Männerwürde

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Männerwürde klingt komisch, ist aber genau so. Natürlich haben alle Menschen, alle Lebewesen Würde und diese ist „unteilbar“. Aber was Udo Bear in diesem Buch Männerwürde – Laut und leise, stark und zart – ein Handbuch damit meint, versuche ich an dieser Stelle für euch zu ergründen.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Fragt sich der Mann: Wer bin ich eigentlich? Und wenn ja, warum weiß ich es nicht? Im Hamsterrad der Erwartungen rennen viele Männer bewusst wie unbewusst vermeintlichen Idealen hinterher: Der perfekte Sohn, der ideale Ehemann, der beste Vater aller Zeiten, der leistungsfähigste Mitarbeiter überhaupt und sportlich nicht zu toppen. Dahinter verbirgt sich eine unablässige Suche nach Identität, nach Wertschätzung und Würde innerhalb der eigenen Familie, dem Freundeskreis und der Gesellschaft. Denn Würde ist nicht gegeben – sie entsteht, wenn Menschen andere würdigen und wenn sie von anderen gewürdigt werden.

Udo Baer zeigt anhand von Fallbeispielen und intimen Geschichten aus seiner langjährigen Praxis anschaulich, welchen Verletzungen und Traumatisierungen Männer in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind. Und er bietet praktische Hinweise und konkrete Hilfestellungen, wie Männer den Weg zu einem würdevollen Leben finden.

Udo Baer, geb. 1949, Dr. phil., ist Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut AKL, Mitbegründer und Wissenschaftlicher Berater der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für soziale Innovationen (ISI) sowie des Instituts für Gerontopsychiatrie (IGP), Vorsitzender der Stiftung Würde, Mitinhaber des Pädagogischen Instituts Berlin (PIB) und Autor zahlreicher Bestseller. Mehr Information unter www.baer-frick-baer.de

Männer können seine Gefühle nicht zeigen*

Diese Überschrift ist Titel einer von mir sehr geschätzten Scheiben der legendären Hamburger Band *Fischmob. Udo Bear geht in seinem Buch von der Männerwürde selbstverständlich auf „Männergefühle“ ein. „Haben Männer weniger Gefühle?“ Natürlich ist seine Antwort Nein, aber irgendwie haben das noch nicht alle Menschen mitbekommen. „Aus der mangelnden Sichtbarkeit von Männergefühlen zu schließen,, dass Männer keine Gefühle haben, stimmt nicht. Viele Männer haben für Gefühle zunächst kaum differenzierte Wort.“

Genau das ist auch meine Thema: Sprache und Kommunikation, und wie wichtig diese Dinge tagtäglich sind, da alles und alle miteinander in Beziehung sind. Und es eben mehr Gefühle gibt, als wir scheinbar Worte dafür haben. Baer schreibt: „Wer etwas dafür tut, seine Gefühle ernst zu nehmen und diese mit anderen Menschen zu teilen, bewirkt eine Verbesserung seiner Beziehungen und seiner Beziehungsfähigkeit.“

Und meine Meinung dazu ist, dass wir Männer das lernen sollten – vor allem wenn wir Väter sind. Denn gute Beziehungen zu unseren Kindern und zu ihrer Mutter sind wesentlich für das Bedeihen nicht unserer Kindern, sondern des ganzen Planeten. Insofern ist dieses Buch sehr hilfreich auf dem Weg von uns Männern, kontinuierlich an unserer Beziehungsfähigkeit zu arbeiten.

Ich halte mich in dieser Buchbesprechung bei den Männergefühlen so lange aus, weil ich glaube, dass es ein zentrales Thema ist. Für uns alle, für uns Männer im Besondern. Und das hier auch ein Schwerpunkt dieses Buches, das aber noch viel mehr Kapitel bereithält.

Wie schon erwähnt, sind Beziehungen offenbar mein Lebensthema. Und ich wünsche mir, dass wir uns alle mehr, intensiver und klarer damit beschäftigen. Deshalb hier noch ein Absatz aus Seite 88 zu Thema Gefühle:
„Gefühle haben einen Sinn. Sie regeln die Beziehungen zu anderen Menschen, vor allem die spontanen Beziehungen zu anderen. Wenn wir uns über etwas ärgern, wollen wir etwas verändern. Wenn wir lieben oder Sympathie empfinden, wollen wir uns mit jemanden näher verbinden. Die Sehnsucht treibt uns an, und das Mitgefühl für andere gibt uns den Impulse, die zu unterstützen. Angst hilft uns, zu vermeiden, dass wir oder andere in Gefahr geraten. Scham bewirkt verstecken und Rückzug. Hass vernichtet. Liebe zieht zu jemanden hin und Freundschaft verbindet.“

Theresa Amrehn, geboren 1985 in Würzburg, ging nach ihrer Ausbildung zur Kirchenmalerin auf die Walz. In den Jahren 2007 bis 2011 bereiste sie in traditioneller Kluft die Länder Deutschland, England, Österreich, Spanien und die Schweiz. Heute lebt sie als „Einheimische“ im bergischen Land.

Diese Überschrift ist Titel einer von mir sehr geschätzten Scheiben der legendären Hamburger Band *Fischmob. Udo Bear geht in seinem Buch von der Männerwürde selbstverständlich auf „Männergefühle“ ein. „Haben Männer weniger Gefühle?“ Natürlich ist seine Antwort Nein, aber irgendwie haben das noch nicht alle Menschen mitbekommen. „Aus der mangelnden Sichtbarkeit von Männergefühlen zu schließen,, dass Männer keine Gefühle haben, stimmt nicht. Viele Männer haben für Gefühle zunächst kaum differenzierte Wort.“

Genau das ist auch meine Thema: Sprache und Kommunikation, und wie wichtig diese Dinge tagtäglich sind, da alles und alle miteinander in Beziehung sind. Und es eben mehr Gefühle gibt, als wir scheinbar Worte dafür haben. Baer schreibt: „Wer etwas dafür tut, seine Gefühle ernst zu nehmen und diese mit anderen Menschen zu teilen, bewirkt eine Verbesserung seiner Beziehungen und seiner Beziehungsfähigkeit.“

Und meine Meinung dazu ist, dass wir Männer das lernen sollten – vor allem wenn wir Väter sind. Denn gute Beziehungen zu unseren Kindern und zu ihrer Mutter sind wesentlich für das Bedeihen nicht unserer Kindern, sondern des ganzen Planeten. Insofern ist dieses Buch sehr hilfreich auf dem Weg von uns Männern, kontinuierlich an unserer Beziehungsfähigkeit zu arbeiten.

Ich halte mich in dieser Buchbesprechung bei den Männergefühlen so lange aus, weil ich glaube, dass es ein zentrales Thema ist. Für uns alle, für uns Männer im Besondern. Und das hier auch ein Schwerpunkt dieses Buches, das aber noch viel mehr Kapitel bereithält.

Wie schon erwähnt, sind Beziehungen offenbar mein Lebensthema. Und ich wünsche mir, dass wir uns alle mehr, intensiver und klarer damit beschäftigen. Deshalb hier noch ein Absatz aus Seite 88 zu Thema Gefühle:
„Gefühle haben einen Sinn. Sie regeln die Beziehungen zu anderen Menschen, vor allem die spontanen Beziehungen zu anderen. Wenn wir uns über etwas ärgern, wollen wir etwas verändern. Wenn wir lieben oder Sympathie empfinden, wollen wir uns mit jemanden näher verbinden. Die Sehnsucht treibt uns an, und das Mitgefühl für andere gibt uns den Impulse, die zu unterstützen. Angst hilft uns, zu vermeiden, dass wir oder andere in Gefahr geraten. Scham bewirkt verstecken und Rückzug. Hass vernichtet. Liebe zieht zu jemanden hin und Freundschaft verbindet.“

Zwischen gebrochenem Herz und ungelebten Leben

Viele Sätze in diesem Buch habe mich berührt. Die Themen-Auswahl ebenfalls. Sie macht tiefen Sinn. Hier geht es eben nicht um Philosophie oder Theorien, hier geht es um das konkrete und richtige Leben von Männern in Zeiten wie diesen.

„Zum Weg der Männerwürde gehört, auch das ungelebte Leben, das leben möchte zu würdigen.“ Gemeint sind hier unerfüllte Träume und Sehnsüchte, nicht gegangene Wege, der andere Teil unserer Entscheidungen. „Vielleicht ist der Himalaya nicht das Entscheidende, sondern die Sehnsucht, eine Herausforderung zu bestehen.“ Auch um diese Klarheit geht es hier: Worum geht es eigentlich bei den Dingen, die leben möchten, die wir bereuen, die wird unbedingt sehen oder erleben wollen?

Im drauf folgenden Kapitel geht es um die Selbstwirksamkeit, die für Männer manchmal eine besondere Stellung einnimmt. Aber natürlich für jeden Menschen wichtig ist. Ich will an dieser Stelle darauf nicht eingehen. Am Ende müsste ich alle Kapitel und beinahe das ganze Buch in dieser Besprechung abbilden und kommentieren. Das sprengt aber natürlich den Rahmen, denn in dem Buch ist jedes Kapitel sinnvoll, spannende und erhellend.

Aber ein Kapitel, das mir sehr am … Herzen liegt, ist „Das gebrochene Herz„. Hier geht es auch wieder um Gefühl, um Trauer, Enttäuschung und Zorn. Und darum, dass viele Männer diese Gefühle nicht ausdrücken und vor allem nicht teilen wollen, mit Freunden, mit anderen Menschen. Das ist aber wichtig, dass Männer genau das lernen – gut zu sich sein, emotionale und soziale Kompetenz. Männerwürde hilft dabei unmittelbar.

Denn wir lesen Sätze wie diesen: „Gefährlich, manchmal lebensgefährlich ist es, zu schweigen und den eigenen Körper und die Seele zu missachten. Viele Männern kennen solche Missachtung und nicht deren Gegenteil, die Würdigung. Sie haben sie übernommen, weil sie selbst entwürdigt worden sind.“ Genau. Davon kann ich ein Lied singen, denn mein Stiefvater war ein Säufer. Lasst uns deshalb gemeinsam an etwas arbeiten, das gut für uns alle ist: An uns selbst, am Mannsein und an der Männerwürde.

Fazit

Ach, in diesem Buch ist noch so viel mehr zu finden. Es ist voller Erfahrung und heilsamen Geschichten und Erkenntnissen. Männer, kauft euch dieses tolle Männerbuch! Und ihr Frauen, ihr auch. Ihr werdet nicht nur eure Männer und eure Beziehung zu ihnen besser verstehen lernen, ihr werdet auch wertvolle Erkenntnisse über euch selber gewinnen. So verschieden sind Männer und Frauen nun auch nicht. Das Buch Männerwürde sensibilisiert für spezifische Probleme, die Männer mit sich selber haben. Eines der sinnvollsten Bücher, die ich zum Thema Männer in letzter Zeit gelesen habe.

Am Ende des Buches in Kapitel 7. finden sich Arbeitsblätter zum Selberaufüllen. Es geht hier, wie im Grund im gesamten Buch – wie auch in diesem meinem Vater- und Männerblog – um die „männliche Identität“. In diese Arbeitsblätter notierte Mann seine „Wunden“ und was einem hier hilft. Mann notiert, wem oder was man Stopp sagen möchte und wie das am besten geht. Mann schreibt seine Widersprüchlichkeiten – eins der Wesensmerkmale von uns Menschen – auf und notiert dazu experimentell Dinge dazu, die man auch noch braucht. Hat man auf einer weiteren List seine eigenen sieben Kostbarkeiten notiert, wagt man sich an die Belastungspyramide und am Ende schreibt man in eine List, was „Stark“ für einen ist.

Der Weg der Männerwürde ist universell, unabdingbar und dieses Buch von Udo Bear kann dabei helfen.

Männerwürde – Laut und leise, stark und zart – ein Handbuch

von Udo Baer 
Buch hier kaufen
240 Seiten, Herder Verlag GmbH (8. März 2021)
ISBN 3451032775
Taschenbuch 20,- Euro

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1 Comment

  1. Matt 11. Juni 2021 at 18:43

    Hi Mark,
    ließt sich interessant, werde ich mal auf meine Leseliste setzen. Danke für den Tipp!

    Lg Matt

    Reply

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