Wie funktioniert ein Vaterschaftstest?

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Vaterschaftstests sind ein wichtiges Mittel nicht nur in Unterhaltsfragen, sondern zum Beispiel auch für historische oder forensische Betrachtungen. Bei einer solchen Untersuchung wird genetisches Material von zwei Personen gewonnen, analysiert und die Ergebnisse anschließend verglichen. Moderne Verfahren erreichen dabei Aussagesicherheiten, die an absolute Gewissheit grenzen.

Ablauf der Untersuchung

Das Erbgut eines Kindes besteht immer zu 50 % aus genetischem Material der Mutter und zu 50 % aus genetischem Material des Vaters. Die in (fast) allen Körperzellen enthaltene DNA kann also zum Zweck der Untersuchung herangezogen werden. Dabei nutzt man üblicherweise Speichelproben mit Mundschleimhautzellen, die mittels sterilem Probestäbchen abgerieben werden. Auch Haare mit Haarwurzeln oder Blutproben eignen sich für das Verfahren. Standardisierte Testkits setzen heute fast ausschließlich auf Speichelproben.

Im Labor extrahiert man nun die DNA aus den Zellen, vermehrt diese mittels PCR und analysiert das resultierende „Amplifikat“ im Verfahren der Gelelektrophorese. Dabei können 15 bis 40 einzelne Genmarker herangezogen werden, um eine Art genetischen Fingerabdruck zu erzeugen. Stimmt dieser Fingerabdruck bei Kind und potentiellem Vater überein, kann man mit weit über 99,99 % Sicherheit von einer biologischen Vaterschaft ausgehen.

Wer darf einen Vaterschaftstest durchführen

Genetisches Material unterliegt in Deutschland einem hohen Datenschutz. Das deutsche Gendiagnostikgesetz schreibt vor, dass Vaterschaftstests ausschließlich mit Zustimmung aller Beteiligten durchgeführt werden dürfen. Heimliche Untersuchungen, die z. B. den potentiellen Vater oder die Mutter über die Durchführung im Dunkeln lassen, sind gesetzeswidrig. Darüber hinaus werden illegal durchgeführte Tests von Gerichten nicht anerkannt.

Wenn sich eines der (möglichen) Elternteile weigert, dem Test zuzustimmen, bleibt als Ausweg immer noch der Weg vor Gericht. Dieses stimmt einem Antrag auf einen Vaterschaftstest des gesetzlichen Vaters in der Regel zu, wenn dabei das Kindeswohl nicht gefährdet ist. Für einen gerichtsfesten Test ist außerdem notwendig, dass eine unabhängige Person (z. B. ein Arzt oder Mitarbeiter des Jugendamtes) die Probenahme durchführt. Manipulationsversuche werden auf diesem Weg von vornherein ausgeschlossen.

Woher bekommt man einen Test?

Der einfachste Weg ist, einen Vaterschaftstest online machen zu lassen. Natürlich erfolgt hier keine Probenahme über WLan. Stattdessen bucht man die Durchführung des Tests und erhält ein Testkit zugeschickt. Unter welchen Umständen dieses genutzt werden darf, ist im obigen Abschnitt erklärt – bitte vergewissern Sie sich hierbei der Einhaltung der juristischen Bedingungen des Tests, ansonsten drohen empfindliche Geldstrafen.

Die Qualität der Tests erkennt man vor allem daran, dass sie in zertifizierten Online-Apotheken zu bestellen sind. Diese Unternehmen werden von approbierten Apothekern betrieben, welche für Qualität und Sicherheit der Angebote geradestehen. Die dabei zum Einsatz kommenden Labors verfolgen dabei nicht nur intensive Qualitäts- und Sicherheitsstandards, sondern garantieren den Kunden auch absolute Diskretion und höchsten Datenschutz bezüglich ihrer genetischen Informationen. Eingeschicktes Probematerial wird nach der Untersuchung vollständig vernichtet.

Fazit

Wer einen professionellen Vaterschaftstest durchführen lässt, kann sich des Ergebnisses hinterher sehr sicher sein. Dafür ist allerdings die Einwilligung aller Beteiligten notwendig. Noch ein kleiner Hinweis: Geht es um ein gerichtliches Vaterschaftsgutachten, so obliegt dem Gericht, welchen Test es anerkennen möchte. Auch ein hochwertiger Online-Test kann in diesem Fall möglicherweise den Ansprüchen des Richters nicht genügen. Geht es bei der Untersuchung also zum Beispiel um die Klärung von Unterhaltsansprüchen, empfiehlt es sich, vorher Erkundigungen einzuholen, welche Tests gefordert werden.

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