Erschütternd: Amerikanische Elternbloggerin wegen Misshandlung ihrer Kinder im Knast

Schwarze Pädagogik a la Ruby Franke

Ruby Franke ist ein sogenannte US-amerikanische Erziehungsbloggerin, also eine Elternbloggerin mit Erziehungsmission und wurde nun wegen der Misshandlung ihrer eigenen Kinder von einem Gericht in den Knast gesteckt. Was war da los?

Ich zitiere einen übersetzen Abschnitt aus der entsprechenden Meldung von today.com: Ruby Franke, eine beliebte „Momfluencerin“ (Sie wird auch als „Video-Bloggerin bezeichnet), die auf ihrem YouTube-Kanal über ihr Familienleben mit sechs Kindern berichtete, weinte vor Gericht, als sie wegen Kindesmisshandlung, die ein Staatsanwalt als „Konzentrationslager“-Bedingungen für ihre Kinder bezeichnete, zu bis zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Das Urteil steht noch aus. Der SPIEGEL berichtet: Der Fall war bekannt geworden, nachdem Frankes zwölfjähriger Sohn aus Hildebrandts Haus geflohen war und einen Nachbarn gebeten hatte, die Polizei zu rufen. Der Junge war zu diesem Zeitpunkt abgemagert und hatte Klebeband um seine Knöchel und Handgelenke. Franke und Hildebrandt wurden im August verhaftet.

Die genaue Haftdauer wird vom Utah Board of Pardons and Parole festgelegt. Übrigens: Franke ist Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, und ihre älteste Tochter hat sich öffentlich von den Erziehungsmethoden ihrer Mutter distanziert. Franke hat drei Schwestern, die ebenfalls als Influencerinnen im Bereich Elternschaft tätig sind, sich jedoch von ihr distanziert haben. Im Dezember 2023 reichte Frankes Ehemann die Scheidung ein​

Nach allem, was zu vernehmen ist, hat diese Mutter einen ernsthaften Dachschaden. Für mich gehen Persönlichkeitsstörungen mit diesen Formen der familiären Gewalt überein. Anders ist diese Art der unter dem Strich brutalen Gewalt gegen ihre Kinder nicht zu erklären. Ruby Franke führt ein echtes Doppelleben.

Ruby Frankes Praktiken, die zu öffentlicher Kritik führten, umfassten strenge Disziplinarmaßnahmen und ungewöhnliche Erziehungsmethoden. Dazu gehörten das Vorenthalten von Mahlzeiten als Strafe, das Einschränken des Zugangs zu den Toiletten und das Herausfordern der Kinder, ihre Unabhängigkeit unter schwierigen Bedingungen zu beweisen. Diese Methoden lösten Debatten über Kindeswohl und Erziehungsstile aus, wobei Kritiker argumentierten, dass solche Ansätze das emotionale und physische Wohl der Kinder gefährden könnten.

Nun bin ich eh kein ausgewiesener Freund von Momfluencerinnnen. Mich interessieren diese Mütter nicht und ich kann mir nicht vorstellen, dass die via Socialmedia irgendwas von Belang raushauen. Einige durfte ich ja bei einem vom Bundesfamilienministerium initiierten Treffen von ausgesuchten Elternbloggern kennenlernen. Natürlich sind diese Moms alle sehr unterschiedlich und selbstverständlich sind zauberhafte Mütter darunter. Aber auch einige echte Biester.

Wie leicht ist dieser schöne Schein in der Elternwelt zu installieren. Ich könnte viele Geschichten beitragen. Es ist ja auch nichts Neues, dass Eltern versuchen, nach außen ein Bild abzugeben, dass innen nicht existiert. Sie kaschieren dabei nicht nur Gewalt, auch Sucht und Alkoholismus, Armut und Verschuldung, Behinderungen, Depressionen, Scham. Aber das jemand mit diesem schönen Schein auch noch gutes Geld verdient, ist ein echter Skandal.

Ruby Franke stand schon früh für rüde Erziehungsmethoden in der Kritik. Aber offenbar konnte sich niemand vorstellen, wie weit sie wirklich geht. „Erziehung“ ist für mich ein scheußliches Wort, schrecklich. Es hat seine Wurzeln in der „Schwarzen Pädagogik“, die immer noch in den Köpfen und Herzen vieler Menschen zu stecken scheint.

Und gerade bei Social-Media-Stars muss man äußerst skeptisch sein. Es ist zwar nicht alles Schmotz was Donkel ist, aber eben auch nicht alles Gold, was glänzt. Wenn man sich nur lösen könnten von den Kleidern, die einen zu Leuten machen, von dem schönen Schein, eines immerwährenden Familienglücks ohne jede Probleme. Wenn man als Eltern wie auch als Kinder UNPERFEKT SEIN dürfte.

Ich bzw. wir haben uns klar entschieden: Niemand ist perfekt und keiner muss es sein! Als Vater bin ich genauso gut und unperfekt, wie die Mutter und die Tochter (in meinem Fall). Und das ist gut so. Das nimmt Druck aus der Sache, die sich Familien nennt. Oder wie Jesper Juul es nannte: Niemand kommt unbeschädigt aus einer Familie.

Das gibt einem noch lange nicht das Recht, Kinder zu misshandeln, Schwächeren Gewalt anzutun, Zwang, Bestrafung und Herzlosigkeit. Dass Ruby Franke jetzt schuldig gesprochen wurde – sie hat auch gestanden – sollte mindestens den Müttern, die deren YouTube-Kanal abonniert hatten, sauer aufstoßen. Haben diese Mütter sich nicht mitschuldig gemacht an diesem Spiel einer attraktiven, aber gestörten jungen Mutter vergeht sich mit großkotziger Pädagogik an ihren Kindern?

Inside Ruby Franke’s alleged double life | Nightline ABC News
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