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Buch-Besprechung: Mein Kind stark machen

Ausschnitt Buch-Cover: Mein Kind stark machen
Mein Kind stark machen - Mentaltraining für Schule, Sport und Freizeit

Meine Haltung bevor ich das Buch gelesen habe ist folgende: Kinder lernen „Stärke“ und Resilienz am Vorbild, also an den Eltern. Teile ihrer Widerstandsfähigkeit und ihrer Stärke sind angeboren, genetisch. Bestimmte „Schwächen“ anerzogen und vom „System“, also den Strukturen, die wir vorfinden, erzeugt. Etwa das Gegeneinander, die Konkurrenz, das Elite-Denken, die Angst, dumm zu sein, nicht genug zu lernen oder „anders“ zu sein. Die Frage, die sich aus dieser Haltung für mich ergibt: Brauchen wir Profis, die uns erklären, wie ich „mein Kind stark machen“ kann? Nährt das nicht das Helikopterverhalten mancher Eltern, Anmaßende, Übergriffige, das Allmächtige der Mutterschaft? Das würde die Betonung auf MEIN liegen: MEIN Kind stark machen!°

Gute Fragen, nicht wahr. Aber ich will mich nicht zu sehr in dieses Thema reinsteigern, sondern versuchen, es mit etwas Distanz anzugehen. Immerhin habe ich mich für das Buch interessiert und will ihm einen Chance geben.

Mentaltraining für Kinder und Jugendliche

Wichtig – so steht es im Buch: „Mentaltraining ist keine Therapie und kein Therapieersatz“. Genau. Daraus ergibt sich für mich die Frage, an wen sich dieses Buch richtet. Offenbar nicht nur an uns Eltern. Denn dazu ist das Buch zu detailreich, zu „therapeutisch“, zu inhaltsschwer. Es enthält „Übungen, die helfen sollen „z.B. die Konzentrationsvermögen, Vorstellungskraft, emotionale und mentale Stärke bei Kindern, das Selbstverauen, den Glauben an sich und seine Möglichkeiten und das Vertrauen in sich zu stärken.“ Bin ich dabei. Aber sind auch die Eltern dabei, die Coaches. Als Vorbilder meine ich. Ich fürchte, hier liegt einer der Hasen im Pfeffer. Denn dazu kenne ich einfach zu viele Leute, die dem so gar nicht entsprechen, aber das, was ihnen fehlt, ihren Kindern angedeihen lassen wollen. Wie soll das gehen? Keine Ahnung.

Müssen Kinder ab 4 Jahren Bauchatmung üben? Brauchen sie nicht etwas ganz anderes? Ich weiß es nicht, ich arbeite nicht mit Kindern. Aber ich würde so etwas sicher nicht mit ihnen machen, Spiele, Sport, Spaß, kämpfen, kochen, backen, singen. Vielleicht richtet sich das Buch auch eher an Pädagogen, die mit Jugendlichen arbeiten. Dann würde es mehr Sinn machen. Dafür spricht aus meiner Sicht einiges, vor allem wenn es um Gedanken geht und Motivation. Mich beschleicht auch das Gefühl, dass Frau Heimsoeth keine eigenen Kinder hat, aber weiß ich eben nicht. Wie gesagt: Tolle Tipps aber vielleicht nicht für einfache Eltern und vielleicht auch nicht für kleinere Kinder bis 11/12 Jahren geeignet.

Kinder und Jugendliche stärken

Welche Übungen helfen, um Kinder in der Konzentrationsfähigkeit und Vorstellungskraft zu unterstützen?
Was können Sie tun, damit ihre Kinder glücklich sind?
Was können Sie tun, um gut für das Wohlbefinden Ihres Kindes und für ein gesundes Selbstwertgefühl zu sorgen?
Wie werden Kinder zu entscheidungsfähigen und selbstbestimmten Menschen?
Mentaltraining kann Kindern und Jugendlichen helfen, das innere Gleichgewicht wieder zu finden, sich zu entspannen, konzentriert zu lernen, mit ihren Ängsten umzugehen und sich voller Selbstvertrauen zu fühlen.

Zahlreiche Kinder und Jugendliche erleben in Familie, Kindergarten, Schule oder im sozialen Umfeld Situationen, die Stress verursachen. Das kann zu Ängsten, inneren Blockaden sowie zu Schul- und Verhaltensproblemen führen. Mentaltraining kann dabei helfen, besser mit Stress umzugehen, emotionale Stärke und Selbstvertrauen aufzubauen sowie Leistungs- und Verhaltensprobleme zu verhindern. Als erfolgreiche Mentaltrainerin arbeitet Antje Heimsoeth bereits seit Jahren mit Kindern und Jugendlichen. In ihrem Buch zeigt sie Wege auf, wie diese ihr Potential in Alltag, Schule und Sport voll ausnutzen können.

Antje Heimsoeth ist eine deutsche Sachbuchautorin, Speakerin und Motivationstrainerin. Ihr Thema ist „mentale Stärke zu entwickeln“.

Fazit

Die Autoring und Mentaltrainerin Antje Heimsoeth schöpft in Mein Kind stark machen aus dem Vollen. Sie lässt uns teilhaben an ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz als Coach, Mentaltrainerin und Dozentin. Mir erschließt sich nicht ganz, an wen sich das Buch am Ende richtet. Vermutlich an Fachleute und solche, die es werden sollen. Oder an sehr engagierte Eltern, die es vielleicht zu gut meinen. Ich bin nicht sicher, welche Eltern die Zeit aufbringen, sich auf diese Art mit der Bstärkung ihrer Kindern zu beschäftigen. Wohl aber Profis, wie Lehrer, Erzieherinen, Pädagogen aller Art und Coaches, die mit Kids arbeiten. Für dies ist dieses Buch ganz sicher eine Goldgrube.

Was ich nicht gelungen finden, ist die Grafik. Aber hier habe ich vielleicht ein besonders kritischen Blick. Die Illustrationen finde ich nicht sehr schön, auch wenn sie sicher ihren Zweck erfüllen. Bei Begriffen wie „wingwave®“ (da muss man auch immer das verdammte „R“ anfügen, für den geschützen Markenbegriff) und „EMDR“ werde ich immer sehr skeptisch und empfehle das jedem anderen auch. Ich möchte an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, aber es gibt einfache Methoden, die mit einem derart krachenden Heilsversprechen auf die Menschen losgelassen werden, dass man tunlichst die Finger davon lassen sollte. Auch mit Yoga für Kinder, Klangschalenmassage und Meditationen für unsere Kids kann ich nichts anfangen und würde meine Tochter gegen esoterischen Mist verteidigen. Nicht das Meditation nicht hilfreiche wäre und eine Klangschalenmassage nicht wundervoll. Für Erwachsene. Aber auch nur dann, wenn man sie NICHT teuer bezahlt. Das gibt es. Aber zum Glück fristen diese Dinge als „Lösungsansätze“ nur ein Nischendasein in diesem Buch und das ist auch gut so.

Vielleicht liegt e ja daran, dass ich ein MANN bin und grundsätzlich anders an diese Dinge herangehe. Ich empfehle und schätze eher die Arbeit von Jesper Juul, der ganz anderes an Ängst und andere seelische Störbilder herangeht. Aber ich will das hier nicht wirklich vergleichen, denn im Buch Mein Kind stark machen – Mentaltraining für Schule, Sport und Freizeit finden sich viele hilfreiche und konkrete Ansätze mit Problemen fertig zu werden. Viele Zusammenhänge werden erklärt.

Das Buch ist gut und wertvoll, ich bin nur nicht sicher, ob das für Eltern wirklich geeignet ist. Für ganz normale Eltern, wie du und ich. Auf Seite 135 kommt meines Erachtens dasder wichtigste Satz des Buchs: „Die Familie als erste Quelle von Selstwert“. Hier gibt es wieder viele Beispiele … für die Erwachsenen. Es reicht bis zur „Gewaltfreien Kommunikation“. Das Thema einer guten Beziehung zum Vater als Quelle einer gesunden Entwicklung, die mentale Stärke und Resilienz natürlicherweise zur Folge hat, kommt leider nicht vor. Aber das kann man vielleicht auch nicht von einer Mentaltrainerin erwarten. Aber es macht meine Gespaltenheit gegenüber diesen Buchs deutlich.

Mein Kind stark machen – Mentaltraining

für Schule, Sport und Freizeit

Buch hier kaufen
von Antje Heimsoeth
192 Seiten, Pietsch Verlag (31. März 2020)
ISBN 3613508990
Taschenbuch 19,95 Euro

Wie man Kinder & Jugendliche mental stärken kann – Antje Heimsoeth im Interview

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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