Gil Ofarims Kampf im Dschungelcamp aus männlicher Sicht

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Gil Ofarim ist nicht die simple „Mobber-Opfer-Story“, sondern ein komplexer, vielschichtiger Fall. Seine Haltung im Camp wird geteilt wahrgenommen – und teils verteidigt, teils kritisch bewertet. Durch sein hartnäckiges Schweigen zeigt sich, was für ein schwieriger Charakter dieser Mann eigentlich ist.

Männliche Stärke zeigt sich nicht nur im Angriff. Sie zeigt sich auch im „Containment„: im Aushalten, im Regulieren, im Nicht-Zurückschlagen.

Ofarim spricht wenig. Und genau dadurch passiert etwas Entscheidendes:
Er nimmt dem Raum die Eskalation. Er entzündet kein Feuer. Er gießt kein Öl. Er stellt sich nicht über andere. Er zieht niemanden in den Dreck.

Psychologisch ist das hochspannend.

Denn Schweigen ist hier kein Wegducken, sondern eine Haltung.
Eine, die sagt: Ich halte das aus, ohne euch zu belasten.

Denn in der 19. Staffel von ICH BIN EIN STAR – HOLT MICH HIER RAUS! wurde er dauernd massiv angegriffen, ausgregrenzt und unter Druck gesetzt. Er wurde von „Ariel“ als Verbrecher herabgewürdigt, ständig provoziert und sein Nein nicht respektiert. Andere, wie ich, wären längst ausgerastet und hätten zurückgeschrien. Mindestens. Gil Ofarim aber nicht. Er zeigt im Dschungelcamp ein sehr reguliertes Nervensystem und bliebt ruhig. Obwohl der litt, man sah ihm seine Verzweiflung an.

Ich bin übrigens Dschungelcamp-Fan der ersten Stunde. Man sieht Gruppendynamik und erfährt etwas über unsere sozialen Masken und die Funktionsweise des Medienbetriebs.

Nicht alles sagen – ein Geheimnis bleiben

Beschützen heißt manchmal, andere nicht mit der eigenen Geschichte zu belasten.
Nicht jede Wahrheit muss ausgebreitet werden. Nicht jeder Konflikt muss öffentlich ausgetragen werden.

Gil Ofarim tat genau das:

  • Er wäscht keine schmutzige Wäsche.
  • Er benennt keine Schuldigen.
  • Er instrumentalisiert niemanden.

Damit schützt er – paradoxerweise – nicht nur sich, sondern auch die Gruppe.
Das ist ein klassisch männlicher Impuls, der oft missverstanden wird:
Ich halte das, damit die Gruppe weiter funktioniert.

Für das Team da sein, statt sich selbst zu inszenieren

Im Dschungelcamp zeigt Gil Ofarim etwas, das in toxischen Umgebungen selten ist: Kooperation ohne Kalkül.

Er arbeitet mit.
Er hilft.
Er ordnet sich ein.
Er ist sich für nichts zu schade.

Das ist keine Unterwerfung.
Das ist Bindungsarbeit.

Männer, die so handeln, stabilisieren Gruppen. Sie sind die, die mit anpacken, wenn es unangenehm wird. Die nicht fragen: Was bringt mir das?
Sondern: Was braucht es jetzt?

Ein reguliertes Nervensystem inmitten des Strums

Vielleicht der wichtigste Punkt – gerade aus gesundheitlicher Sicht:
Gil Ofarim wirkt reguliert.

Während andere eskalieren, vorwerfen, meckern, ausgrenzen, bleibt er ruhig.
Nicht bitter. Nicht hart. Sondern präsent.

Ein reguliertes Nervensystem wirkt anziehend. Menschen spüren Sicherheit.
Und Sicherheit ist die Grundwährung von Vertrauen. Unsicherheit aber der Nahrstoff für Krawall, Lautstärke, Vorwurf und Du-Botschaften.

Das erklärt, warum viele Zuschauer ihn nicht trotz, sondern wegen seines Schweigens unterstützen. Er wird zur Projektionsfläche – ja. Aber zu einer, auf die Menschen Stabilität und Friedfertigkeit projizieren.

Warum Gil Ofarim für viele Männer Vorbild sein darf

Nicht, weil alles geklärt ist. Nicht, weil es keine offenen Fragen gäbe. Nicht, weil er ohne Fehler wäre.

Sondern weil hier ein Mann steht, der sagt – ohne es auszusprechen: Ich bleibe bei mir. Ich bleibe respektvoll. Ich bleibe Präszenz. Aber ich habe Grenzen.

In einer Zeit, in der Lautstärke, Empörung und moralische Selbstüberhöhung belohnt werden, ist das eine Gegenbewegung. Und eine notwendige. Ich habe Grenzen.

Viele Kritiker wünschen sich ein öffentliches Schuldbekenntnis in klaren Worten. Das ist verständlich. Aber psychologisch betrachtet gibt es noch eine andere Dimension:

  • Manchmal ist Halten wichtiger als Erklären.
  • Manchmal ist Würde wichtiger als Rechtbehalten.
  • Manchmal ist Standing wichtiger als Narrative.

Am Ende bedankt sich Ofarim bei allen.
Das ist kein PR-Move.
Das ist eine Haltung.

Und genau deshalb habe die Zuschauer für Gil Ofarim gestimmt. Nicht aus Blindheit, oder weil er das Opfer wäre. Sondern um ihn und das Verbundene zu stärken. Und ihm, wie er es sich erbat, eine 2. Chance zu geben. Und die haben wir alle verdient. Oder?

Gil Ofarim bleibt eine umstrittene Persönlichkeit. Aber wer will in seinen Kopf schauen, in sein Herz? Wer ist in seinen Schuhen gelaufen? Wer maßt sich an, besser zu wissen, als er, warum er was macht? Diskutieren wir weiter (mit ihm). Aber sehen wir auch seine Leistung. Die Abkehr von Hass und Verachtung, die Handreichung und das Verzeihen, weil dies das Beste für alle ist.

Arm ist, wer weder nette Wortenoch ein Lächeln zu verschenken hat!

Unbekannt

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Papalapapi

Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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