Anliegen eines Bürgers an seine Politiker wegen dringender Reform des Familienrechts

Reform des Familienrechts
Anliegen eines Bürgers an seine Politiker wegen dringender Reform des Familienrechts

Liebe Abgeordnete/r, Mitbürger/in, sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr,

ich schreibe Ihnen als engagierter Bürger und Vater einer wundervollen Tochter (8). Als Trennungsvater. Leider will es die deutsche Familienrechtsprechung, dass meine Tochter nicht in den Genuss kommt, angemessene Zeit mit ihrem Vater zu verbringen. Die Familiengerichte erzwingen gegen den erklärten Willen eines Elternteils das sog. Residenzmodell, das auf einer veralteten und ungültigen Annahme beruht, die Mutterbindung wäre der Vaterbindung vorzuziehen und der klare Lebensmittelpunkt bei nur einem Elternteil – in der Regel bei der Mutter nach der Trennung der Eltern – wären wichtiger, als eine angemessene (hälftige) Begleitung und Betreuung im Alltag des Kindes durch BEIDE Eltern.

Das Recht des Kindes auf eine gesunde, förderliche und gelebte Beziehung zu BEIDEN Eltern – hier vor allem auch zum Vater: Stichwort „vaterlose Gesellschaft“, „Neue Männer braucht das Land“, neue Väter – auch im Alltag ist nach der aktuellen Rechtsprechung des erzwungenen Residenzmodells faktisch unmöglich. Nein, es ist nur möglich, wenn die Eltern sich außerhalb des Gerichtes einigen. Wenn ein Elternteil jedoch – sehr oft die Mutter – Gespräch und Kooperation verweigert, ist eine humane Regelung aussichtslos.

Ergebnis ist ein umfangreicher Machtmissbrauch auf Kosten der Trennungskinder von dem auch Rechtsanwälte und Gutachter massiv profitieren, sollte es zu einem Umgangsstreit vor einem deutschen Familiengericht kommen. Die Zustände dort sind unhaltbar, wie die KiMiss-Studien der Uni Tübingen immer wieder deutlich machen. Gehen Sie in die Verbände, sprechen Sie mit Betroffenen, gehen Sie auf die Straße und fragen Sie die Bürger nach dem Familiengericht und beobachten Sie die Reaktionen. Niemand, kein Bürger erwartet hier Fairness, Vernunft oder gar Gerechtigkeit. Es ist wirklich erschütternd. Als Volksvertreter und Familienpolitiker sollten Sie sich das einmal sehr genau anschauen.

Obwohl faktisch nichts dagegen und alles dafür spricht, darf ich meine Tochter nicht vollumfänglich nach dem Prinzip der „vollen Teilhabe an elterlicher Sorge“, des „Wechselmodells“, das sehr viele Eltern erfolgreich praktizieren, betreuen.

Ich bin zur Zahlung verpflichtet, obwohl ich betreuen will, obwohl ich alle 14 Tage vier Tage betreue, plus die Hälfte der Ferien und einen Nachmittag pro Woche zusätzlich; muss zahlen, obwohl die Kindesmutter mehr verdient, im Gegensatz zu mir einen Pensionsanspruch besitzt und vollen Lohnausgleich im Krankheitsfall hat. Das ist alles so unfassbar ungerecht und auch nicht mit dem gesunden Menschenverstand zu erfassen, sondern in meinem Fall nur mit einer äußerst brutalen Rechtsanwältin zu erklären.

Man kann kaum beschreiben, was in einem Familiengericht bei einem Umgangskonflikt geschieht, wenn man es noch nicht erlebt hat. Grundrechte werden ausgehebelt, Rechtsgrundsätze ignoriert (wie etwa „Im Zweifel für den Angeklagten“), es gibt kaum eine Beweisaufnahme bei offensichtlichen Falschaussagen, die Parteien, aber auch unzureichend ausgebildete Gutachter (gerade auch Diplom-Psychologen und Psychiater) können behaupten, was immer sie wollen, ohne Konsequenzen gewahren zu müssen. Fragen Sie, was diese Gutachten angeht, Prof. Dr. Werner Leitner, der diese untersucht.

Im Gericht maßen sich völlig fremde Menschen an, besser zu wissen, was für mein Kind gut und wichtig ist, als ich, der Vater, der diesen kleinen Menschen von seinem ersten Atemzug her kennt. Alles nur, weil brutal agierende Rechtsanwälte– ich habe ganz bittere Erfahrung mit einer Anke Weidner-Hinkel aus Wedel machen müssen – hier schalten und walten dürfen, wie immer es ihnen beliebt. Sie verdienen gutes Geld mit dem Leid unserer Kinder. Was für eine verwerfliche Schande. Und dann die Kindesmütter, die Kindesväter in der Regel besser kennen als alle Verfahrensbeteiligten, ihnen wird scheinbar alles geglaubt, was immer sie von sich geben. Die Mutter meiner Tochter ist nicht alleinerziehend, obwohl die Statistik das so sieht. Was für ein Widersinn. So etwas konnte ich mir bis hierher nicht vorstellen, bis ich es selber erlebt habe.

Warum gibt es keine wirksame Hilfe für Eltern, weshalb ist eine klare Hälftelung der Betreuung, die paritätische Doppelresidenz, die allein durch den gesunden Menschenverstand einleuchten sollte, im Streitfall unmöglich? Das würde viele Kosten und viel Leid ersparen helfen. Es gibt kein belastbares Argument dagegen (siehe unten Links zum 4. Bundeskongresses „Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Sorgerechts- und Umgangsverfahren“ am OLG Dresden).

Warum geht das aber in anderen Ländern? Weshalb hilft man den Müttern in Deutschland nicht, am Ende durch genau dieses Wechselmodell besser im Berufsleben Fuß zu fassen? Weshalb schützt man nicht konsequent die Bindungen der Kinder zu BEIDEN Eltern und setzt dies als oberste Priorität? Warum ist die Beweislast im Familiengericht genau umgedreht, denn nicht der Beschuldiger muss seine Behauptungen beweisen, sondern der Beschuldigte seine Unschuld belegen? Unvorstellbar.

Weshalb muss sich im Familiengericht niemand für seine Fehler, die sicher auch in manchen Fällen Menschenleben kosten, verantworten? Warum lässt man die Familienrichter so allein? Weshalb hält man an einem überholten, falschen, ideologischen und offensichtlich diskrimierenden Betreuungs-Modell fest? War es vor den 1970er Jahren der Vater, der alle Macht über die Kinder hatte – wie heute in vielen anderen rückständigen Ländern, etwa in Kroatien oder in den muslimischen Ländern – ist es nun die Mutter, die alle Macht hat. Viele Alleinerziehende müssten nicht alleinerziehend sein oder sind es ganz bewusst GEGEN die Väter ihrer Kinder. Wissenschaftlich widerlegt und mit dem gesunden Menschenverstand nicht erreichbar, wird am Modell „einer zahlt, der andere betreut“ festgehalten. Es ist nicht zu fassen für uns Trennungseltern, aber auch für die betroffenen Großeltern, an die keiner denkt, an die Onkel und Tanten und allen Bürgern mit Herz und Vernunft.

Weshalb zahlen denn so viele Väter den Kindesunterhalt nicht, zu dem sie verpflichtet sind, wie kürzlich wieder vermeldet wurde? Ich sage es Ihnen: Nicht etwa, weil die meisten dieser Väter unmoralisch sind oder verantwortungslos – sondern weil die Gesetze ganz großer Mist sind, weil es für diese Väter keine echte Chance gibt, eine gerechte, vernünftige, humane Lösung, die sie nicht ruiniert und ihrer Vaterrolle entspricht, zu finden; weil sie vor dem Gesetz eben nicht gleich sind und in vielen Fällen mit Hilfe der Familiengerichte ausgegrenzt, gedemütigt und entrechtet wurden. Und dann sollen sie dafür noch zahlen?

Die Familienpolitiker, die allzu oft ein rosarotes Bild von Familie zeichnen, stellen sich diesen sehr unpopulären Tatsachen und Erkenntnissen in keinster Weise. Es kommt für sie einfach nicht vor. Sie wollen in ihrer Familienpolitik nicht anerkennen, dass die Hälfte aller Partnerschaften und Familien zerbricht. Wie lange gibt es das Umgangsrecht schon? Wie lange das gemeinsame Sorgerecht für Unverheiratete? Man glaubt es nicht, wenn man sich damit befasst.

Eine durchgreifende und moderne Reform des Familien- und Kindschaftsrechts ist überfällig und würde viele Kinder, Bürger und die Gerichte entlasten. Statt Juristen zu bezahlen, sollten sehr gut ausgebildete Berater finanziert werden, von denen es viel zu wenige gibt. Selbst die anmaßenden Gutachter im Familiengericht können meistens nicht mit streitenden Trennungseltern arbeiten, weil sie dafür einfach nicht ausgebildet sind. Das sind die Tatsachen. Es ist ein echtes Elend in diesem Land und wir betroffenen Eltern können da kein Stein auf dem anderen lassen, können kaum Gutes erkennen in dieser Sache.

Ich wollte es kurz machen in meinem Anschreiben, aber es gelingt nicht. Ich fordere Sie hiermit dringend dazu auf, die gesellschaftliche Entwicklung in der Familienrechtsprechung nicht weiter aus ideologischen Gründen oder Unkenntnis zu behindern. Helfen Sie unseren Kindern, helfen Sie verzweifelten Eltern und ihren Mitbürgern.

Ich bin kein Querulant, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die aktuelle deutsche Familienrechtsprechung Menschenleben kostet. Darüber existiert keinerlei Statistik, weil alle wegschauen. Doch die Selbsthilfegruppen sind voll, die Väterberatungstellen haben kaum noch Termine, die Praxen der Psychotherapeuten sind ebenfalls ausgebucht, die Krankenstände durch den Konflikt in den Familiengerichten ungezählt, die Klinikaufenthalte und medizinische Intervention ebenfalls von keiner Statistik erfasst. Und das soll dem Kindeswohl entsprechen, wenn man einen Elternteil in den Wahnsinn oder den Ruin treibt? Man erhält eine Ahnung von dieser Katastrophe, wenn man wirklich die Ohren spitzt und mit betroffenen Bürgern und Beratern spricht.

Einmal lief ich laut schimpfend durch die Straßen, die Bürger schauten sich fragend nach mir um. Ich brauchte nur ein Wort zu sagen: „Familiengericht“ und alle schienen Verständnis für meine Wut zu haben und nickten mir zu. Wie kann das sein?

Es sind auch nicht nur Väter, die hier traumatisiert werden, manchmal auch Mütter. Ich kenne welche. Und alles nur, weil die Rechtsprechung diese Art Konflikte, wie gesagt, faktisch befördert auf Kosten unserer Kinder.

Die Praxis der Düsseldorfer Tabelle und dazu die Verweigerung der Möglichkeit einer paritätischen Betreuung allein aus ideologischen, unbelegten Gründen, befördern Dank der Rechtsanwälte, grauenhafte und teilweise wirklich grausame Konflikte in den Familiengerichten. Die Entscheidungen aufgrund eines Konstruktes, das sie „Kindeswohl“ nennen, treffen. Es kann nicht einem „Kindeswohl“ entsprechen, wenn ein Elternteil traumatisiert, gedemütigt und entrechtet wird. Was für ein Bild entsteht da in dem Kind?

Das ist vom Gesetzgeber, also von Ihnen, offenbar so gewollt, sonst hätte man das längst geändert. Nichts wird hier getan, nichts. Politiker, Richter, Jugendamt-Mitarbeiter und Verfahrensbeistände schauen zu und verweigern Verantwortung. Wie gesagt: Man kann es sich nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat.

Bitte sorgen Sie als Politiker, Abgeordnete des deutschen Bundestags und als Parteien für eine schnelle, humane, vernünftige und nachhaltige Reform des deutschen Familienrechts, das bekanntlich eines der rückständigsten in Europa ist und unschuldige Menschen ins Verderben stürzt!

Hier eine List von hilfreichen Links zum Thema, die Ihnen helfen soll, das Ausmaß der Missstände im Familienrecht besser abschätzen zu können und meine Behauptungen hier stützen:

  1. Resolution 2079 (2015) des Europarats: https://goo.gl/XXQZKw
  2. Untersuchungsbericht „Getrennt gemeinsam erziehen“, Befragung von Trennungseltern im Auftrag des BMFSFJ: https://goo.gl/591uhT
  3. Gemeinsame Erklärung vom 9. November 2017 namhafter WissenschaftlerInnen, Professionen und VertreterInnen von Verbänden „Deutschland braucht ein zeitgemäßes Familienrecht“: https://goo.gl/qBByhj
  4. List von Videos vom 4. Bundeskongresses „Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Sorgerechts- und Umgangsverfahren“ am OLG Dresden:
  5. Systematische Untersuchungen zu familienpsychologischen Gutachten durch Prof. Dr. Werner Leitner: http://www.wernerleitner.de/
  6. Erschütterende und bittere Ergebnisse der KiMiss-Studien der Uni Tübingen: https://goo.gl/Ge1ZUi
  7. Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) findet deutsche Gerichte „zu lasch“ und stärkt widerholt leiblichen Vätern im Umgangsrecht den Rücken: https://goo.gl/Arxe4Q</li>

Das Internet ist voller Empörung verbitterter Väter, traumatisierter Eltern, verzweifelter Mütter und fruchtbaren Geschichten aus den Familiengerichten. Es liegt in Ihrer Verantwortung diese Vorgänge zu stoppen, dringend und jetzt.

Im Namen meiner Tochter und der vielen betroffenen Eltern und Großeltern, im Namen der Trennungskinder (auch der schon Erwachsenen), die in der Regel Ihre Stimmen nicht erheben, die aufgegeben haben oder nicht gehört werden, fordere ich Sie freundlich aber dringend dazu auf, den Reformvorschlägen der FDP (https://www.doppelresidenz2017.de), die einzige politische Partei, die sich dieser wichtigen Thematik konsequent annimmt, in den anstehenden Sondierungsgesprächen bzw. Koalitionsverhandlungen beizutreten oder aber auf keinen Fall zu behindern. Ich selbst gehöre keiner Partei an, bin nur ein kleiner einfacher Bürger mit einem dringenden Anliegen für zukünftige Generationen, Eltern und Familien.

Vielen Dank und beste Grüße

Über Papalapapi

Kind und Tochter und Papalapapi, Vater & Mann.
Vaterblogger, Elternbloger, Männerblogger schreibt über alle Themen rund ums Kinderhaben aus seiner subjektiven männlichen und väterlichen Sicht. Und auch über das Mannsein in unserer Gesellschaft.

2 Kommentare zu Anliegen eines Bürgers an seine Politiker wegen dringender Reform des Familienrechts

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