Woke Shitstorm um Winnetou

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»Der junge Häuptling Winnetou« vom Markt genommen. Warum? Weil der renommierte Kinderbuchverlag Ravensburger Angst davor hat, durch einen Social-Media-Shitstorm der selbstgerechten Vertreter der „Cancel Culture“ Gewinneinbußen verzeichnen zu müssen. Oder was?

Die vergangenen Tage wurde viele Argumente um den angeblichen Rassismus Karl Mays, den Völkermord an den amerikanischen Ureinwohner und die Rolle des Roman-Indianers, den Kolonialismus im 19. Jahrhundert und die kulturelle Aneignung durch eine wirre Kollage aus Westerns-Klischees in Buch und Film in Deutschland. Meine Fresse.

Ich habe ein paar erhellende Links zum Thema unter angehängt, um mich ständig alle Argumente zu wiederholen. Aber was war eigentlich passiert? Demnächst erscheint der Kinderfilm „Der junge Häuptling Winnetou“ in den Kinos und das Begleitbuch dazu wurde aus Gründen vom Ravensburger Verlag zurückgezogen. Schon bricht die los die Verbotsdebatte und es tobt ein erbitterter Streit im Netz, wenn denn jetzt der bessere Mensch wäre: Derjenige, der die zauberhaften Indianerhäuptling liebt oder diejenigen, die seinen Erfinder samt Filmemacher als Rassisten und Kolonisten, und überhaupt als Arschgeigen sehen?

Ich frage mich da, weshalb man Bully Herbigs Schuh des Manitu nicht schon längst an den Haaren herbei gezogen hat, um ihn zu verbieten. Der treibt ja all das auf die Spitze. Oder ist das dann wieder Kunstfreiheit? Was sagen die Schwulen zu Winnetouch?

Ihre Heimat – unsere Heimat

Meine Haltung zum Thema ist folgende: Ich habe Karl May nicht gelesen. Aber die Winnetou-Filme wie wir alle damals gesehen und geliebt. Winnetou war unser Held, ein Superheld, die Indianer die Guten, Old Shatterhand, das waren wir, weiß und europäisch war er wie wir, aber der Blutsbruder des Apachen und unbedingt auf seiner Seite – gegen die weißen, gierigen Eindringlinge, die sich von den amerikanischen Ureinwohnern nehmen wollten, was immer ihnen in den Sinn kam. Der Apachen-Häuptling und Shatterhand kämpften für uns gegen das Böse.

Wo ist jetzt das Problem? Dadurch haben wir, habe ich sehr viel Mitgefühl mit den indigenen Amerikanern, mit den Ureinwohnern, den Indianern bekommen. Dadurch bekam zumindest ich ihre Probleme auf den Schirm? Auch durch Karl May begann ich mich mit der Geschichte, dem Völkermord in den USA und ganz Amerika an den Ureinwohnern – den Rassismus – auseinanderzusetzen und meine Sympathie für diese Menschen wurde grenzenlos. Hey, ich bin Deutscher.

Ich denke, die „Indianer“ in den USA wissen, wie viel Rückhalt und Unterstützung sie bei uns haben. Und das liegt eben AUCH an Karl May und seinem Apachen-Helden

„Ich glaube, das ist eine Überreaktion. Dass der Verlag die Bücher vom Markt genommen hat – warum? Das ist etwas zu viel des Guten. Warum müssen wir jede Person mit einem Etikett versehen? Wir sind doch alles Menschen.“

Kendall Old Elk (Crow)

Ich bin auf Winnetous Seite. Ich unterstütze seine Geschichten und bin verärgert, dass man versucht, ihn auszuradieren. Ich fühle mich überhaupt nicht diskriminiert. Ich sehe auch nichts Rassistisches bei Winnetou

Robert Alan Packard (Sioux)

Ein Wort zur Winnetou-Debatte: Deutsche!

Ich für meinen Teil verachte diese Cancel-Kultur, die Verbotsdebatten, die Shitstorms um immer neue politisch korrekten Trendhaltungen. So nenne ich das. Und es läuft immer gleich ab. Und es stammt meist aus den selben Quellen: Die Linken, Menschen mit Migrationshintergrund und hypermoralische Supermenschen, die an für eine bessere Welt die Kunst und Kultur der Vergangenheit ändern wollten. In einer Art Zeitkapsel fliegen sie zurück und verbieten alles, was damals war und ihnen nicht passt. Und damit tun sie so, als wären wir Normalos dumm wie Bohnenstroh.

Aber wir wissen um das Unrecht, dass den „Indianern“ angetan wurde, wissen um den Völkermord an ihnen, wissen wie Gay-People verachtet werden und wurden, wissen, dass es Alltagsrassismus und auch strukturellen Rassismus gibt. Und es ist gut darüber zu reden. Aber Verbote und Shitstorm, Angst und Hass gehören in diese Debatten nicht. Ich persönlich kenne weiße linke Frauen, die dich bei einer falschen Bemerkung in den Boden rammen und dich mit geplanten Shitstorms aus der Community verbannen wollen (vielleicht schreibe ich noch mal darüber). Ich kenne LINKE Frauen, die ausgrenzen und diffamieren.

Mir reichts jedenfalls. Weder Winnetou, weder Pipi Langstrumpf, noch ihr Vater, weder die Biene Maja, noch die Cartwrights mit ihrem chinesischen Koch (Bonanza) waren Rassisten und Völkermörder. Auch die Familie Ricks waren keine Tierquäler in Flipper. All diese Figuren haben genau das Gegenteil von dem erreicht, was die verdammte linke Cancel-Kultur so gern für sich vereinnahmt: Sie haben gute Menschen aus uns gemacht. Böse ist das, was uns das verdrehen will und uns allen etwas unfassbar Bösartiges unterstellt. So wird ein Schuh draus. Der Schuh des Manitous.

Sehenswert, obwohl leider von der BILD
Filmtrailer
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