Der 25. April ist der Internationale Tag der Eltern-Kind-Entfremdung

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Der internationale Tag der Eltern-Kind-Entfremdung erinnt mich an die fruchtbaren Erfahrungen, die ich im Familiengericht machen musste, obwohl es bei uns keine Eltern-Kind-Entfremdung gab oder gibt. Die Problematik aber ist mir durchaus bewusst, musste ich doch viele Geschichten hören, von Eltern, die ihre Kinder missbrauchen, in dem sie es von dem anderen Elternteil fernhalten und bewusst entfremden. Der Gesetzgeber steht dem teils hilflos gegenüber, was ein Skandal ist. Der 25. April soll die Problematik als weltweiter Aktionstag ins Bewusstsein bringen.

Ich habe einen Teil meiner Erfahrung in dem Umgangskonflikt mit der Mutter meiner Tochter in meinem Vaterblog öffentlich gemacht. Niemals hätte ich mir vorstellen können, was in unseren Familiengerichten immer noch Gang und Gäbe ist. Nämlich, dass die Eltern im Gericht gegeneinander kämpfen und ein Elternteil dem anderen vorschreiben will, wann und wie es sein Kind sehen darf.

Manchmal zeigen sich die Gerichte hilflos, setzen sich nicht gegen einen Elternteil durch, der dem anderen den Umgang mit dem Kind verweigert. Oder ein Elternteil ist psychisch so zermürbt, dass er aufgibt. Meistens sind die Väter die ausgebootet werden, manchmal auch die Mütter. Im Falle der Mütter geht es oft um psychische Probleme, Depressionen oder Sucht, bei Vätern eher um Gewalt – auch wenn es nicht nachgewiesen wird oder ein Elternteil in einer schweren Krise durch eine destruktive Trennung Auffälligkeiten zeigt. Anstatt den Eltern zu helfen, wird ihnen erlaubt, sich im Gericht zu zerstören.

Manchmal hilft nur ein guter Familienrechtsanwalt, obwohl ich glaube, dass diese Spezies selten ist. Ich werde an dieser Stelle in einem anderen Beitrag noch genau nachzeichnen, warum ich das so sehe. Immer sollte man psychologische Beratung und sich Unterstützung bei entsprechenden Vereinen oder Therapeuten holen. Meistens tun das aber nur diejenigen, die im Gericht gedemütigt werden und nicht die, die den ehemaligen Partner bekämpfen.

Doch wie blickt ein Scheidungsanwalt auf diese Thematik? Auf dem Blog des Elternmagazins Windelprinz erläutert Rechtsanwalt Niklas Clamann im Rahmen eines gelungenen Gastbeitrags die beiden Persepektiven des Umgangsrechts. Demzufolge hat ein Kind grundsätzlich das Recht auf den Umgang mit beiden Elternteilen. Diese wiederum haben alles zu unterlassen, was den Umgang mit dem jeweils anderen Elternteil beeinträchtigen könnte.(1)

Was ist der Internationale Tag der Eltern-Kind-Entfremdung?

Der Internationale Tag der Eltern-Kind-Entfremdung wurde im Jahr 2006 durch die Parental Alienation Awareness Organisation (PAAO) in Kanada geschaffen. Er erinnert an jedem 25. April weltweit an das Leid der betroffenen Kinder und ausgegrenzte Eltern. Er soll das Bewusstsein für die Problematik schärfen und dazu beitragen, auf die teils schwerwiegenden psychischen Folgen der Eltern-Kind-Entfremdung aufmerksam zum machen und insbesondere durch gesetzliche Maßnahmen zu verhindern.

Mich erreichen immer noch Mails, Anrufe und Nachrichten von Menschen, die hier schlimme Erfahrungen gemacht haben. Oft sind es Frauen, vermutlich weil Männer sich zu wenig Hilfe holen und zu wenig im Netz recherchieren. Die Geschichten, die man mir erzählt sind immer krass, hanebüchen, haben manchmal mit einem scheußlichen Jugendamt zu tun oder einem brutalen Familiengericht. Nicht selten mit offensichtlich psychisch kranken Ex-Partner, die als Psychopathen oder Borderliner im Gericht alle Scheußlichkeiten, Lügen und Gemeinheiten auffahren, nicht nur um Macht zu erlangen, sondern um den anderen Elternteil zu demütigen, zu diskreditieren und auszubooten. Nicht zu vergessen amoralische Anwälte, die mit so einem Elternverhalten auch noch Geld verdienen.

Leidtragende sind dabei immer die Kinder. Kinder, denen bewusst ein Elternteil vorenthalten wird, werden psychisch beschädigt, ob das verursachende Elternteil das nur wahrhaben will oder nicht. Die Schmerzen, die diese Eltern-Kind-Entfremdung auch bei dem betroffenen Vater oder der ausgegrenzten Mutter auslöst ist namenlos. Unzählige Generationen sind von dieser Boshaftigkeit betroffen.

Was können wir tun um Eltern-Kind-Entfremdung zu verhindern?

Wir müssen weiter zusammenarbeiten und Verbündete suchen. Wir müssen auf die Politik einwirken, um Gesetze zu ändern. Die Hoffnung liegt aktuell auf dem Koalitionsvertrag der Ampel in Berlin. Die Vorhaben sind geeignet, weitere Entfremdungen und Traumata zu verhindern. Aber es ist noch ein Stück Weg, vor allem weil die Menschen gerade ganz andere Sorgen haben. Um so wichtiger wird so ein Tag gegen die Eltern-Kind-Entfremdung.

Es müssen genug Hilfsangebote für streitende Trennungseltern geben. Verpflichtende, wie ich meine. Die Hilfe muss von sehr gut ausgebildeten Beratern durchgeführt werden. Nicht nur PsychologInnen und Ärzte, auch Berater, Sozial-Pädagogen und Therapeuten müssen im Umgang mit hochstrittigen Eltern, wie es so schön heißt, ausgebildet werden. Mir persönlich sind einige Psychologinnen und Psychiater, aber auch Pädagogen begegnet, die von der ganzen Sache nicht die Spur einer Ahnung haben.

Aufklärung muss also nicht nur bei den Eltern erfolgen – etwa die Möglichkeit eines Familienrats vorzustellen. Sondern gerade auch Beratungskräfte, Fachkräfte müssen in diese spezielle Thematik eingearbeitet und fortgebildet werden.

Es gibt viel zu tun.

1.) Quellen: https://blog.windelprinz.de/umgangsrecht/

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