Prostlos glücklich: Was Männer ohne Alkohol gewinnen können

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Prostlos glücklich

Ein Feierabendbier, eine Runde mit Freunden, ein Glas gegen die Unruhe: Alkohol kann im Alltag einen festen Platz bekommen. Eduard Freundlinger stellt in „Prostlos glücklich“ die Frage, was wir zurückgewinnen können, wenn wir diesen Platz neu besetzen. Ein Anlass, über Freiheit, Männerfreundschaften und einen freundlicheren Umgang mit uns selbst nachzudenken.

Du musst niemandem etwas beweisen

„Eins geht doch noch.“ Ein kleiner Satz, der aus einem geselligen Abend eine merkwürdige Prüfung machen kann. Plötzlich braucht der Mann mit dem Wasser eine Erklärung. Muss morgen früh raus, nimmt Medikamente, fährt noch Auto. Als wäre „Ich möchte heute keinen Alkohol“ eine unvollständige Antwort.

Dabei ist sie vollständig. Ein Mann darf seinen Konsum hinterfragen und sich für ein alkoholfreies Leben entscheiden, ohne darüber seine Zugehörigkeit verhandeln zu müssen. Genau hier ist der Ansatz von Eduard Freundlingers Ratgeber Prostlos glücklich interessant: Er richtet den Blick auf das, was durch Alkoholverzicht möglich werden kann. Die Aussicht auf ein gutes Leben verdient mindestens so viel Aufmerksamkeit wie die Angst, beim nächsten Grillabend schief angesehen zu werden.

Ein Autor mit eigener Alkoholgeschichte

Eduard Freundlinger, Jahrgang 1970, ist österreichischer Autor und Coach. Zu seiner Biografie gehören zwei Atlantiküberquerungen unter Segeln und Reisen durch fast hundert Länder. Laut seiner Autorenbiografie bei Rowohlt trank er am 22. Februar 2022 zum letzten Mal Alkohol. Aus seiner Veränderung entstand auch die Initiative „Prostlos Glücklich“.

Diese Lebensgeschichte macht ihn zu einem Gesprächspartner mit eigener Erfahrung. Sie ist zugleich eine Erinnerung daran, dass Abenteuerlust, Tatkraft und ein problematisches Verhältnis zum Alkohol nebeneinander bestehen können. Wer viel bewältigt, ist deshalb nicht automatisch vor Abhängigkeit geschützt. Und wer Unterstützung braucht, verliert dadurch weder seine Fähigkeiten noch seine Würde.

Was das Buch anbietet

Freundlinger versammelt laut Verlag 27 Vorteile eines alkoholfreien Lebens und ordnet sie den Bereichen Körper, Geist, Beziehungen und Lebensqualität zu. Persönliche Erlebnisse werden mit Sachinformationen verbunden. Reflexionsimpulse am Ende der Kapitel, Strategien für akutes Alkoholverlangen und ein Sieben-Stufen-Plan sollen den Weg in den Alltag erleichtern.

Die angesprochene Zielgruppe in Prostlos glücklich ist besonders interessant: Menschen, die sich selbst nicht als abhängig betrachten, sich in ihrem Trinkverhalten aber auch nicht wirklich frei fühlen.. Das ist eine Beschreibung des Erlebens, keine medizinische Diagnose. Als Ausgangspunkt für eine ehrliche Bestandsaufnahme ist sie dennoch brauchbar: Wie freiwillig ist eine Gewohnheit, wenn mich schon die Vorstellung beunruhigt, sie auszulassen?

Männer brauchen Entlastung und gute Freunde

Für eine männerfreundliche Betrachtung ist entscheidend, diese Frage ohne Beschämung zu stellen. Wer abends abschalten möchte, hat zunächst ein verständliches Bedürfnis. Wer sich nach Nähe, Leichtigkeit oder einer Pause vom Funktionieren sehnt, ebenso. Es lohnt sich, diese Bedürfnisse ernst zu nehmen und zu prüfen, welche Rolle Alkohol dabei übernommen hat.

Dabei dürfen wir ruhig über Männerfreundschaften sprechen. Zusammen ein Bier zu trinken kann ein vertrautes Ritual sein. Eine Freundschaft sollte aber auch einen anderen Inhalt im Glas aushalten. Ein gemeinsamer Spaziergang, Kochen, Musik, Sport oder ein langes Gespräch brauchen keine Rechtfertigung durch Promille.

Vielleicht wäre eine der freundlichsten Reaktionen unter Männern deshalb ganz schlicht: Schön, dass Du da bist. Was möchtest Du trinken? Ohne Nachbohren, ohne Mutprobe, ohne die Diagnose „Spaßbremse“. Wer seinen Freund bei einer Veränderung unterstützt, gibt ihm etwas Wertvolleres als die nächste Runde. Prostlos glücklich eben.

Auch Väter dürfen für sich selbst sorgen

Für Väter bietet das Thema einen zusätzlichen Denkanstoß. Welche Art von Entspannung möchte ich meinen Kindern vorleben? Darf mein Sohn sehen, dass ich Belastungen anspreche? Darf meine Tochter erleben, dass ich eine Grenze setze und mir Unterstützung hole?

Das sind Fragen, die sich aus dem Thema ergeben; sie sind keine Behauptung über spezielle Vater-Kapitel des Buches. Sie führen aber zu einem wichtigen Punkt: Selbstfürsorge braucht keine Schuldgefühle als Antrieb. Ein Vater darf sein Trinkverhalten verändern, weil er selbst ein gutes Leben verdient. Daraus kann auch mehr Verlässlichkeit für andere wachsen.

Hoffnung ist hilfreich, ein Glücksversprechen wäre zu viel

Am Grundgedanken von „Prostlos glücklich“ überzeugt mich die Einladung, Veränderung als mögliche Bereicherung zu betrachten. Trotzdem sollte der Titel nicht zur Erwartung werden, ein alkoholfreies Leben müsse sich sofort glücklich anfühlen. Auch nüchtern gibt es Trauer, Einsamkeit, Überforderung und schwierige Beziehungen.

Ebenso wenig lässt sich aus einer persönlichen Erfolgsgeschichte ableiten, dass derselbe Weg für alle passt. Wie differenziert Freundlinger diese Grenzen im gesamten Buch behandelt und wie belastbar sämtliche verwendeten Belege sind, lässt sich anhand der zugänglichen Verlagsinformationen nicht abschließend beurteilen. Eine pauschale wissenschaftliche Qualitätsbescheinigung wäre deshalb verfrüht.

Zur Einordnung gehört außerdem: Bei körperlicher Alkoholabhängigkeit kann ein abruptes Absetzen gefährlich sein. Ein geplanter Entzug gehört dann in ärztliche Begleitung. Ein Ratgeber wie Prostlos glücklich kann motivieren und Gespräche anstoßen; die notwendige Behandlung ersetzt er nicht. kenn-dein-limit.de

9 Frühwarnzeichen, dass du zu viel Alkohol trinkst

Dein Leben braucht keine Trinkfestigkeitsprüfung

„Prostlos glücklich“ bietet seinem Konzept nach einen vielversprechenden Einstieg für Männer, die ihre Beziehung zum Alkohol überdenken möchten. Besonders ansprechend ist seine Leitfrage nach dem möglichen Gewinn: Was möchte ich mit meiner Zeit, meiner Aufmerksamkeit und meinen Beziehungen anfangen?

Daraus muss kein neues Selbstoptimierungsprojekt werden. Niemand braucht den nächsten Wettbewerb darum, wer am gesündesten, diszipliniertesten oder souveränsten lebt. Es reicht, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und einen passenden nächsten Schritt zu finden.

Du musst weder Trinkfestigkeit beweisen noch einen Ausstieg allein bewältigen. Du darfst Deine Gewohnheiten ändern. Und Du darfst dabei ein Mann mit Ecken, Humor, Unsicherheiten und Freude am Leben bleiben.

Buchcover: Prostlos glücklich - Was du gewinnst, wenn du auf Alkohol verzichtest

Prostlos glücklich – Was du gewinnst, wenn du auf Alkohol verzichtest

von Eduard Freundlinger
256 Seiten, Rowohlt Taschenbuch 2026
ISBN 349901940X
Buch für 14,- Euro bei Amazon bestellen

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Papalapapi

Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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