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Urlaubslektüre: Gute Männer an der Macht – Im Weißen Haus: Die Jahre mit Barack Obama

Buch: Im Weißen Haus: Die Jahre mit Barack Obama
Urlaubslektüre: Gute Männer an der Macht - Im Weißen Haus: Die Jahre mit Barack Obama

Ich versuche mich an dem tollen Buch von Obamas Redenschreiber Ben Rhodes. Die Übersetzung macht es mir nicht leicht, eine solche Rezension zu schreiben und ich neige dazu, Obama zu idealisieren. Doch alles in allem ist Im Weißen Haus: Die Jahre mit Barack Obama ein absolut lesenswertes Buch, egal, wie holprig meine Buchbesprechung auch ist. Ich gebe mir wirklich mühe und vielleicht kann ich ja doch jemanden davon überzeugen, dass es am Ende auch ein … wichtiges Buch über einen historischen und unvergleichlichen amerikanischen Präsidenten ist.

Barack Obama war ein in allen Belangen ungewöhnlicher US-Präsident. Als erster „Schwarzer“ Mann in diesem Amt für viele Amerikaner eine Provokation, die letztendlich zu Donald Trump führte, der das genaue Gegenteil von Obama zu sein scheint. In diesen bitteren Zeiten mit einem täglich lügenden, unmoralischen, rassistischen US-Präsidenten, dem Brexit, der neuerdings vom Populisten Boris Johnson in London angeführt wird, den Rechtspopulisten in Brasilien, Italien, Polen und Ungarn, dem Irrsinn in Saudi-Arabien, Venezuela und in Nordkorea sehnt man sich nach authentischen, integeren, witzigen, klugen und guten Männern in der Politik. Da diese offensichtlich Mangelware sind, könnte das Buch Im Weißen Haus: Die Jahre mit Barack Obama von Ben Rhodes darüber hinwegtrösten.

Wo hat es denn das jemals gegeben: Ein Präsident, der mächtigste Mann der Welt, singt, weint und tanzt in aller Öffentlichkeit. Er bedankt sich nicht nur rührend bei seiner Frau, für ihre Loyalität – er bekennt auch in seiner tollen Abschiedsrede-Rede seinen Stolz auf seine Töchter. Toll ist das, bewundernswert. Es sind deutliche und starke Zeichen dafür, dass Barack Obama zu den guten Männern gehört, ein guter Vater ist, ein Mensch, der für viele Leute auf dern ganzen Welt Vorbild ist und sein darf. Klingt komisch, aber wie will man das sonst ausdrücken? Seine Verdienste als … liberaler US-Präsident sind ungezählt.

Das tolle Buch, das man trotz einiger sperrigen Übersetzungen sehr gut zu lesen ist, begleitet den Autor vom Beginn des Obama-Wahlkampfs 2007 bis hin zur Wahl des unsäglichen Donald Trump als Nachfolger des liberalen Humanisten in Washington. Es gelingt denm hochtalentierten Redenschreiber Ben Rhodes Einblicke in die Arbeit und das Denken von Barack Obama zu geben, in die Strukturen der Macht – und der großen politischen Welt. Wir erfahren natürlich auch sehr viel über die Arbeitsweise des Teams hinter dieser großen Politik, über das Redenschreiben und die ungewöhnliche Arbeit eines Texters für einen so wichtigen Politiker.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, ein Buch von einem Redenschreiber zu lesen. Aber es um Obama, den ich sehr bewundere. Es geht um seine vielen grandiosen Reden und wie sie entstanden sind. Also um Sprache, Gedanken, Reinfektionen und das teils dramatische Ringen um die richtigen Worte, die besten Sprachbilder und alles, was damit zusammenhängt. Das ist mehr als spannend, das ist toll und unglaublich interessant. Spannender geht Zeitgeschichte kaum.

Eine Erinnerung an Obamas Zeit im Weißen Haus

Acht Jahre lang sah Ben Rhodes fast alles, was im Herzen von Barack Obamas Präsidentschaft passierte. In seinem rasant geschriebenen, aufrichtigen, klugen Buch schildert er die Dramen dieser Präsidentschaft, die Ideale, von denen Obama sich leiten ließ, und die Grenzen des Machbaren, auf die er traf. Selten hat man einen so intimen, luziden Einblick in die inneren Gesetze der Politik im Zentrum der amerikanischen Weltmacht.

Mit 29 Jahren und einem Sack voll Hoffnung stößt Ben Rhodes 2007 zum Team von Barack Obama und wird zu einem seiner engsten Vertrauten. Er ist mittendrin, als das Atomabkommen mit dem Iran ausgehandelt wird, als die Annäherung an Kuba eingeleitet wird, als die Entscheidung fällt, in Syrien nicht zu intervenieren, und als die Wahl von Donald Trump das Projekt Obama jäh beendet. Wir sehen Barack Obama aus nächster Nähe, mit seiner großen Persönlichkeit, seinem scharfen Verstand, seinen Träumen und Zweifeln, seinem Charisma und Charme. Ein einzigartiges Zeitdokument und ein Lehrstück darüber, was in der Politik möglich ist.

The World As It Is: A Memoir of the Obama White House from American Academy in Berlin on Vimeo.

Der Gegenentwurf der Schurken der aktuellen Weltpolitik

Es hat wohl neben Wladimir Putin keinen Politiker in der gesamten Geschichte der Menschheit gegeben, der derart schamlos und dreist Lüge und Lüge reiht wie US-Präsident Donald Trump. Er ist eine gigantische Schande für das großartige Amerika, dass es kaum in Worte zu fassen ist. Für Trump scheint es keine echten menschlichen Werte zu geben, außer Deals – also hart und möglichst rücksichtlos Geschäfte zu machen – und die Nation. Wie dämlich Nationalismus ist, hat sich noch nicht überall rumgesprochen. Denn du bist ja nicht in erster Linie Amerikaner, Deutscher oder Brite, ja nicht einmal Mann oder Frau, Kind oder was auch immer – sondern du bist in erster Linie Mensch. Nationalismus – also archaisches Stammesdenken bar jeder Vernunft – ist nicht zukunftstauglich, ist rückständig und gefährlich. Und Nationalismus ist zu trennen von der Sorge um kulturelle Eigenarten bestimmter Menschen. Aber eine Debatte über stumpfen Nationalismus führt hier zu weit.

Ich weiß nicht, wovon Boris Johnson beseelt ist, aber sicher nicht von einer tief empfundenen liberalen Humanität. Denn diese tief empfunden Mitmenschlichkeit geht nicht einher mit Nationalismus und in diesem Fall mit dem Brexit.

Wir liberalen Bürger, die sich eine bessere Welt wünschen und jeden Tag dafür arbeiten, vermissen Barack Obama und sein Team. So viel Menschlichkeit, Wärme, Aufrichtigkeit und Humor gab es noch niemals zuvor auf so einem hohen öffentlichen Posten.

Obama Sings ‚Amazing Grace‘ at Pinckney Funeral – nach der Ermordung von 9 Gläubigen in einer afroamerikanischen Kirche im US-Staat South Carolina durch einen Rassisten

Fazit

Es ist ein hochinteressantes Buch, voll mit Geschichten und Einsichten in die Schaltzentrale der Macht in Washington. Es zeigt die Arbeit von Präsident Obama aus Sicht seines genialen Redenschreibers Ben Rhodes. Das Buch ist sehr persönlich und authentisch – und am Ende genauso integer wie es Obama selbst ist. Einzig zu kritisieren ist die Übersetzung. Besonders in den ersten zwei Kapiteln sieht es so aus, als wäre nicht genug Sorgfalt bei den Übersetzungen aufgewendet worden. Beispiele möchte ich nicht anführen, denn nach einigen Kapiteln ist das vom Tisch. Immerhin waren 4 Übersetzer an diesem Buch beteiligt.

Sicher werden in diesem Buch Passagen fehlen, die nicht an die Öffentlichkeit gehören, aber das merkt man diesem Bericht nicht an. Ich kann es nur jedem empfehlen, der wissen möchte, wie die US-Politik funktioniert und wie was gewesen ist bei diesem ungewöhnlichen, charismatischen Präsidenten Barack Obama. Der nicht nur als Politiker als großes Vorbild genannt werden darf, sondern vor allem auch als Familienvater … und Mann. Ben Rhodes und Barack Obama gehören zweifelsohne zu den guten Männern, von denen diese Welt noch viel mehr braucht. Und das ist der Grund, weshalb ich dieses Buch hier vorstelle. Kauft es und begeistert euch!

Im Weißen Haus – Die Jahre mit Barack Obama

Buch hier kaufen
Von Ben Rhodes. Aus dem Englischen von Enrico Heinemann. Thomas Pfeiffer. Jörn Pinnow und Martin Richter.
576 Seiten, C.H.Beck (21. Februar 2019)
ISBN 340673507X
Gebundenes Buch 26,- Euro

Inhalt & Kapitel

  • Prolog
  • Teil Eins HOFFNUNG: 2007 – 2010
  • Kapitel 1 Am Anfang
  • Kapitel 2 Mit dem Iran reden, bin Laden fassen
  • Kapitel 3 Eine Schicksalsgemeinschaft
  • Kapitel 4 Der Präsident ist an Bord der Maschine
  • Kapitel 5 Kairo
  • Kapitel 6 Obamas Krieg
  • Kapitel 7 Krieg und ein Friedenspreis
  • Kapitel 8 Das Ende vom Anfang
  • Teil Zwei FRÜHLING: 2011 – 2012
  • Kaptel 9 Ägypten: Der Übergang muss jetzt beginnen
  • Kapitel 10 Libyen
  • Kapitel 11 Bin Laden: Das Leben im Geheimen
  • Kapitel 12 Wolken ziehen sich zusammen
  • Kapitel 13 Reaktion und Aktion
  • Kapitel 14 Leben, Tod und Bengasi
  • Kapitel 15 Eine zweite Amtszeit
  • Kapitel 16 Junge Männer führen Krieg, alte Männerschließen Frieden
  • Teil Drei VERÄNDERUNG: 2013 – 2014
  • Kapitel 17 Geballte Fäuste
  • Kapitel 18 Rote Linie
  • Kapitel 19 Ein Prügelknabe der Rechten
  • Kapitel 20 Rasse, Mandela und Castro
  • Kapitel 21 Russen und Intervention
  • Kapitel 22 Intervention aus dem Vatikan
  • Kapitel 23 Permanenter Krieg
  • Kapitel 24 Neuanfänge
  • Teil Vier WAS AMERIKA GROSS MACHT: 2015 – 2017
  • Kapitel 25 Die Bremsen antippen
  • Kapitel 26 Der Antiwar-Room
  • Kapitel 27 Bomben und Kinder
  • Kapitel 28 Havanna
  • Kapitel 29 Die Geschichten, die sie über dich erzählen
  • Kapitel 30 Die Geschichten, die wir erzählen
  • Kapitel 31 Informationskriege
  • Kapitel 32 Das Ende
  • Dank
  • Nachweise
  • Register

Leseprobe Im Weißen Haus: Die Jahre mit Barack Obama
rhodes-im-weissen-haus-leseprobe

Siehe auch www.chbeck.de/buehnen/rhodes-im-weissen-haus/

West Wing Week 01/19/17 or, „Obama, Farewell“

Für weitere Videos aus der Amtszeit President Obamas besucht bitte den YouTube-Kanala The Obama White House

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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