Buchtipp: Präsente Eltern – starke Kinder

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Wie können Eltern die Beziehung zu ihren Kindern so prägen und gestalten, dass diese sich später in der Welt heimisch fühlen und ein für sie gutes Leben führen? Sind das dann präsente Eltern?

Eine spannende Frage, an der, sagen wir, normale Eltern mehr oder weniger täglich arbeiten. Nicht selten mit Unterstützung durch Bücher aus dem Kösel-Verlag.

Wenn man aber mal einen Augenblick ernsthaft darüber nachdenkt, was denn „gute Eltern“ ausmacht, kann man nur zu einem Ergebnissen kommen: Präsenz im Sinne von emotionaler Näher. Alles andere ist relativ. Auch Elternteile, die nicht vor Ort beim Kind sein sind, können präsent sein und emotional nah. Manchmal ist elterliches Engagement kontraproduktiv und was für das eine Kind gut und richtig ist, ist für ein anderes zu viel, zu wenig, nicht passend. Es gibt viele Aspekte, Talente und Maßnahmen der Eltern, die man so oder so sehen kann. Aber was die Präsenz angeht, ist die Lage eindeutig: Präsente Eltern sind der zentrale Faktor um Kinder stark zu machen.

Aktuelle Erkenntnisse aus Neurowissenschaften und Bindungsforschung

Das erfolgreiche kalifornische Wissenschaftlerduo Tina Payne Bryson und Daniel J. Siegel nimmt in seinem neuen Buch „Präsente Eltern – starke Kinder“ den Druck aus dieser wichtigen Erziehungsfrage. Denn entscheidend ist nicht, im Leben mit Kindern immer alles richtig zu machen. Viel zentraler ist die innere Einstellung. Wenn Eltern sich als emotionaler und körperlicher ‚Heimathafen‘ verstehen, der zu jeder Zeit Nähe, Aufmerksamkeit und Schutz bietet, werden Kinder zu starken Persönlichkeiten.

Basierend auf aktuellen Erkenntnissen aus Neurowissenschaften und Bindungsforschung erläutern die AutorInnen konkrete Strategien, damit Kinder sich zu psychisch und mental starken Menschen entwickeln können. Die wichtigste Leitlinie, die Eltern im Bindungsaufbau befolgen müssen, ist  verlässliche Zuwendung. Darunter verstehen die Autoren, dass Eltern ihren Kindern immer das Gefühl geben sollten, sie vor äußerem Schaden zu schützen, ihnen Aufmerksamkeit zu widmen, emotionale Nähe zu schenken und so Sicherheit zu vermitteln, einen guten Platz in der Welt zu finden. Über allem steht das kontinuierliche Bestreben, als Eltern für Kinder da zu sein. Und sich immer wieder klarzumachen, dass eine gute Eltern-Kind-Beziehung aus Präsenz entsteht – und nicht aus Perfektion.

Der Klappentext: Wirklich da sein, statt perfekt sein

Eltern wollen immer nur das Beste für ihr Kind. So setzen sie sich selbst allerdings leicht unter enormen Druck. In diesem Ratgeber „Präsente Eltern – starke Kinder“ befreit das erfolgreiche Autorenduo Daniel Siegel und Tina Bryson Eltern von dem Anspruch, perfekt sein zu müssen. Basierend auf aktuellen Erkenntnissen aus Neurowissenschaften und Bindungsforschung geben sie Eltern konkrete Strategien an die Hand, wie sie ihre Kinder dabei unterstützen können, dass aus ihnen körperlich und mental starke Menschen werden. Über allem steht dabei das Bestreben, für Kinder da zu sein, wenn sie uns brauchen. Die Autoren sagen selbst: »Das klingt so einfach, ist aber gar nicht so leicht.« Wie es dennoch gelingen kann, führen die Autoren in diesem Buch anschaulich und praxisnah aus.

Daniel J. Siegel ist Arzt und Psychiater und als klinischer Professor an der David Geffen UCLA School of Medicine (University of California, LOs Angeles) tätig. Außerdem ist er geschäftsführender Direktor des Mindsight Institute, eines Bildungszentrums für interpersonelle Neurobiologie. Der Autor mehrerer erfolgreicher Bücher gibt regelmäßig Seminare und hält weltweit Vorträge für Eltern und Fachleute. Daniel Siegel lebt mit seiner Familie in Südkalifornien.

Tina Payne Bryson ist Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin sowie Gründerin und Geschäftsführerin des Center for Connection, einer multidisziplinären klinischen Praxis, und des Play Strong Institute, eines Zentrums, das sich der Erforschung der Spieltherapie widmet. Die Autorin mehrerer erfolgreicher Bücher hält weltweit Vorträge und leitet Workshops für Eltern, Pädagogen und Mediziner. Sie promovierte an der University of Southern California und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Los Angeles.

„Eine ruhige Höhle schaffen“

Die Autoren sind stets um Klarheit bemüht. Beispiel: „Zu sehr zu behüten, ist nicht die Antwort!“ Logisch. Muss man aber in diesen Zeiten (den Helikopter-Eltern) immer wieder erklären. Macht das Buch auch. Und das finde ich auch gut: „Statt einen Wutanfall zu ignorieren … beruhigen Sie Ihr Kind und helfen ihm, in den grünen Bereich zurückzukehren.“ Wie schwer das ist auf Dauer durchzuhalten, zeigen unsere eigenen Kindheiten, in denen die meisten von uns zu oft sich selber ausgeliefert und überlassen worden sind.

Als ich dieses Buch durcharbeite, beschleicht mich der Gedanke, dass es eher um die starke Eltern geht und präsente Kinder. Denn wenn Eltern es schaffen, die Erkenntnisse und Tipps aus „Präsente Eltern – starkte Kinder“ umzusetzen, sind es starke Eltern, die mit ihren präsenten Kindern in einer wundervolle, fruchtbare, warmherzige Beziehung treten. Und genau das sollte doch unsere Vision sein, mit unseren Kindern umzugehen. Allein, es gelingt nicht immer.

Das Buch gibt Anregungen und Erklärungen, wie gelingende Beziehungen gehen, wie Familiesein für alle eine Quelle des Wachstums und der Bereicherung ist und wird. Das heißt: Diese tolle, gehaltvolle Buch ergänzt viele andere sinnvolle und selbstbewusste Bücher, voller Wissen und Erfahrungen, aus dem Kösel-Verlag zum Thema Elternsein und Kinderhaben. Lest es.

Präsente Eltern – starke Kinder: Warum Verlässlichkeit für die kindliche Entwicklung so wichtig ist

von Tina Payne Bryson und Daniel J. Siegel
Buch hier kaufen
352 Seiten, Kösel-Verlag (22. März 2021)
ISBN 3466347572
Paperback 22,- Euro

Leseprobe Präsente Eltern – starke Kinder

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