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100 Jahre Frauenwahlrecht und der Herr Schäuble

Frauenwahlrecht: Frauenthema auf einem Wahlplakat
Ausschnitt eines Frauen-Wahlplakats der LINKEN in Hamburg

Ich ärgere mich sehr über die aus meiner Sicht verlogene Rede des Wolfgang Schäuble im Deutschen Bundestag zu 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland. Warum? Weil er Gleichberechtigung fordert, die Männer auffordert, auch im Alltag mehr Veranwortung zu übernehmen, aber überhaupt noch nie etwas von der Katastrophe der deutschen Familienrechtsprechung gehört hat. Hier wollen viele Männer Verantwortung für ihr Kinder, dürfen diese aber nicht ausüben, weil Frauen, Mütter es nicht wollen und Gerichte Männer nicht als gleichberechtigte Eltern behandeln.

Aber der Reihe nach. Worum geht es heute?
„Am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen. Bei der Wahl zur Weimarer Nationalversammlung nutzten weit mehr als 80 Prozent ihr neues Recht, 37 Frauen wurden ins Parlament gewählt und stellten damit fast neun Prozent der Abgeordneten.“
SPD-Frauen im Bundestag – heute ganz in Weiß

Das Thema ist wunderbar und aller Ehren wert. Ich meine auch, dass man genauer hinschauen muss, weshalb das „Frauenwahlrecht“ erst so spät kam. War nichts Ungewöhnliches damals, andere Länder waren später dran. Viele auch früher. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass „konservative“ Kräfte das Frauenwahlrecht – das ein ganz natürliches ist, denn das Wahlrecht hängt selbstverständlich nicht vom Geschlecht ab – bis dahin erfolgreich verhindert haben. Und jetzt stellen sie sich hin, wie Schäuble, und führen das große Wort, gemahnen zur Gleichberechtigung und fordern die Männer auf … Verantwortung zu übernehmen.

„Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist ein unaufgebbarer Grundsatz unserer Verfassung“, mahnte Schäuble. Dies müssten alle akzeptieren, „die Teil dieser Gesellschaft sein wollen“ – auch diejenigen, denen dieser Anspruch „aus kulturellen oder religiösen Gründen fremd ist“.

Siehe: Feierstunde zum Frauenwahlrecht im Deutschen Bundestag – Schäuble ermahnt Männer zu mehr Hausarbeit

Das klingt alles sehr gut, ist aber absolut unglaubwürdig. Denn im Familienrecht sind Männer alles andere als gleichberechtigt oder gleichwürdig. Sie haben in der Regel das nachsehen, wenn es nach der Trennung um die Betreuung der Kinder und die Unterhaltszahlungen geht. Das deutsche Familienrecht, die deutsche Familienrechtsprechung ist aus meiner Sicht in wesentlichen Teilen … menschenverachtend. Es schadet und benachteiligt nicht nur die Väter, also Männer, die Verantwortung wollen und die Hälfte der Arbeit – es schadet ganzen Familien und vor allem den Kindern dieser Eltern, die schlimmstenfalls einen Elternteil verlieren. Aber auch einen Vater, der zum Besuchsonkel und Zahlvater degradiert wurde, gedemüdigt, beschuldigt, benachteiligt, schaden den Kindern, reißt eine Wunde in die heranwachsenden Seelen.

Maßgeblich verantwortlich für diese Praxis im deutschen Umgangsrecht ist neben der SPD vor allem die Union und damit Herr Schäuble. Insofern ist seine Rede nicht integer und unglaubwürdig. Ich werde ihm eine Protestnote schreiben.

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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