalb die Doppelresidenz noch so wenig gelebt wird. Die Frage beantwortet sich aber schnell, wenn man dich die rechtlichen Rahmenbedingungen betrachtet.

Trotzdem sind es deutlich mehr Familien als bisher gedacht. Ging man bisher von 3-5% der Familien aus, so sind es bereits 15%, die die Doppelresidenz leben und weitere 17%, die es sich bereits heute vorstellen könnten. Damit ist die Doppelresidenz nun auch mit harten Zahlen unterlegt in der gesellschaftlichen Realität angekommen.

Aber was nun tun? Jürgen Rudolph als „Vater der Cochemer Praxis“ stellte fest, dass das aktuelle System eher eskaliert und nicht befriedet. Wer die Macht und den Zugriff auf das Kind hat bekommt Recht. Die Kindeswohlperspektive spielt in der heutigen Rechtspraxis keine Rolle. Dem werden wohl viele beipflichten können, die im Kontakt mit diesem System gekommen sind.

So verwundert es auch nicht, dass die „Hilfen zur Erziehung“ bei den Jugendämtern im Bereich der Trennungsberatung den mit weitem Abstand größten Betrag ausmachen, nur bringt es bisher nicht all zu viel. Warum? Warum sollte sich jemand einigen, wenn er mit dem Streit sein Ziel erreicht, nicht aber mit der Einigung. Hierauf ging auch Prof. Sünderhauf ein, die mal nicht zur Doppelresidenz, sondern zum Thema Mediation berichtete.
Mediation mache erst sinn, wenn die Eltern keine andere Option mehr hätten, welche ihnen mehr dient. Ähnlich war es ja auch in der Cochemer Praxis, wo die Eltern genau wussten, dass ihnen eine gerichtliche Entscheidung nicht weiter hilft. Prof- Sünderhauf berichtete auch von ihrem Forschungsaufenthalt in Australien. Dort gibt es seit Einführung der obligatorischen Mediation im gerichtlichen Streitfall 1/3 weniger Gerichtsverfahren.

In den Workshops wurde eruiert, was braucht es um die Rahmenbedingungen für gemeinsame Elternschaft nach einer Trennung zu schaffen. Es war eine richtig gute Diskussion, die sehr viele Problem- und Handlungsfelder aufzeigte. Da ist ein gewaltiges Stück Arbeit anzupacken. Es ist letztendlich nicht weniger als den bereits gelebten gesellschaftlichen Wandel auch endlich in Gesetzesform abzubilden. Angesichts des Reformstaus der letzten Jahrzehnte handelt es sich hierbei um nichts anderes als eine Neuschaffung des Familienrechts und der angrenzenden Rechtsbereiche. Das wird dauern und viel Hirnschmalz kosten – aber es ist es wert oder wie ein Teilnehmer zu Recht fragte: warum schaffen wir nicht das modernste, beste und zeitgemäßeste Familienrechtssystem Europas?“

Gemeinsam getrennt erziehen! Das sind die besten politischen Nachrichten, die ich seit langem gelesen habe und die kommen ausgerechnet aus unserem Familienministerium.

Während Vorgängerin Schwesig ein ganz schwaches Bild abgab und sich nur um die rosa Scheinwelt der heilen Familien kümmerte, zeigt Frau Barley nicht nur mehr Realismus, sondern auch ein modernes Menschenbild und … Werte. Nämlich auch „Gemeinsam getrennt erziehen“: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/gemeinsam-getrennt-erziehen–wunsch-und-wirklichkeit-von-trennungsfamilien/117392

Familienministerin Dr. Katarina Barley sagt: „Moderne Familien wünschen sich Partnerschaftlichkeit. Auch die getrennten Eltern.“ Und – hört, hört!: „Ich nehme es sehr ernst, dass die Mehrheit der getrennt lebenden Eltern sich nicht genügend vom Staat anerkannt fühlt. Deswegen müssen wir noch bessere Rahmenbedingungen für diese Familien schaffen.““

Endlich! Mir war zwar klar, dass ich zu den Vätern gehöre, die noch unter der vollkommen veralteten, rückwärtsgewandten und teils menschenverachtenden „Rechtssprechung der deutschen Familiengerichte leiden müssen, aber das Ende dieses Elends ist nun endlich angebrochen. Die einzigen, die sich dagegen noch wehren, sind konservative Kreise aus der CDU und besonders behämmerte Feministinnen, die offenbar als verletzte Mütter, die engagierten Väter weiter ausgrenzen wollen.

Ich denke, viele Väter können dieser neuen Entwicklung noch nicht trauen. Aber als ich im Frühjahr dem Staatssekretär und Leiter der Verwaltung des Familienministeriums Dr. Ralf Kleindiek sagen konnte, wie sehr wir Trennungsväter unter den aktuellen Zuständen leiden würden, stieß ich auf Verständnis und auf seine Aussage, dass er ein Freund des „Wechselmodells“ sei. Da keimte das erste Mal Hoffnung auf.

Ich werde mich weiter einsetzen für eine Reform der deutschen Familiengesetzgebung und mein Kreuz am 24. September 2017 entsprechend setzen. Denn aus meiner Sicht ist in der Familienpolitik nichts wichtiger als den absoluten Irrsinn in den Familiengerichten, ein zutiefst krankes System zu stoppen. Ich will gemeinsam getrennt erziehen!

Mehr zu den Studie: http://www.famrz.de/aktuelles/pressemitteilungen/2017/07/pm-bmfsfj-studie-gemeinsam-getrennt-erziehen.php

3 Kommentare zu Gemeinsam getrennt erziehen: Neue Zeiten im Bundesfamilienministerium?

  1. Moin Papalapapi,
    ich glaube, Du verfällst da in eine Art verfrühte Euphorie und interpretierst Barley & Co. etwas zu optimistisch. Ob sie selbst die PD lebt, ist eine nichtüberprüfbare Angabe Ich habe ähnliche auch schon im persönlichen Gespräch mit jungen grünbraunen Damen gehört und konnte auch dafür keinerlei glaubhafte Bestätigung finden. Politfreaks lügen halt gern, wenn sie sich dadurch einen Vorteil erhoffen.

    Daß die SPD im Wahlkampffieber jetzt auch ein wenig „PD-Offenheit“ streut, hat schon St. Martin ‚Chulz bewiesen, konkrete Erklärungen gibt er dazu jedoch nicht mal ansatzweise.
    Barley hingegen hat bereits mehrfach deutlich zu Ausdruck gebracht, daß sie eher als radikale Feministin einzuschätzen ist und sich entsprechend vehement gegen eine gesetzliche Verankerung der PD als Regelfall einzusetzen gedenkt. Da steht sie voll hinter der kinderverachtenden Politik des Küstenbarbies. Sie will sogar die legendäre „Einzelfallprüfung“ ( w.h. das willkürliche Vorgehen der Familienrichter ) stärken.
    Daß die sog. „Kindeswohlstudie“, welche Schwesig sogar nachträglich noch derbe manipuliert hat, um die gewünschten Ergebnise zu erzielen, Mist ist und nicht sinnvoll verwendet werden kann ( Junk-Science halt ) verschweigt sie vollständig. Vermutlich wird sie den daraus generierten Müll zum Inhalt ihrer Politik machen ( sofern sie nicht vorher aus dem Minifrau zu verschwinden hat, was wahrscheinlich die beste Lösung wäre ).

    Unter diesen Aspekten betrachtet, denke ich, daß man den zitierten Satz:
    „Ich nehme es sehr ernst, dass die Mehrheit der getrennt lebenden Eltern sich nicht genügend vom Staat anerkannt fühlt. Deswegen müssen wir noch bessere Rahmenbedingungen für diese Familien schaffen.“,
    keineswegs als Grund zur Freude betrachten kann.
    Mütterlobbyisten und sog. „Alleinerziehende“ werden von der Gruppe der Unzufriedenen traditionell und feministischerseits am deutlichsten wahr- u. auch ernst genommen. Sie gelten in diesem Kreisen als am stärksten zu fördernde und zu schützende Form von „Familie“ ( schon diese irrwitzige Kuriosität, daß man eine einzige Person als – idealisierte – Familie identifiziert, zeigt die Abstrusität solcher sprachverhunzenden Spielchen übrigens deutlich ).
    Sie lässt ja auch keinen Zweifel daran, daß sie meint, die heutige Familienrechtspaxis ( reine ideologische Richterwillkür ) wäre bereits ein sehr guter Satz von „Rahmenrichtlinien“ ( also keine Schuldfrage, selbst bei knallharten Straftaten, keine Beweisaufnahme, keine richterlichen Ermittlungen, keine Verifikationsmöglichkeit von Verfahresinhalten, keine Pflicht zur Beachtung von Aussagen der Parteien, keine Dienstaufsichtspflicht etc.pp. ).
    Diese Gewalt und Willkür ggü. den betroffenen Kindern und Eltern will sie explizit „noch verbessern“ ( s.o. ).

    Ich sehe da nix anderes als ein wenig Wahlkrampfpopulismus, den jeder nach Belieben irgendwie deuteln kann, oder es lassen.
    Einen wie auch immer gearteten Fortschritt kann ich bei dem höchst diffusen Geschwafel von Barley beim besten Willen nicht entdecken, eher schon billigste Schönrederei mehr oder weniger zynischer Inhalte.

    • Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich verstehe deine Bedenken und sie sind wohl nicht ganz unberechtigt. Ich funktioniere nur ganz anders, halte mich an Strohhalme und suche immer das Konstruktive.

      Wie dem auch sei: Wichtig ist es für uns … Väter, Eltern, JETZT Druck auf die Parteien auszuüben, Farbe zu bekennen. Die CDU kannst du an dieser Stelle getrost in der Pfeife rauchen, aber alle anderen Parteien könnten eine andere Haltung als bisher an den Tag legen. Bei der SPD bewegt sich was, FDP bekennt sich zur Reform des Familienrechts und zum Wechselmodell als „Regelmodell“, die AfD übrigens auch. Aus der CSU gibt es ebenfalls Töne der Vernunft. Die GRÜNEN scheinen hier abgehängt.

      Nebenbei bemerkt, weiß ich nicht, was die gängige Praxis, gegen den Willen eines Elternteils das Residenzmodell brutal und mit Unterhaltszwang durchzusetzen, feministisch sein soll. Es behindert die berufliche Entfaltung der Mütter, es BELASTET die Alleinerziehenden, die sich bewusst und gegen den Vater für dieses Lebensmodell entschieden haben. Und es belastet die Steuerzahler, die Kinder – und natürlich uns Väter, also eigentlich alle. Dennoch wird an dem Irrsinn festgehalten. Das muss aufhören und zwar sofort. Sofort nach der Bundestagswahl.

      Deshalb mache ich das hier.

  2. „Wie dem auch sei: Wichtig ist es für uns … Väter, Eltern, JETZT Druck auf die Parteien auszuüben, Farbe zu bekennen“
    Da bin ich ganz bei Dir.
    CDU und SPD sind für mich schon seit über 30 Jahren unwählbar. Ich sehe auch nicht, daß sich bei den ehemaligen „Volksparteien“ irgendetwas bewegt. Die SPD macht auch nur das was sie seit spätestens Ende der 80er in jedem Wahljahr versucht, nämlich sich mit nebulösen ( traditionell eher gelogenen ) Spruchkaspereien möglichst vielen verschiedenen Bevölkerungsgruppen als die „etwas weniger üble“ Möglichkeit zu verkaufen. Siehe jetzt das Pseudo-Motto von Schulz und die scheißenfreundlich tuende Barley beim sog. „Zukunftsgespräch“ des Frauenministeriums. Vorher hat sie unmißverständlich klar gemacht, daß sie den Kurs von Schwesig fortzusetzen gedenkt. Jetzt suggeriert sie gleichzeitig, daß sie Väter ja ganz sympathisch finden möchte, aber die Alleinerziehenwollenden trotzdem „nicht im Stich lassen“ will, was schlichtweg absurder Mist ist.

    Die Grünbraunen sind aufgrund ihrer Verstrickungen in offene Gewalt und dem Führen von Onlineprangern mit Steckbriefen gegen Andersgläubige raus aus jedem Diskurs. Sie werden wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit als djihadistische Splitterpartei der totalitären Art enden.

    Die Linken, die in Punkto Geschlechterdiskurs bis jetzt gar keinen Standpunkt haben, versuchen bei Wechselwählern aus dem Lager von SPD und Grünbrauns Stimmen zu phishen, lassen dazu allerlei oppurtunistische Sprüche ab, haben aber praktisch gar kein konkretes Konzept für irgendwas.

    Die AfD ist ein Sonderfall, den genauer zu erörtern hier den Rahmen sprengen würde. Ihre schriftlichen Programmtexte zur allgemeinen Familienpolitik sind gut, resp. waren das zumindest vor einigen Jahren noch ( ging in der „Nazidebatte“ der letzten paar Jahre erwartungsgemäß praktisch vollständig unter, v.h. weiß ich nicht was da akuter Stand ist ). Man kann sagen die entsprechenden Formulierungen stammen aus der Federführung von H.v. Bevervörde, die schon vor der Gründung der Partei familienrechtlich aktiv war und gut durchblickt.
    Für mich reicht das allerdings nicht aus, so schmerzlich das in Bezug auf konkrete Inhalte ist, da ich mit den sonstigen Typen, die sich im AfD-Kreise so hervortun nichts, aber auch gar nichts, am Hut haben möchte.

    Bleibt die FDP als Zünglein an der Waage zwischen Wählen, oder Nichtwählen.
    Nun ja, daß die Wackelohrenpartei auch schon über drei Jahrzehnte ihre Fahne in den jeweils angesagtesten Wind hängt, ist wohl allgemein bekannt.
    Allerdings hat sie in den letzten rund 10 Jahren den Trend zu mehr Lautstärke bei den Männern, Gleichberechtigungsbefürwortern, Kinder-/Familienrechtlern nach und nach erkannt, besonders die Hamburger waren da in Vorreiterfunktion, soweit ich das überblicke.
    Mit der bevorstehenden Gründung der liberalen Männer ist auch eine Anschluss- u. Kontaktgruppierung zu erahnen, die die desbezügliche Kommunikation mit der geschlechterpolitischen Basis verbessern könnte. Bleibt abzuwarten, aber macht auf mich als einzige konkrete Möglichkeit z.Zt. einen relativ vielversprechenden Eindruck.

    Die Alternative des Nichtwählens erscheint mir leider immer sinnloser, da das Hysterisierungspotential der Wahlberechtigten seit Jahren zu eher zu steigen scheint. W.h.: Es gibt mehr als genug Menschen, die vor Angst vor den anderen, oder aus Hass auf dieselben als Wähler mobil zu machen sind. Kurz: auf ungültige Wahlen zu hoffen, wäre einer Fatalismus.

    Fazit:
    Wer sich politisch für die Umsetzung der gültigen UNkrk in D., für Gleichberechtigung und gegen die weitere Herabwürdigung der Familie des Kindes einsetzen möchte, hat diesmal eigentlich exakt gar keine Wahl.
    Vermutlich werde auch ich diesmal leicht schlechten Gewissens zur Wahlveranstaltung latschen und mein Kreuz machen.
    Wohl ist mir dabei gar nicht, aber was sonst sollte man tun?

    „Nebenbei bemerkt, weiß ich nicht, was die gängige Praxis, gegen den Willen eines Elternteils das Residenzmodell brutal und mit Unterhaltszwang durchzusetzen, feministisch sein soll.“

    Nichts daran ist für sich genommen feministisch, wenn man die Gruppe der per se mutterkultlerischen Feministen aus diesem Sichtwinkel mal dahingestellt sein lässt.
    Umgekehrt wird aber eine kausale Kette daraus. Das Zweckbündnis mit Kinder- u. Sorgehandel ( und den Mutterkultlern ) passt den Feministen am besten in’s Konzept. Gemeinsame Schnittmengen sind Kinder-, Väter- und Familiendiskriminierung aus reinen Macht- u. Profitgründen. Das Konzept ( ein Netzwerkfilz aus Rechtsprechung, Jugendämtern, „Beratungs“- u. sonstigen Drittleisterinstitutionen und den politischen Lobbyverbänden VAMV, djb, DJI etc.pp., in Verbindung mit den Parteien ) funktioniert ja schon seit ca. Mitte der 90er wie geschmiert und der Gesamtumsatz der involvierten Gruppen steigt immer noch überproportional.
    Man könnte sallopp sagen, die lukrative Dekonstruktion natürlicher Bindungsverhältnisse ist ein so starker Motor, daß man „ein paar sonstige Differenzen“ im „Detailbereich“ gern vernachlässigt.
    In ungefähr geschätzten Zahlen:
    Eine Dienstleistungsindustrie, die p.A. rund 150-200 MRD €uro Umsatz, bei Expansionsraten von mittlerweile 8-10% p.A. vorweisen kann, schafft sich automatisch selbst eine extrem einflussreiche ( Gesamt-)Lobby, die die Unterschiede einzelner Untergrupen einfach plattbügelt, hauptsache man bekommt weiterhin satt Kohle und lebenslange Versorgungsgarantien.
    Und, ganz nebenbei, da das schon einige Prozente des BIP sind, um die es dabei geht, wird keine der Großparteien ein ernsthaftes Interesse an einer größeren Veränderung der bestehenden Verhältnisse haben.
    Diese, als wahrscheinlich anzunehmende, „Umfallneigung“ ist natürlich auch bei der FDP stets im Hinterkopf zu behalten. Sollte sie mal über die 10% kommen wird auch sie dem Druck des Geschäftsinteresses nachgeben.

    Übrigens und ganz am Rande:
    „Es behindert die berufliche Entfaltung der Mütter, es BELASTET die Alleinerziehenden, die sich bewusst und gegen den Vater für dieses Lebensmodell entschieden haben.“
    Man sollte fairerweise nicht vergessen, daß die „Schuld dieser Mutter“ oftmals gar nicht so eindeutig ist. Nicht selten werden diese nämlich zur Initiierung des sog. „Rosenkriegs“ aktiv regelrecht erpresst, mindestens aber massiv unter Druck gesetzt. Und wenn der Streit erstmal „erfolgreich“ eskaliert ist entwickelt er einen unausweichlichen Automatismus, der ohne radikale Veränderungen unmöglich zu stoppen ist.
    Das fängt schon beim Antrag auf Barunterhaltsvorschuss an, der i.d.R. sofort mit einem Antrag auf einen sog. „Unterhaltsbeistand“ ( nach §55 SGB VIII ) ergänzt wird, egal ob die Mutter das nun gut findet, oder nicht.
    Wobei bei Eltern, die u.U. schon selbst zweite bis dritte Generation ausgrenzungsbetroffener Kinder sind, per se die Frage nach dem „Bewußtsein“ im Entscheidungsfall ein ganz heikles Thema darstellt.

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