Schule als Stressfaktor

Schule als Stressfaktor Graffiti

Bei Markus Lanz diskutierten Richard David Precht und der ehemalige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, der Pädagoge Josef Kraus über unser Schulsystem, das beide von unterschiedlichen Seiten kritisieren. Schule als Stressfaktor kam zwar nicht vor, aber die Lage ist als schwierig zu betrachten. Mein Kind, das nun in die 3. Klasse gekommen sit, tut mir Leid. Weshalb, lest hier hier.

Schule ist halt Scheiße so wie sie ist. Die Lehrer reden ständig alles schön, würden aber selber gerne später anfangen. Und so geht es weiter. Alle über einen Kamm, der Lernstoff muss halt rein. Dabei gibt es einfach Menschen, die sich für Mathe gar nicht interessieren, die ganze andere Kompetenzen haben. Aber, nein. Meine Schule ist das nicht und wird es in dieser Form auch nicht sein.

Der ehemalige Lehrer Josef Kraus zeigte in der Lanz-Sendung vom 31. August 2017 die typisch anmaßende Haltung verbeamteter, langedienter Pädagogen – Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt: Und was Eltern jetzt wissen müssen – die nur als unerträglich zu bezeichnen ist, und brutale Leistungsorientierung. Alles andere interessiert ihn nicht. Er kritisiert die Schule dahingehend, dass sie Kinder entlässt, die nicht ausreichend ausgerüstet und gebildet sind. Auf Basis des bestehenden Systems verlang er höhere Ansprüche und eine ehrgeizigere Schule.

Ehrgeiz und Schulreformen

Irgendwie scheinen sich aber alle einzig zu sein, dass Schulreformen notwendig sind. Die einen wollen mehr Kompetenz für den Bund, die anderen, wie Kraus, die föderalen Strukturen in Schule und Bildung unter allen Umständen aufrecht erhalten. Vielleicht deshalb sind die meisten Reformen halbherzig und unwissenschaftlich. Es geht mehr ums Bewahren als um Zukunftsfähigkeit. Dabei haben viele Lehrer/innen das richtige Leben gar nicht wirklich kennengelernt. Manchmal habe ich den Eindruck, die leben in einer Art Kokon – den wir anderen auch noch finanzieren.

Wenn dann die kleinen nachhause kommen und Symptome zeigen, weil sie keinen Bock auf diese ganze Scheiße haben, auf Gruppendruck, Hausaufgaben, blöde Lehrer, blöder Stoff, blödes Bodenturnen, dann bin ich ziemlich sauer auf den Laden. Aber was willst du machen?

Bei uns im Stadtteil gibt es eine Reformschule, in der die Kinder ganz anders lernen. Hier fällt Schule als Stressfaktor komplett aus. Es ist eine offizielle Stadtteilschule und wegen des Ansatzes überlaufen. Für meine Tochter wäre es wohl das Richtige. Meine Kleine hat viele Talente, die aber bisher in der Schule nicht zum Tragen kommen. Könnte jetzt mehr darüber erzählen, aber Mathe und Leichtathletik gehören nicht dazu.

Was soll denn dieser Scheiß, dass sie angeblich zu langsam läuft und sich deshalb mies fühlen muss? Warum muss sie ein schlechtes Gefühl bekommen, weil sie einen anderen, als einen abstrakten Zugang zum Rechnen hat? Das weiß keiner. Der Konkurrenzdruck, der teilweise natürlich ist, aber den diese Schule geradezu befördert und der mitverantwortlich für die Entsolidarisierung in unserer Gesellschaft ist, tut ein Übriges.

Ich bin sehr fest davon überzeugt – und praktisch alle wissenschaftlichen Studien zum Lernen, Biorhythmus und Individualität bezeugen es – dass die Schule, wie sie sich heutzutage darstellt ein Relikt aus vergangenen Jahrhunderten ist und uns Menschen nicht gerecht wird.

Schule als Stressfaktor – muss das wirklich sein?

Es ist vieles besser geworden, seit ich zu Schule gegangen bin. Als Elternrat bekomme ich mehr mit als andere Eltern. Aber die Fortschritte sind vergleichsweise bescheiden.

Was der Fernsehphilosoph (FAZ) Richard David Precht in seinem Buch Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern offenbar nicht der Weisheit letzter Schluss, aber seine Ansätze, die er zuletzt bei Markus Lanz vertrat, sind nachvollziehbar und diskussionswürdig, sehr menschlich und visionär. Und genau das fehlt der Schule voll und ganz. Sie befördert ein angepasstes, visionsloses Leben mit viel Sicherheit und wenig Kreativität und Lebendigkeit.

Ergebnis der DAK-Studie: Fast die Hälfte aller Schüler leidet unter Stress

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