Weihnachten ohne Familie – Solidarität mit den Getrennten und Verlassenen

Weihnachten ohne Familie
Solidarität mit den Verlassenen an Weihnachten

Weihnachten ohne Familie? Rund die Hälfte aller Ehen geht in die Brüche. Wenn Kinder aus der Verbindung hervorgegangen sind, ist Weihnachten manchmal ein schwieriges Fest. Wo sind die Kinder? Was ist mit den Großeltern? Wie was wann und wo, wer ist alleine? Viele zerbrochene Familien bekommen das gut geregelt, manche feiern sogar zusammen, ob wegen der Kinder, aus Liebe, Gewohnheit, Freundschaft oder Mitgefühl. Aber einige kriegen das so leider nicht hin, müssen das Weihnachtsfest ohne ihre Lieben verbringen. Und jeder einzelne Mensch, der davon betroffen ist, ist einer zu viel.

Ich habe Freunde, die keine Familie mehr haben und die Single sind. Einer hat eine Tochter, die er an Weihnachten aber sehen darf, ein anderer ist ganz allein. Ich jedoch auch kenne Männer, denen es nichts ausmacht, Weihnachten alleine zu sein. Ich kenne Mütter und Großmütter, die Weihnachten alleine sind, vielleicht weil die Kinder in anderen Teilen der Welt leben, vielleicht weil sie genau so leben wollten, ohne Partner, Anhang und Beziehung. Es hier gibt nichts, das es nicht gibt.

Ich bin auch nicht sicher, ob mein Nachbar alleine ist. Ich nehme ihn als Alkoholiker wahr und er ist sehr für sich, so dass ich nicht fragen mag. So lange wohne ich in diesem Haus noch nicht. Es ist aber nicht unrealistisch, dass er mehr oder weniger isoliert lebt. Offenbar gehört dieses Phänomen, dass es beispielsweise bei „Naturvölkern“ nicht gibt, zu unserer Zivilisation. Für mich eine bittere Konsequent von Profitstreben, Entsolidarisierung und Verstädterung der Menschen.

Meine Familie ist klein, die Verwandtschaft ist weit verstreut und spielt kaum eine Rolle. Wir stammen aus Ostpreußen, unsere Familie wurde durch die Folgen des 2. Weltkriegs stark geprägt. Dazu kommt, dass ich leider getrennt bin. So habe ich am Heiligabend mit einem Freund verbracht. Das war Ok. Aber es ist nicht das Weihnachtsfest, dass es einst war und wie es vielleicht sein sollte.

Meine Tochter hat ein sehr gutes Weihnachtsfest mit ihrer Mama, ihren Cousins und den anderen Großeltern. Das ist schön. Nur ihr Vater ist ausgebootet, entfernt, ausgegrenzt. Es interessiert keinen, so fühlt sich das an. Ich habe es akzeptiert, da die Umstände so sind und es so für mein Kind das kleinere Übel ist. Mir fehlt aber von der „anderen“ Familie der Gedanke an den Vater unseres Mädchens. Aber so weit reicht der Weihnachtsgedanke vieler Menschen dann eben doch nicht, da ist Verzeihen nicht vorgesehen. Von Liebe und Christsein wollen wir gar nicht erst anfangen.

Keine Ahnung, wie viele Trennungsväter ganz doof aus der Wäsche schauen, niemand weiß, wie viele Großeltern Weihnachten ohne Familie erleben müssen. Mit fehlt, dass diejenigen in (scheinbar) heilen Familien dieser Menschen gedenken. Das diese einsamen Leute in den Fokus kommen, nicht nur an Weihnachten.

Ich möchte heute, an Weihnachten 2017, an diese Menschen erinnern. Viele verdrängen diese „Bedrohung“ Weihnachten ohne Familie. Verdrängen, dass in einem der reichsten Länder der Erde sehr viele Menschen allein sind, isoliert, verlassen, verraten und vereinsamt. Ich erkläre mich deshalb hier und heute solidarisch mit allen verlassenen Menschen, Vätern, Müttern, Großeltern, Tanten und Onkel und Kinder.

Über Papalapapi
Kind und Tochter und Papalapapi, Vater & Mann. Vaterblogger, Elternbloger, Männerblogger schreibt über alle Themen rund ums Kinderhaben aus seiner subjektiven männlichen und väterlichen Sicht. Und auch über das Mannsein in unserer Gesellschaft.

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