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Zwei Comedians über ihre Depressionen

Screenshot aus der ARD-Mediathek: Zwei Comedians auf ONE über ihre Depressionen

Da zappe ich vor einigen Tagen spät in den verstecken Sender ONE* hinein (ehemals Einsfestival) und sehe den guten und jungen Kabarettisten (und Ex GIGA-Moderator) Maxi Gstettenbauer in seiner Sendung dort „THE TRUE NIGHT SHOW„. Sehr unterhaltsam die Sache und angelehnt an das Setting des Legendären Harald Schmidt mit seines Late Night Shows (Die Harald-Schmidt-Show), die wiederum an die us-amerikanische „Late Show with David Letterman“ oder der „Tonight Show“ angelehnt ist. Gast war diesmal der Kabarettist und ehemalige Poetry-Slammer Torsten Sträter. Das war nicht nur sehr unterhaltsam, sondern wurde im Verlauf des Gespräch hochinteressant. Denn es ging um Depressionen.

Mir war es nicht bekannt, aber Torsten Sträter geht offensiv mit seinen (zurückliegenden) Depressionen um und machte sie schon zuvor öffentlich. Ich finde das bemerkenswert, da diese neuen, modernen Comedians ihre melancholische Ader vor der Öffentlichkeit verstecken. Bekanntester Fall ist das tragische Ende des lustigen Schauspielers Robin Williams, der sich 2014 das Leben nahm. Man vernimmt also ziemlich wenig von den wahren inneren Zuständen der Spaßmacher, die in der Öffentlichkeit stehen. Um so schockierender die Nachrichten von Suiziden oder eben der öffentliche Umgang mit den eigenen Depressionen.

Wurde erwähnt: www.deutsche-depressionshilfe.de

Wie gesagt, ich wusste es nicht, aber Torsten Sträter ist Schirmherr der Deutschen DepressionsLiga e.V.. In einem Interview mit der Pharmazeutischen Zeitung sagte Sträter etwas, das ich auch hier hervorheben will: „Meiner Ansicht nach neigen Männer dazu, das Problem zunächst mit einem Bier wegzudrücken. Das kann vielleicht anfangs noch helfen. Letztlich müssen sie sich aber die Schwäche eingestehen. Deswegen gelten sie fast als kleine Helden, wenn sie über ihre Depression sprechen.“ Denn es ist ja nicht nur bemerkenswert, dass Comedians frei und öffentlich über dieses Schicksal, diese schreckliche, psychische Erkrankung sprechen – dass es gerade Männer sind, erfolgreiche Männer, die sagen, seht her, ich hatte/habe Depressionen. Das ist erstaunlich und wichtig. Für uns alle. Wenn nämlich die, die Erfolg haben, die in der Öffentlichkeit stehen und die Männer sind, diese (angebliche) „Schwäch“ vor aller Welt eingestehen und damit anderen Männern, die damit Schwierigkeiten haben, eine bisher nicht möglichen Weg eröffnen, sich Hilfe zu holen.

Laut gedacht mit Torsten Sträter: Diese Produktion wird gefördert durch die Deutsche DepressionsLiga e.V. (DDL) über die Selbsthilfefördermittel der Kaufmännischen Krankenkasse KKH.

Auch Maxi Gstettenbauer hat Erfahrungen mit Depressionen machen müssen. Er wurde als Moderator bei GIGA in die Depression gemobbt – ja, auch das gibt es – und spricht auf der Nachbarschaftsseite Hennef „Tipps gegen die Dunkelheit“ aus. Und auch die sind sehr, sehr gut: 7. Rede mit Menschen und 8. Hasse dich nicht!

Depressionen sehr gut erklärt von Torsten Sträter

Clowns mit Depressionen

Wir alle kennen das Bild vom traurigen Clown. Einigermaßen nostalgisch, wenn nicht romantisch, begleitet uns dieses Bild schon ziemlich lange. Frühestens seit Heinz Rühmann als Clown in Film und Manege. Da hängt wohl etwas zusammen. Vielleicht sind ja Menschen, die Depressionen, Verlust und Trauer kennen besonders für guten Humor veranlagt. Vielleicht haben sie aufgrund ihrer Schmerzen eine Zugang zur komischen und absurden Seite des Lebens entwickelt, um den Ernst und die Schwere besser ertragen und verarbeiten zu können. Ich finde, da ist etwas dran. Sehr lustige Menschen, die keine Tiefe haben, die also den Schmerz nicht kennen, sind eigentlich nicht wirklich gut und kaum zu ertragen. Wir brauchen beides – das Ernste und das Leichte, das Lachen und dass Weinen. Weil das Leben so ist, weil wir so sind, weil ein Leben ohne Trauer und Verlust nicht denkbar ist.

Der Clown – Heinz Rühmann

Hole Dir Hilfe, wenn du Depressionen oder suizidale Gedanken hast, wenn du glaubst, nicht mehr Leben zu wollen! Schnelle Hilfe und Kontakt gibt es zum Beispiel ganz unkompliziert bei der Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 – oder bei anderen Beratungsstellen.

 
*One (eigene Schreibweise: ONE oder one, bis zum 3. September 2016: Einsfestival, bis zum 4. September 2009: EinsFestival) ist ein Fernseh-Zusatzangebot der ARD im digitalen Satelliten-, im Kabelfernsehen sowie im IPTV (ARD Digital). In einigen Regionen ist das Programm auch über Antenne (terrestrisches Digital-Fernsehen) zu empfangen. Deutschlandweit ist One außerdem per Livestream zu sehen.
Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/One_(Fernsehsender)

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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