Buchtipp: Mit anderen Augen – Wie ich durch meine Tochter lernte, die Welt neu zu sehen

Buchcover Ausschnitt MIT ANDERN AUGEN
Fabian Sixtus Körner: Mit anderen Augen – Wie ich durch meine Tochter lernte, die Welt neu zu sehen

Man kann sagen, Fabian Sixtus Körner ist ein Glückspilz. Er ist jung, beruflich sehr erfolgreich, hat eine tolle Frau und ist nun Papa. Dass seine Tochter das Down-Syndrom hat, ist ein Abenteuer, bei dem wir die Familie Mit anderen Augen begleiten.

Worum geht es?

Als Journeyman Fabian Sixtus Körner seine
Tochter im Kreißsaal zum ersten Mal im Arm hält, ist er irritiert. Sie liegt ganz still und schaut ihn an. Ihre Augen sind leicht schräg gestellt, und ihr Blick ist merkwürdig unverwandt. Es ist, als wollte sie ihn fragen: „Und, was sagst Du jetzt? Was machen wir daraus?“
Es folgen Wochen des Wartens, zwischen Angst und Hoffnung, Glück und Verzweiflung. Was bedeutet der medizinische Code „Q90“ für ein kleines Kind? Das Ende der Freiheit, die seine Freundin und er so lieben? Mitnichten! Schon bald macht er sich mit seiner kleinen Familie wieder auf die Reise.

In seinem neuen Buch erzählt SPIEGEL- Bestsellerautor Fabian Sixtus Körner, wie seine Tochter seinen Blick auf die Menschen und die Welt
verändert hat, und warum das Reisen mit Kind und Kegel zu den schönsten Erfahrungen zählt, die er jemals gemacht hat. Eine ganz besondere Reiseerzählung mit berührendem Familienbezug – offen, ehrlich, lebensbejahend und Mut machend.

„Ich bin nicht mehr der Journeyman von damals, der in Eigenregie den ständigen Aufbruch ins Neuland sucht. Das habe ich nicht nur begriffen, sondern ohne das vorweggenommene Bedauern akzeptiert, ohne inneren Kampf und falsche Nostalgie. Ich bin von nun an Yantis Papa. Vor uns breitet sich eine Landkarte voll weißer Flecken aus und gemeinsam werden wir die Welt neu entdecken.“

Das ganze Leben ist eine Reise

In dem liebevoll aufgemachten Buch finden sich eine Reihe wundervoller Fotos von den Reisen, der Familie und dem Töchterchen. Das ist sehr charmant. Was für ein Glück, denke ich da, was für ein Glück, ein solche kleine Familie zu sein und gemeinsam reisen zu dürfen. Oder zu können. Nebenbei bemerkt, finde ich es ganz natürlich, ein „behindertes“ Kind zu haben, zu lieben und begleiten. Da gibt es selbstverständlich Abstufungen was den Schweregrad der Einschränkungen angeht, dessen Ursache und Ausformung. Das ist klar. Aber es gehört einfach dazu. Wir glauben zwar andauern, alles kontrollieren zu können, wirklich alles, unser gesamtes Haben und Sein. Aber das Leben funktioniert so nicht und war auch nie „perfekt“ gedacht. Wobei „perfekt“ wirklich sehr subjektiv ist und eigentlich eine sehr menschliche Bewertung. Aber ist es nicht „perfekt“ durch solche eine Tochter zu lernen, die Welt mit anderen Augen und vor allem NEU zu sehen?

Fabian Sixuts Körner ist mit diesem Buch in seinem Element, so scheint es. Reisen und Neues entdecken. Und genau das aufzuschreiben. Und das macht er auch ganz hervorragend. Der Travelbook bringt es auf den Punkt: „Die’Droge‘ Abenteuerreise hat es ihm angetan. ‚Ich lasse mich gerne einen Junkie nennen, denn es macht mich weiterhin glücklich, aufzubrechen und in fremde Kulturen einzutauchen‘. wird der Autor dort zitiert. Ein Down-Sydrom, so meine icht, ist auch so eine gewisse Art eine fremde Kultur.

Fabian geht hier auch ausführlich auf das Down-Sydrom ein. Er geht ein auf die Angst vor gesellschaftliche Ausgrenzung oder der Ablehnung durch eigene Verwandte. Wie einen das Mitleid, dass den Eltern einer behinderten Tochter unverhohlen entgegenschlägt, verletzt. Er schildert die Geburt seines Kindes und die Umstände danach ausführlich. Dabei ist der erste Teil der Buches, dem Reisen ohne Kind gewidmet. Es erzählt vom Kennelernen der Eltern, von den Begegnungen in Afrika und auf Bali. Vielleicht, weil das der Titel des Buches ist. Vielleicht, weil durch die Geburt der kleinen Yanti, die Erfahrungen und Erlebnisse auf den Reisen zuvor in einem neuen, anderen Licht erscheinen.

Lest es!

Das Buch ist gut und unaufgeregt geschrieben. Es hat ein eigenartiges Leuchten. Vielleicht ist es das Licht aus den Reiseländern in Afrika und Asien, das aus dem Text leuchtet. Es ist wundervoll. Auch der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Auch die Strukturierung des Textes, die Aufteilung und Anordnung der Kapitel. Die zauberhaften Bilder lockern die Sache auf und sorgen mit dafür, dass man dieses Buch gerne liest. Auch wenn man nicht so viel reist, nicht diese vielen Erfahrungen teilt und nur Vater einer ganz normalen Tochter ist. Ich kann Mit anderen Augen nicht nur als Urlaubslektüre wärmstens empfehlen. Am Ende nämlich besagt es auch, dass es wundervolle Väter gibt und dass diese immer noch unterschätzte Spezies – der Vater – etwas ist, das gut und wichtig ist, und alle bereichern kann, wenn man ihn nur teilhaben lässt und er sich beweisen kann. Fabian Sixtus Körner belegt mit diesen Buch eindrucksvoll und nachhaltig: Väter sind toll!

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Buch kaufen bei AMAZON: Mit anderen Augen – Wie ich durch meine Tochter lernte, die Welt neu zu sehen

von Fabian Sixtus Körner
240 Seiten, Ullstein extra vom Mai 2018
ISBN: 386493060X
Taschenbuch 15,00 EUR

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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