Unterstützung während der Pubertät von Jesper Juul

Buchcover: Es gibt keine unerreichbaren Jugendlichen! Wie wir mit unseren Kindern in Beziehung bleiben.

Jesper Juul ist leider schon verstorben, aber sein reichhaltiges und wichtiges Werk besteht weiter fort. So kommt es, dass posthum noch neue Bücher von dem Familientherapeuten erscheinen. Bei „Es gibt keine unerreichbaren Jugendlichen!“ hat der Gründer von familylab in Deutschland, Mathias Voelchert, den Inhalt aus verschiedenen Vorträgen von Jesper Juul zusammengestellt. Es ist also ein echtes Original.

Warum geht es und was sind nicht erreichbare Jugendliche?

Ja, es gibt Jugendliche, die als unerreichbar angesehen werden können. Dieser Begriff wird oft verwendet, um Jugendliche zu beschreiben, die Schwierigkeiten haben, sich in das Bildungs- und Erziehungssystem einzufügen oder die sich rebellisch, desinteressiert oder problematisch verhalten.

Es ist wichtig anzumerken, dass der Begriff „unerreichbar“ subjektiv ist und von verschiedenen Personen unterschiedlich interpretiert werden kann. Was für eine Person als unerreichbar erscheinen mag, kann für eine andere Person herausfordernd, aber erreichbar sein.

Es gibt verschiedene Faktoren, die dazu beitragen können, dass Jugendliche als unerreichbar angesehen werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  1. Soziale Umstände: Jugendliche, die in benachteiligten sozialen Verhältnissen aufwachsen, können aufgrund von Problemen wie Armut, familiären Konflikten oder mangelnder Unterstützung ein höheres Risiko haben, als unerreichbar betrachtet zu werden.
  2. Bildungsprobleme: Jugendliche mit Lernschwierigkeiten oder Bildungslücken können Schwierigkeiten haben, mit dem Unterricht Schritt zu halten. Dies kann zu Frustration führen und ihr Interesse und ihre Motivation verringern.
  3. Verhaltensprobleme: Jugendliche, die Verhaltensprobleme haben, wie zum Beispiel Aggressivität, Disziplinlosigkeit oder Drogenmissbrauch, können als unerreichbar angesehen werden, da ihr Verhalten den Lern- und Entwicklungsprozess behindern kann.
  4. Mangelnde Motivation: Einige Jugendliche können aufgrund persönlicher Umstände, fehlendem Interesse oder fehlender Perspektiven demotiviert sein und daher als unerreichbar erscheinen.

Es ist wichtig zu betonen, dass kein Jugendlicher grundsätzlich unerreichbar ist. Jeder Jugendliche hat das Potenzial, sich positiv zu entwickeln und zu lernen, wenn angemessene pädagogische Ansätze und Unterstützung bereitgestellt werden. Es erfordert oft individuelle Aufmerksamkeit, Geduld, alternative pädagogische Methoden und eine ganzheitliche Herangehensweise, um den Bedürfnissen dieser Jugendlichen gerecht zu werden.

Es gibt verschiedene pädagogische Ansätze und Programme, die darauf abzielen, Jugendlichen zu helfen, die als unerreichbar angesehen werden. Dazu gehören zum Beispiel alternative Schulmodelle, Berufsorientierungsprogramme, Mentoring-Programme, therapeutische Interventionen und soziale Unterstützungssysteme.

Es ist wichtig, dass pädagogische Fachkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie die Gesellschaft als Ganzes den Glauben an das Potenzial und die Fähigkeiten aller Jugendlichen bewahren und ihnen die notwendige Unterstützung und Ermutigung bieten, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Der Ansatz im vorliegenden Buch

Für mich gibt es eine Passage, in der alles, was in diesem Buch wesentlich ist drinsteckt. Was heißt im Buch? Im Leben – und in unserem erwachsenen Umgang mit unseren Jugendlichen, mit unseren heranwachsenden und fast erwachsenen Kindern. Und die lautet:

„Die ganze Sache klappt nur, wenn Sie aus ehrlichem Respekt vor der kindlichen bzw. menschlichen Würde und Integrität handeln. Sie funktioniert nicht als Methode, um Ihren Willen durchzusetzen. Wenn Kinder als Objekte behandelt werden, neigen sie zum Widerstand, und wenn sie manipuliert werden, antworten sie ebenfalls mit Manipulation.

Ein Kind, das mit der Erfahrung aufwächst, ernst genommen und respektvoll behandelt zu werden, das lernt, der Weisheit und Erfahrung seiner Eltern sowie anderer Erwachsener vertrauen zu können, wird sich gesund entwickeln und Zugang zu seinem inneren Selbst haben. Es ist, mit anderen Worten, höchst unwahrscheinlich, dass dieses Kind irgendetwas oder irgendjemandem zum Opfer fällt.“

Hier erkennen wir ganz deutlich die Handschrift von Jesper Juul. Seine Haltung, seine Arbeitsweise, sein Wertesystem. Er konnte es einzigartig auf den Punkt bringen in Fragen des familiären Zusammenlebens und im Umgang mit unseren Kindern. Ihm gebührt nach wie vor großen Dank

Als Elternteil seine eigene Haltung überdenken?

Stürmische Zeiten gemeinsam meistern

Was tun, wenn Kinder nicht mehr mitmachen? Wenn es nicht einmal mehr heftige Auseinandersetzungen gibt, weil sie sich vollständig entziehen und man das Gefühl hat, sie überhaupt nicht mehr erreichen zu können?

Jesper Juul empfiehlt in solchen Fällen, die eigene Haltung zu überdenken. Er argumentiert leidenschaftlich dafür, kein Kind »schwierig« zu machen oder es gar aufzugeben. Selbst mit Heranwachsenden, die komplett aus der Norm ausscheren, ist immer noch ein echter Dialog möglich.

Eltern, Schulen und alle, die mit ihnen zu tun haben, müssen ihre Verantwortung wahrnehmen, statt diese an die Kinder abzugeben. Schon vor der Pubertät ist eine Beziehung auf Augenhöhe gefragt: Wenn sich Erwachsene als gelassene Sparringspartner anbieten, können sie Kinder und Jugendliche wieder erreichen und vertrauensvoll und einfühlsam ins Leben begleiten.

Es gibt keine unerreichbaren Jugendlichen! Wie wir mit unseren Kindern in Beziehung bleiben.

von Jesper Juul
Buch hier kaufen
160 Seiten, Kösel-Verlag März 2023
ISBN 3466311993
Gebundenes Buch 18,- Euro

Leseprobe Es gibt keine unerreichbaren Jugendlichen!

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