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Buchbesprechung: Trennungskinder

Cover: Trennungskinder
Trennungskinder: Wie Eltern und ihre Kinder nach Trennung und Scheidung wieder glücklich werden

Trennungskinder, Trennungsväter. Meine Tochter ist vor einigen Wochen in die weiterführende Schule gekommen. Eine tolle Schule, die viel Projektunterricht macht. Das erst Projekt war – zum Kennenlernen – ein „Ich-Plakat“ zu machen. Eine Collage aus all dem, von dem das Kind glaubt, dass es wichtig wäre über es zu wissen. Ich war einigermaßen erschüttert, dass meine Tochter dort schrieb, sie wäre Trennungskind und ihre Eltern seit sie 6 Jahre alt ist, getrennt. Mir war gar nicht bewusst, dass sie das so deutlich klar hat und diesem – zugegeben wichtigen – Aspekt ihres Lebens in ihrer Identität diesen deutlichen Platz einräumt. Aber nun, auch wir Eltern lernen dauernd.

Eine Überschrift in dem Buch Trennungskinder von Claus Koch heißt: „Es gibt keine glücklichen Trennungskinder“. Ein provokanter Satz in einem wichtigen Buch. Einem, wie wir auf dem Cover lesen, großen Selbsthilfebuch. Allerdings nicht für die Trennungskinder, sondern für die Trennungseltern. Sie erfahren dort, wie sie ihren Kindern helfen können, die Trennung zu meistern. Die Eltern können hier lernen, wie sie den Bedürfnissen Ihrer Kinder nach „Sicherheit, nach Anerkennung und Selbstwirksamkeit gerecht werden können. Ich meine, ich habe genau das intuitiv getan, der Tochter sehr stabile Verlässlichkeit geboten, gebe ihr alle Anerkennung, die sie benötigt und unterstütze sie in ihrer Selbstwirksamkeit, etwa wenn sie Streit schlichtet, Vorschläge macht und Wünsche äußert. Für mich ist das am Ende keine besondere Aufgabe von Trennungseltern, sondern eine, die all Eltern erfüllten sollten.

In diesem Buch kommen die Trennungskinder selber zu Wort. Das ist in dieser Form ungewöhnlich und vorbildlich. Es werden außerdem direkt die Verlassenheitsängste und der „Verlust von Selbstgefühl“ – ein Begriff von Jesper Juul – und Selbstwert behandelt, die Schulgefühle, aber auch die Hochstrittigkeit (der Eltern) und die Patchworkfamilie, die sich vielleicht später einstellt. Heißt also: Der Inhalt und die Themen sind sehr, sehr wertvoll zum Thema Trennung.

Ich persönlich finde, dass man sich heute zu schnell trennt und dass es zu viel Trennungseltern, Trennungsväter, Alleinerziehende und eben Trennungskinder gibt. Klar, man bekommt es hin, dass es alles gut geht und das Leben ist das Leben, da läuft auch mal was schief. Damit muss man lernen umzugehen. Auch die Kinder. Aber die eigentlich Arbeit sollte es nicht sein, hinterher den Schaden zu begrenzen, sondern vorher ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Trotzdem: Dieses Buch kann ein wichtiger Wegweiser sein, die Trennungschäden unter Kontrolle zu kriegen.

Wie Eltern und ihre Kinder nach Trennung und Scheidung wieder glücklich werden

Was geht in Kindern und Jugendlichen vor, deren Eltern sich trennen? Und wie kommen die Erwachsenen mit ihren eigenen oftmals schwierigen Gefühlen klar? Der Psychologe und Bindungsexperte Claus Koch entwirft auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Studien Perspektiven, wie Eltern und ihre Kinder eine Trennung oder Scheidung am besten bewältigen.

Das Buch zeigt auf, wie Eltern den existenziellen Bedürfnissen ihrer Kinder nach Geborgenheit und Sicherheit, nach Anerkennung und Selbstwirksamkeit gerecht werden können, ohne sich selbst aus den Augen zu verlieren. So kann nach der Trennung wieder Mut und Zuversicht wachsen für ein neues und glückliches Leben.

Trennungskinder: Wie Eltern und ihre Kinder nach Trennung und Scheidung wieder glücklich werden

Buch hier kaufen
von Claus Koch
224 Seiten, Patmos Verlag
ISBN 3843611084
Gebundenes Buch 18,- Euro

Leseprobe
Ich finde es sehr rührend, dass Autor Claus Koch sein Buch dem verstorbenen Jesper Juul widmet. Siehe dieses Deckblatt:
leseprobe-trennungskinder

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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