Die Attentäter in Australien, die wahllos hilflose Menschen erschossen, darunter auch Kinder, sind Vater und Sohn. Oder waren. Der Vater wurde von Sicherheitskräften erschossen. Sein durchgedrehter Sohn schwer verletzt. Was ist das für ein Vater, er seinen Sohn Mörder sein lässt? Der Held von Bondi Beach, Ahmed Al Ahmed, der von jenem Mörder-Sohn angeschossen wurde, ist selber Familienvater. Und uns allen ein Vorbild an Heldenmut und Selbstlosigkeit. Das musst man erst einmal hinkriegen.
Weiß nicht, ob ich diesen Mut aufgebracht hätte. Die meistent hätten sich vermutlich in Sicherheit gebracht, tot gestellt oder wären verzweifelt. Nicht so Ahmed Al Ahmed. Er kann uns dienen, uns Vorbild sein. Er hat uns gezeigt, was es heißt, Vater zu sein: nämlich Leben zu schützen, den Hilflosen zu helfen und sich den Wahnsinnigen tapfer entgegenstellen.
Heldenmut am Bondi Beach
Der Terroranschlag am Bondi Beach in Sydney erschütterte Australien zutiefst. Mitten im zielgerichteten Chaos der Attacke auf eine jüdische Chanukka-Feier trat ein unbewaffneter Passant hervor, dessen Tat ihn zum „Held vom Bondi Beach“ machte. Sein Handeln wurde zu einem leuchtenden Gegenbild der Angst und Gewalt.
Dieser Mann, dessen Name in diesem Augenblick sekundär ist, überwand seine natürliche Furcht. Es gelang ihm, einen der schwer bewaffneten Schützen zu überwältigen und ihn zu entwaffnen. Dieser unglaubliche Akt der Gegenwehr und Entschlossenheit verhinderte nach Einschätzung der Behörden vermutlich weitere Todesopfer.
In jener Situation, in der mindestens zwei Täter wahllos das Feuer auf Hunderte Feiernde eröffneten, hätte kaum jemand die Geistesgegenwart und den Mut gefunden, sich diesem direkten, lebensbedrohlichen Risiko auszusetzen. Sein Vorgehen ist ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass man dem Bösen nicht immer nur zusehen oder ausweichen muss, sondern mit Entschlossenheit und einer inneren Opferbereitschaft begegnen kann.
Die Heldentat vom Bondi Beach verdeutlicht auf schmerzliche Weise die Verwundbarkeit offener Gesellschaften. Gleichzeitig zeigt sie, wie entscheidend der individuelle Mut und die Solidarität jedes Einzelnen im Kampf gegen Hass und Terror sind. Er steht exemplarisch für das Beste in der Menschheit und dafür, dass Zivilcourage selbst in den dunkelsten Momenten einen Weg findet, Licht zu sein.
Weitere Bürger versuchten das Schlimmste zu verhindern
Wie in den Tagen nach dem traurigen Anschlag am Bondi Beach bekannt wurde, gab es noch mehr Helden, die versuchten, die Morde zu verhindern. Aber ohne zu wissen, mit welchen Irren sie es zu tun hatte.
Es wird ein Mann gezeigt, der dem Vater an der Heckklappe seinen Autos – die in der Frontscheibe platzierte IS-Fahne hatte der Mann sicher nicht gesehen – versuchte ein Gewehr, eine Langwaffe zu entreißen. Sie hatte im ersten Moment auch funktioniert. Allerdings gab es noch den Sohn, der schon vorgegangen war und zurückkehrte um den Mann, der dem Vater die Waffe entrissen hat, zu erschießen. Das spielt sich noch vor den Anschlägen ab, insofern wusste der tapfere Mann nicht, mit welch gefährlichen Leuten er es zu tun hatte. Es kostete sein Leben. Aber ich will den Mann hier nicht unerwähnt lassen.
Täter, Motiv und die politische Zäsur von Sydney
Der Terroranschlag am Bondi Beach in Sydney war ein sorgfältig geplantes, gezieltes, grausames Verbrechen. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich bei den Attentätern um ein Vater-Sohn-Gespann handelte. Der ältere Mann war als Migrant nach Australien eingereist, sein Sohn wurde bereits in Australien geboren. Brisant ist, dass mindestens einer der beiden den Sicherheitsbehörden bereits wegen extremistischer Bezüge bekannt war. Die Entdeckung mutmaßlich vorbereiteter Sprengsätze in einem Auto in der Nähe des Tatorts bestärkte den Eindruck einer geplanten Tat.
Die Behörden stuften den Angriff eindeutig als Terroranschlag und als klar antisemitisch motiviert ein. Der Anschlag traf gezielt eine öffentliche Chanukka-Feier, bei der sich Hunderte Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, versammelt hatten. Damit wurde nicht nur die jüdische Gemeinschaft ins Visier genommen, sondern – wie die Regierung betonte – die gesamte australische Gesellschaft und ihre demokratischen Werte angegriffen. Einer der Täter wurde noch am Tatort von der Polizei erschossen, der zweite konnte schwer verletzt festgenommen werden.
Die Konsequenzen des Anschlags reichen weit über die strafrechtliche Verfolgung hinaus und haben eine intensive politische Debatte ausgelöst. Zunächst steht die Frage der Prävention im Vordergrund. Der bekannte extremistische Hintergrund mindestens eines Täters hat eine erneute Diskussion über Überwachung und den Umgang mit radikalisierten Personen entfacht. Parallel dazu diskutiert die Politik eine drastische Verschärfung der Waffengesetze und bessere Kontrollmechanismen für Waffenlizenzen.
Gesellschaftlich wirft die Tat eine Reihe tiefergehender Fragen auf: Wie können jüdische Einrichtungen und öffentliche Veranstaltungen besser geschützt werden, ohne das öffentliche Leben übermäßig zu militarisieren? Und wie kann ein Klima geschaffen werden, in dem antisemitische Ideologien weniger Nährboden finden, sowohl in der realen Welt als auch online? Der Angriff am Bondi Beach hat auf erschreckende Weise gezeigt, dass antisemitische Gewalt nicht bloß Geschichte, sondern eine bittere und sehr reale Gegenwart ist.
Siehe auch: Miliardär spenden Geld an den Helden vom „Bondi Beach“



