„Der Tod ist mir nicht unvertraut“

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Die Christenheit feiert an Ostern den Sieg über den Tod. Jesus wurde ermordet und ist am Dritten Tage wieder auferstanden. Doch damit ist der Fall noch lange nicht erledigt. Gerade herrscht ein furchtbarer Krieg in der Ukraine und es sterben täglich unschuldige Menschen. Ich selber helfe seit Jahresanfang bei den Corona-Tests in einem Hospiz in Hamburg. Doch in unserer Gesellschaft ist der Tod ausgeladen, nicht existent, eine Niederlage. Tod und Sterben sind nicht integriert. Darüber dreht sich das Gespräch das wir in dem Buch „Der Tod ist mir nicht unvertraut“ lesen.

Elke Büdenbender, die Frau es amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und ihr Gesprächspartner, der Transplantationschirurg Eckhard Nagel, sprechen in ihrem Buch darüber, wie man diese Themen wieder zurück in unser Leben holen kann. Sterbehilfe und Selbstbestimmung wird genau so thematisiert, wie Krankenpflege, Helfen und Medizin. Die Todesstrafe ist ein Thema, Mord und Geschichte, das Recht, die Schicksalsfrage, der Glaube, das Andenken unsere Gesellschaft.

Wir müssen Tod und Sterben wieder ins Leben integrieren.

Wo sind wir dem Tod begegnet, und wie verändert das unser Leben? Wie wollen Menschen sterben, und warum kommt es oft ganz anders? Was hat die Corona-Pandemie verändert? Die Juristin Elke Büdenbender und der mit ihr befreundete Transplantationsmediziner Eckhard Nagel sprechen offen und persönlich, klug und kenntnisreich über ein Thema, das uns alle betrifft.

Elke Büdenbender wurde nach Abschluss ihrer juristischen Ausbildung Richterin am Verwaltungsgericht Hannover an. Seit 2000 ist sie Richterin am Verwaltungsgericht Berlin (zurzeit beurlaubt). Sie ist seit 1995 mit dem heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verheiratet. Gemeinsam haben sie eine Tochter. Eckhard Nagel ist Transplantationschirurg, Doktor der Philosophie und Ehrendoktor der Theologie. Seit 2001 ist er ordentlicher Professor und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. 15 Jahre lang war er Mitglied des Nationalen und Deutschen Ethikrats. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Fazit

Insgesamt ein äußerst lesenswertes Buch, in dem man stöbern, dass man immer mal wieder vornehmen und sich etwas zum Nachdenken herausholen kann. Der Themenkreis ist angemessen und weit genug. Der Tod ist etwas Großes und Würdevolles. Leider leben wir in einer Gesellschaft, in der das Thema eher tabuisiert ist, wie Trauer auch, obwohl wir täglich durch Pandemie und Krieg zum Tod hören und lesen. Insofern ist es ein Gespräch zur rechten Zeit. Es passt aber nicht nur zu Ostern und dem Ukrainekrieg. Sterben ist unser dauernder Begleiter, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Und daher ist dieses Buch ein ganzjähriges und ganzheitliches. Prädikat: Besonders empfehlenswert.

Der Tod ist mir nicht unvertraut: Ein Gespräch über das Leben und das Sterben

von Elke Büdenbender und Eckhard Nagel
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224Seiten, Ullstein Verlag (10. März 2022)
ISBN 3550202113
Gebundenes Buch 24,- Euro

Lesprobe Der Tod ist mir nicht unvertraut

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