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Buchtipp im Advent #16: Ein Schnupfen ist kein Beinbruch

Cover-Ausschnitt: Ein Schnupfen ist kein Beinbruch
Ein Schnupfen ist kein Beinbruch: Warum weniger Medizin oft gesünder ist

Ein Schnupfen ist kein Beinbruch. Aha. Erinnert scheinbar an diese Wick-Werbung: „Schatz, kannst du meine Mama anrufen?“ Aber darum geht es hier Gott sei Dank nicht. Sondern um die Fragen, wie viel Medizin ist gesund, für wen und was gesund und weshalb. Es geht nicht um Geschlechterunterschiede. Und ich will auch nicht, den stupiden männlichen Verdrängungswahn das Wort reden, gar nicht zum Arzt zu gehen, weil man gefälligst ein Mann zu sein und sich nicht so anzustellen hat.

Auf der anderen Seiten stehen wir einem gigantischen Medizin-Appart gegenüber, der sich in hochspezialisierte Fachgebiete ausfranzt und kaum noch in der Lage ist, den Menschen, als etwas Ganzes, Einzigartiges zu sehen. Das ist also der Spannungsbogen, innerhalb dessen dieses Buch operiert – zu wenig oder zu viel Medizin, das ist hier die Frage.

Ich selber bin ja medizinisch vorgebildet und habe 10 Jahre lang als Krankenpfleger gearbeitet. Mir waren immer diejenigen (alten oder „verrückten“) Leute am Sympathischsten, die ihre Medizin nicht nehmen wollten. Ich empfand das am Vernünftigsten, denn irgendwann ist auch mal gut, ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Und für jeden Scheiße, eine Medizin einzunehmen, kann es ja wohl nicht sein. Ist aber oft so.

Im vorliegenden Buch der zwei renomierten Mediziner Wimmer und Haring, geht es auch um klug entscheiden, „eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), die sich gegen Über- und Unterversorgung wendet. Klug entscheiden soll eine konkrete Hilfe bei der Indikationsstellung zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sein. Darüber hinaus soll die Initiative aber auch grundsätzlich dafür sensibilisieren, klug zu entscheiden und nicht alles medizinisch Machbare zu tun.“ Man sollte das konkret unterstützen.

So wird in diesem Taschenbuch aus das dänische Gesundheitssystem erwähnt, das ein sehr vernünftiges und erfolgreiches Kliniksystem etabliert hat, das mit weniger, aber größeren Kliniken viele Kosten und Ärger (für die Patienten er-) spart.

Es werden wirklich gute Fragen gestellt. Ob die Medizin Hilfe oder Hindernis auf der Suche nach dem guten Leben sei, etwa. Denn DIE Gesundheit gibt es nicht. Es gibt nicht EINE Gesundheit, es gibt viele Gesundheiten. Gesundheit ist und bedeutet für jeden etwas anderes. Und auch wenn man NICHT gesund ist, kann man sehr glücklich sein. Mit diesen Vorurteilen und Hindernissen wird also aufgeräumt. Denn klar ist, dass in der Medizin „häufiger über Krankheitsrisiken statt über Gesundheitschancen gesprochen“. Und das ist aus meiner Sicht der Kern des Elends.

„Glücklich altert, wer realistisch träumen kann“, heißt es in dem Buch auf Seite 189. Ganz genau. Denn „das Geheimnis des glücklichen Alterns liegt in der Anpassung von Realität und Erwartung“. Besser und „lebensweiser“ kann man es kaum formulieren, wie ich finde. Man muss sich bewusst werden, dass man zwar immer länger lebt, aber auch immer länger … krank ist. Das hat auch mit unserer Medizin zu tun und daher ist dieses Taschenbuch ein wichtiger Meilenstein auf einen Weg hin zu einer menschlicheren, positiveren, nicht mehr defizitorientierten Medizin. Weil ein Schnupfen kein Beinbruch ist und auch sonst, manches überflüssig und manchmal sogar schädlich ist, was die Ärzte mit uns machen.

Warum weniger Medizin oft gesünder ist

Ein Buch, das gesund macht! Niemand sitzt häufiger im Wartezimmer, schluckt mehr Medikamente und wird öfter operiert als wir Deutschen. Aber sind all die kostspieligen Behandlungen, Pillen und Operationen tatsächlich nötig? Bedeutet mehr Medizin wirklich mehr Gesundheit? Dr. Johannes Wimmer und Professor Dr. Robin Haring klären darüber auf, wie viel Medizin wirklich notwendig ist und worauf man getrost verzichten kann: Auch Gesundheitsmuffel können glücklich alt werden.

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Leseprobe „Ein Schnupfen ist kein Beinbruch“

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Ein Schnupfen ist kein Beinbruch: Warum weniger Medizin oft gesünder ist

von Dr. med. Johannes Wimmer und Prof. Dr. Robin Haring
224 Seiten, Ullstein Verlag (12. Januar 2018)
ISBN: 3548377122
Taschenbuch 10,- EUR

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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