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Buchtipp Stichwort Klimawandel: „Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen!“

Buchtipp: Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen!

Greta Thunberg hat es 2019 geschafft, der Klimadebatte die Dringlichkeit zu geben, die sie verdient. Die Klimapolitik bekommt endlich die Aufmerksamkeit, die Notwendig ist, um die vorausgesagten Umweltkatastrophen noch abzuwenden. Obwohl beispielsweise Australien – das wie die USA und Brasilien nicht mitziehen will beim Klimagipfel – deutlich die Konsequenzen etwa durch die schweren Brände an der Westküste zu spüren bekommt. Aber Australien ist der weltgrößte Kohleexporteur und da Kohle und Öl für die Erderwärmung verantwortlich sind, Australien aber leider sehr viel Geld mit seinen Bodenschätzen verdient, wird hier der grundsätzliche Konflikt deutlich: Geld oder Leben? Eine ganze Menge Antworten darauf haben junge Menschen ausgearbeitet und in dem Buch Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen! veröffentlicht.

Wer sich mit dem Klimaschutz beschäftigt und in die Materie einarbeitet, der stellt schnell fest, dass es um mehr geht als um fossile Brennstoffe. Es geht ums Ganze. Es geht um unsere Art zu leben und zu wirtschaften. Die Ressourcen sind endlich, unsere Leben ist es, alles ist endlich. Aber wir ignorieren das, wir leben so, als wäre alles für immer verfügbar, benutzbar und verbrauchbar. Engagierte junge Leute verstehen das ganz natürlich. Wissenschaftler belegen, dass es so nicht weitergehen kann. Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Aber das?

Fakt ist, dass die fossilen Brennstoff der Motor unserer Gesellschaften, unserer Technologien sind. Sie haben uns Wohlstand (nicht für alle, aber für sehr viele), Demokratie, medizinischen Fortschritt und längeres Leben beschwert. Sie schaffen die Arbeit, von der Menschen leben können. Das bedeutet: Stellen wir diesen Motor ab und verzichten auf Kohle, Öl und Gas brechen unsere Demokratien auseinander, das Schlimmste wäre zu befürchten. Aber so kann es eben nicht weitergehen und das ist der Konflikt auf dem das Buch Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen! beruht.

Im Vorwort stellt der populäre Wissenschaftsjournalist Harald Lesch die Frage: „Was können wir beitragen, als immer nur mehr zu verdienen?“ Um das an dieser Stelle mal anzumerken: ich finde nicht, dass Wissenschaftler entscheiden sollen oder können, wie sich eine Gesellschaft zu entwickeln hat, was die besten Entscheidungen, was eine sinnvolle Politik ist. Sie sehen die Sache nur aus einer Perspektive, nämlich aus ihrer. Daher sind sie teils betriebsblind. Nicht, dass ihre Sicht falsch wäre, aber sie bleibt unvollständig. Daher ist es so wichtig, dass wir ALLE miteinander reden und streiten über den richtigen Weg in der Zukunft. „Bleiben Sie mit uns im Dialog!“, fordert Lesch.
Er schreibt: „Ich wünsche mir, dass Sie nach der Lektüre dieses Buches, nachdem Sie sich die Augen gerieben haben und wieder klar sehen, die guten Perspektiven erkennen, dass Sie dieses Buch an andere Menschen weitergeben, die sich vielleicht ebenfalls von den Ideen der jungen Menschen anstecken lassen und aktiv an einer Zukunft für die kommenden Generationen mitarbeiten.“

Denn für Pessimismus ist es zu spät!

Eine Generation, die lange Zeit als unpolitisch belächelt wurde, steht auf, organisiert Proteste, an denen landesweit Hunderttausende und weltweit Millionen teilnehmen. Angesichts schwindender Ressourcen und globaler Vermüllung stellen sie die Forderung nach nachhaltigem Klima- und Umweltschutz.

Acht Autoren und Aktivisten, Mitglieder des Jugendrates Generationen Stiftung, warnen nicht nur vor den Gefahren, denen sich die heutigen 14- bis 25-Jährigen ausgesetzt sehen. In genau recherchierten Beiträgen, die mit den Erkenntnissen anerkannter Wissenschaftler abgeglichen sind, stellen sie konkrete Forderungen, nehmen uns alle in die Verantwortung und entwerfen eine Vision, die die Kraft hat, Generationen zu vereinen.

„Während die Erwachsenen noch übers Schuleschwänzen lamentierten, haben die Jungen ihre Hausaufgaben gemacht – und die ihrer Kritiker gleich mit. Herausgekommen ist ein kluges und kontroverses Buch […] Wir brauchen radikal neue Entwürfe unseres Zusammenlebens auf diesem Planeten! Die Zeit läuft ab, aber die Lösungen sind da. Dieses Buch zeigt viele davon auf. Lesen Sie es, und lesen Sie es schnell.“
Frank Schätzing (11. November 2019)

Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen! Der Jugendrat der Generationen-Stiftung

Fazit:
Auf Seite 234 nehmen die Autoren den Skeptikern den Wind aus den Segeln. Und das ist gut so, brillant: „Liebe Kritiker*innen: Wir haben einen gangbaren Weg aufgezeigt. Wenn ihr mit unserem Plan nicht einverstanden seid, legt uns einen alternativen vor und lasst uns darüber reden. Aber ohne Plan geht es nicht mehr weiter.“

Ich bin nicht mit allem der 100 Forderungen aus dem Plan des „Jugendrats der Generationenstiftung“ einverstanden. Sie sind sehr idealistisch, aber jeder einzelne Punkts ist eine Diskussion wert. Während sehr viele Leute in Yogakursen und esoterischen Zirkeln sich selber suchen, andere um ein Business ringen, mit dem sie möglichst ohne viel Arbeit viel Geld verdienen, machen sich anderen einen Kopf, was das alles eigentlich soll. Vielleicht ist das aber die große Erkenntnis aus diesem Buch: Nämlich das niemand einen echten Plan hat, wir aber angesichts der drohenden Klimakrise dringend einen brauchen.

Der Pragmatismus hat sich noch nicht durchgesetzt, sodass weiter nur Stückwerk betrieben wird, je nach politisch-ideologischer Ausrichtung. Aber ein Plan hat niemand. Die einen hängen ihrem Gottesglauben an und brauchen offenbar keinen, die anderen stecken in althergebrachten Klischees fest und bieten Lösungen, die am Ende noch mehr Probleme machen. Aber einen Plan hat niemand. Um so höher muss man es dem Jugendrat anrechnen, dass er versucht, Lösungen zu finden, Antworten auf die Probleme der Zukunft.

Es ist ein sinnvolles Buch, ein notwendiges und jeder sollte es lesen, der es erst meint mit dem Wandel, mit einer besseren Gesellschaft. Und dann reden wir darüber.

Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen! 10 Bedingungen für die Rettung unserer Zukunft

Buch hier kaufen
von Jugendrat der Generationenstiftung, Claudia Langer (Hrsg.)
272 Seiten, Karl Blessing Verlag (18. November 2019)
ISBN 3896676563
Paperback 12,00 Euro

Der Plan besteht aus 10 Teilen (Bedingungen), die die Diskussiongrundlage der Klima- und Zukunfstdebatte bilden. Alle einzelnen Punkte werden im Buch erklärt, so das eigentlich kaum Fragen offen bleiben:

  • Der Plan gegen die Klimakrise (u.a. weltweiter Kohleausstieg bis 2030)
  • Der Plan zur Vermeidung des ökologischen Kollapses (u.a. Abschaffung von Monokulturen in der EU sofort und weltweit bis 2025)
  • Der Plan für einen Paradigmenwechsel zu einer generationengerechten Wirtschaft (u.a. Kreditvergabe nur an generationengerechte Vorhaben)
  • Der Plan für soziale Gerechtigkeit in einer Gesellschaft, auf die sich bauen lässt (u.a. zukunftsfähiges Rentensystem entwerfen)
  • Der Plan für eine neue Arbeitswelt (a.a. Einführung einer Lohnkopplung in Unternehmen)
  • Der Plan für eine Bildung, die vermittelt, was wirklich zählt (a.a. eine Schule für alle und Auslösung der Differenzierung im Schulsystem)
  • Der Plan zur Weiterentwicklung unserer Demokratie (a.a. Begrenzung von Parteispenden und Verbot von bezahlten Nebentätigkeiten für Politiker*innen)
  • Der Plan für die Grundsteinlegung zu einer gerechten Welt (u.a. Abschaffung der Vetorechte im UN-Sicherheitsrat und mehr Kompetenzen für die UN)
  • Der Plan zu Abrüstung und einem menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten (u.a. Klimapass für Menschen ausstellen, die aufgrund der Klimakrise flüchten müssen)
  • Der Plan zur Gestaltung der digitalen Zukunft (u.a. Offenlegung von Algorithmen nach dem Open-Source-Prinzip)

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Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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