styleRanking ElternBloggerCafé in München: mit gefälligem Marken-Content von und für perfekte Edeleltern

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Edeleltern ist ja nicht das richtige Wort. Es sind auch ganz normale, junge Eltern deren extrem optimierter Marketing-Content sich an hippe, solvente Jung-Eltern ranschleimt. Oder wie soll ich das ausdrücken? Tut mir Leid, aber ich habe keinen Zugang zu immer dem selben Scheiß. Weder zu Marken, noch zu Marketing, vor allem, wenn vieles davon nur darauf abzielt, Kohle zu machen und sich dadurch cool, frisch und modern zu fühlen. Ich fühle mich aber cool, frisch und modern, wenn gute Dinge nichts und nur sehr wenig kosten, einfach sind, weder Luxus, noch unverzichtbar.

Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Beispielsweise wenn das ElternBloggerCafé einläd:
„In deinem Kosmos dreht sich alles um Eltern und Kinder-Themen und du hast mindestens 10.000 Follower auf Instagram? Darüber hinaus versorgst du deine Abonnenten regelmäßig mit relevantem Family Content? Dann freue dich auf einen entspannten Nachmittag in lockerer Café-Atmosphäre mit hochkarätigen Partnern, aufregenden Produktneuheiten und jede Menge Bonding und Austausch mit relevanten Entscheidern aus PR & Marketing.“

Trifft bei mir absolut nicht zu. Weder dreht sich in „meinem Kosmos“ alles um „Eltern und Kinder-Themen“, was einer ziemlichen auch geistigen Verarmung gleichkäme. Und 10.000 Follower auf dem schrecklichen, fruchtbaren, unbrauchbaren Instagram habe ich auch nicht – und will ich auch nciht haben. Man muss doch nicht jeden Scheiß mitmachen und all den Content Facebook in den Rache werfen und es so noch reicher machen, ohne selbst an dem Verdienst durch meinen Content beteiligt zu werden. Aber das sind vermutlich zu komplizierte Gedanken für spaßhabende Instagramer. Meine „Abonnenten“ versorge ich auch nicht mit „relevantem Family Content“, weil ich gar nicht weiß, was das sein soll?

Der Krieg in der Ukraine ist für mich vielleicht so etwas wie relevanter Family-Content. Aber wer spricht überhaupt so? Wer labert diesen Unsinn von „Family-Content“? Das ist ja nicht zum aushalten. Auch der anderen Marketing-Bullshit von „Bonding“, das ich im Sado-Maso-Bereich vermute, ist kaum auszuhalten. Die Entscheider aus PR & Marketing sind nicht selten eher unangenehme Karrieristen, bis bestenfalls sehr freundlich, schlimmstenfalls auf Koks sind.

Ich als kleiner Elternblogger habe hier natürlich gar nichts zu melden. Klar, ich bin neidisch auf den Verdienst, den einige Eltern-Kind-Kosmonauten mit teils absolut irrelevanten, unnützem Content und ebensolchen Produkten verdienen. Neidisch, wie einem das möglich ist, nach dem Markt und den „Abonnenten“ zu schreiben, weder kritisch zu hinterfragen, noch werteorientierte Inhalte zu veröffentlichen, die Themen wie Selbstbestimmung, Freiheit, Menschenrechte und das wirklich wirklich gute Leben beinhalten.

Und da das wirklich wirklich gute Leben absolut nichts mit Produkten, schon gleich gar nichts mit Instagram, Livestyle und relevantem Family-Content zu tun hat, ist es auch in Ordnung, dass ich hier nicht mitmische. Obwohl ich auch Werbung in meinen Blog habe. Aber wo ist die Grenze zum Selbstekel, zu Selbstverleugnung und anbiederischen, unreflektieren, teilweise unreifen Banal-Posts an überangepasste Zeitgenossen, die zu allem Überfluss auch noch Eltern geworden sind?

Ich habe die Events des styleRanking ElternBloggerCafé allesamt verpasst und auch noch nie vermisst.

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