Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Ein Glas Rotwein, im Hintergrund weitere Flaschen. Für Kinder aus suchtbelasteten Familien kann das zum Alptraum werden

In einer Sucht-Familie aufzuwachsen bedeutet in der Regel eine schwere Bürde. Die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien macht darauf aufmerksam und versucht, dass Problembewusstsein in unserer Gesellschaft zu schärfen.

Es klingt eigentlich harmlos oder irgendwie belanglos, als würde es beiläufig dazugehören: Kinder aus suchtbelasteten Familien. Aber es ist nicht harmlos. In einer Familie groß zu werden, in der mindestens ein Erwachsener eine Suchterkrankung hat erhöht dein Risiko für verschiedene Erkrankungen: Depression, Sucht, psychische Störungen, Suizid, psychosomatische Erkrankungen.

Ich hänge es nicht an die große Glocke, aber ich bin selber Kind einer suchtbelasteten Familie. Mein Stiefvater war Alkoholiker. Schwerer, wie ich meine, obwohl er nur Bier soff. Er war nicht gewalttätig im physischen Sinne. Er hat uns und seine Frau, unsere Mutter nicht geschlagen. Aber verbal abgewertet, sein Gift, seine destruktive Negativität über uns ausgegossen. In diesem Sinne war es Gewalt. Auch nicht liebevoll, abwesend, berauscht, unzugänglich, stinkend und herabwürdigend zu sein ist eine Form von Gewalt. Wenn dies innerhalb einer Familie geschieht, leiden alle. Suchterkrankungen sind Familienerkrankungen. Nur finden sie meistens hinter verschlossenen Türen statt. Scham spiel eine Rolle, der schöne Schein, der Selbstbeschiss, die grundsätzliche Unehrlichkeit, Hilflosigkeit, Abhängigkeit, Dunkelheit.

Aber gibt es Hilfe. Heute mehr, denn je, als damals, als ich klein war.
Deshalb mache ich an dieser Stelle auf die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien aufmerksam. Für mich ist das ein wichtiges, ein unterschätztes und für viele teils unbekanntes Thema.

Erhöhte gesundheitlich Risiko für Kinder aus Suchtfamilien

Kinder aus suchtbelasteten Familien stehen vor einer Vielzahl an Herausforderungen, die ihre psychische und physische Gesundheit beeinträchtigen können. Hier sind einige statistische Erkenntnisse und Forschungsergebnisse, die das Ausmaß der Problematik verdeutlichen:

  1. Erhöhtes Risiko psychischer Erkrankungen: Kinder aus suchtbelasteten Familien haben ein signifikant höheres Risiko, selbst psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder posttraumatische Belastungsstörungen zu entwickeln. Studien weisen darauf hin, dass bis zu 25% der Kinder in solchen Familien im Laufe ihres Lebens eine Form von psychischer Störung erfahren.
  2. Substanzmissbrauch: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kinder später im Leben selbst zu Substanzen greifen, ist deutlich erhöht. Forschungen zeigen, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien etwa viermal so wahrscheinlich eine eigene Sucht entwickeln im Vergleich zu Kindern aus nicht-suchtbelasteten Familien.
  3. Entwicklungsverzögerungen: Es gibt Belege dafür, dass Kinder aus suchtbetroffenen Familien häufiger Entwicklungsverzögerungen aufweisen. Dies kann sowohl die sprachliche als auch die motorische Entwicklung betreffen und hat oft langfristige Auswirkungen auf die schulische und berufliche Laufbahn.
  4. Gesundheitliche Probleme: Neben den psychischen Erkrankungen sind diese Kinder auch anfälliger für physische Gesundheitsprobleme. Dazu gehören unter anderem Atemwegserkrankungen, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme. Die ständige Stressbelastung kann das Immunsystem schwächen und sie anfälliger für Infektionen machen.
  5. Schulische Probleme und soziale Isolation: Kinder aus suchtbelasteten Familien zeigen häufiger schulische Probleme. Sie haben Schwierigkeiten, den Anforderungen der Schule gerecht zu werden, was oft zu schlechteren Leistungen und höheren Abbruchraten führt. Zudem erleben sie oft soziale Isolation, da Scham und Geheimhaltung sie daran hindern, Freundschaften zu pflegen und Unterstützung zu suchen.

Diese Statistiken und Forschungsergebnisse verdeutlichen die Dringlichkeit und Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen und Unterstützungsangeboten für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Durch frühzeitige Intervention und Bereitstellung von Ressourcen können wir dazu beitragen, den Kreislauf der Sucht zu durchbrechen und diesen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien: Lichtblicke in der Dunkelheit

Jedes Kind verdient eine unbeschwerte Kindheit, voller Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. Doch die Realität für Kinder aus suchtbelasteten Familien sieht oft anders aus. Ihre Welt ist geprägt von Unsicherheit, Angst und oft auch Scham. Hier setzt die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien an – eine Initiative, die nicht nur auf die Herausforderungen, sondern auch auf die Resilienz dieser Kinder aufmerksam macht.

Die verborgene Realität

Statistiken zeigen, dass in Deutschland jedes sechste Kind unter 18 Jahren in einem Haushalt lebt, der von Sucht betroffen ist – sei es Alkohol, Drogen, Medikamente oder Glücksspiel. Diese Kinder wachsen oft in einem Umfeld auf, das von Unberechenbarkeit und Vernachlässigung geprägt ist. Sie übernehmen früh Verantwortung, manchmal auch die Rolle des Fürsorgers in der Familie. Ihre Bedürfnisse und Sorgen bleiben dabei oft unbemerkt.

Die Kraft der Aufmerksamkeit

Die Aktionswoche will diese Kinder sichtbar machen und Unterstützung bieten. Es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen: Lehrerinnen, Nachbarinnen, Verwandte und Freund*innen – wir alle können helfen, wenn wir die Zeichen erkennen und handeln. Es geht nicht darum, mit dem Finger auf Familien zu zeigen, sondern darum, eine Hand zu reichen.

Brücken bauen mit Empathie und Unterstützung

Angebote wie Beratungsstellen, Therapieangebote für die Kinder und Eltern, sowie Aufklärungsarbeit in Schulen, sind essenziell. Sie bieten nicht nur Hilfe, sondern auch Hoffnung. Erfahrungsberichte zeigen, dass frühzeitige Unterstützung und das Gefühl, nicht allein zu sein, einen enormen Unterschied machen können.

Gemeinsam stark

Als Teil der Community, gerade als Vater und als Mann, als Familienmitglied, Mensch, können wir alle einen Beitrag leisten. Ob durch das Teilen von Informationen, das aktive Zuhören oder einfach durch das Angebot einer stabilen Bezugsperson – kleine Gesten können große Wirkungen haben. Die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien ist ein Weckruf, hin zu mehr Achtsamkeit, Empathie und Unterstützung.

Mehr Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien zur unter https://coa-aktionswoche.de/

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