Kinder beim Zahnarzt – Vollnarkose oder lokale Betäubung?

Zahnarzt-Ordination Dr. Barbara Lenhard

Um den Gang zum Zahnarzt oder zur Kinderzahnärztin kommt nun mal niemand herum. Irgendwann ist der Moment da, an dem man seinen Kindern offenbaren muss, dass der heute der Zahnarzt auf dem Programm steht. Je, früher, je besser. Unser Kleine hat keine Angst, aber es wurd ja auch noch nicht gebohrt oder ein Zahn gezogen. Was, wenn doch?

Ängste nehmen – Vollnarkose oder lokale Betäubung?

Eine lokale Betäubung kann für Kinder, deren Zähne vom Zahnarzt intensiver behandelt werden müssen, durchaus zu lebenslangen Ängsten führen. Die Angst vor einer Spritze sitzt bestimmt auch vielen Erwachsenen noch inne. Das würde das Verhältnis zwischen Zahnarzt und Kind natürlich nachhaltig belasten. Da bietet sich die Möglichkeit einer schonenden Vollnarkose als Alternative an, zumal diese als absolut ungefährlich gilt. Allerdings würde man hier gefühlt mit Kanonen auf Spatzen schießen, denn letzten Endes ist in den meisten Fällen eigentlich nicht mehr nötig als nur eine lokale Betäubung und somit ein kleiner Pieks. Außerdem soll das Kind auch lernen sich und seine Ängste zu überwinden, schließlich wird es in Zukunft ebenfalls unangenehme Situationen aushalten müssen. Da bis zu 15% der deutschen Kleinkinder an schweren Zahnproblemen leiden, stehen viele Eltern vor genau diesem Konflikt – Vollnarkose oder Spritze?

Es gibt durchaus einfühlsame und auf Kinder spezialisierte Zahnärzte, die sich Zeit nehmen, den Kleinen das Prozedere der Behandlung zu erklären und ihnen so die Ängste zu nehmen. Wer selbst den höhenverstellbaren Stuhl ausprobieren oder die Munddusche betätigen darf, hat im Anschluss deutlich weniger Angst. Es gibt zudem betäubende Oberflächengels, die beispielsweise nach Banane oder Kirsche schmecken. Diese bewirken, dass die Kleinen den Einstich der Betäubungsspritze nicht spüren und entspannter an die Behandlung herangehen. Die Bohrgeräusche können im Anschluss durch den Einsatz von Kopfhörern ausgeblendet werden. Oft können Ängste also durch den Einsatz einfacher Mittel vermieden werden. Eine Vollnarkose ist also nicht bei jedem Kleinkind notwendig.

Was sollten Eltern beachten?

Ob man seinem Spross im Kleinkindalter zur Behandlung der Milchzähne schon eine Vollnarkose zumutet, ist sicherlich jedem selbst überlassen. Auch wenn diese als ungefährlich gilt, bleibt dabei immer ein geringes Restrisiko. Dieses sollte man nur in Ausnahmefällen eingehen, wenn der Zahnschmerz wirklich groß ist. Ich denke es ist wichtig, dass man seinem Zahnarzt vertraut und dieser sich mit den kleinen Patienten auseinandersetzt und die Eltern genau aufklärt. Den Zahnarzt des Vertrauens sollte man in Ruhe aussuchen und darauf achten, ob dieser auch auf Kinder spezialisiert ist. Dazu gehören zum Beispiel Spielzeug im Wartezimmer und kindgerechte Betäubungsmittel, sowie ausreichend Zeit und ein empathisches Wesen. Selbstverständlich ist auch wichtig, dass Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und nicht über den Gang zum Zahnarzt stöhnen.

Foto: © Bestimmte Rechte vorbehalten von quickpete

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1 Kommentar zu Kinder beim Zahnarzt – Vollnarkose oder lokale Betäubung?

  1. Vollnarkose oder lokale Betäubung bei Kinderbehandlungen, vor dieser Frage stand ich auch mit meiner Kleinen bei ihrem ersten Zahanrztbesuch. Bevor ich eigenständig eine Entscheidung gefällt habe, habe ich mich erst beim Zahnarzt beraten lassen. Glücklicherweise steht bereits im Internet eine Menge dazu.

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