Özdemirs Werbeverbot für Fast Food, Snacks oder Süßigkeiten

Cem Özdemirs Werbeverbot für Fast Food, Snacks oder Süßigkeiten Werbung

Werbeverbot für Süßigkeiten und Fast-Food-Snacks! Ich unterstütze die Initiative von Cem Özdemir und sehe ein, dass es ein besserer Schutz unserer Kinder vor „Zuckerbomben“ notwendig ist. So soll die Werbung für ungesunde Lebensmittel, bei der Kinder die Zielgruppe sind sollen eingeschränkt bzw. verboten werden.

Das ist gar nicht so einfach, mal sehen, ob er es durchsetzen kann. Sinnvoll wäre es schon. Wir alle wissen, die Wissenschaft, die Medizin weiß längst, wie schädlich Zucker für die Gesundheit ist. Das fängt bei den Zähnen an und hört bei der Bauchspeicheldrüse (Diabetes) noch lange nicht auf. Zucker macht abhängig und hat in den üblichen Mengen in Süßigkeiten und vielen Lebensmitteln keinerlei Segen für den menschlichen Körper. Vor allem nicht für Heranwachsende.

Auch wenn es erheblichen Widerstand gibt und geben wird – immerhin geht es um viel Geld (auch für die Werbebranche und die Werbeplattformen wie TV und Radio etc.) – ist es wichtig, die falschen und schädlichen Gewöhnheiten zu thematisieren und den Umgang damit zu diskutieren. Mindestens das.

Unser Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir erklärt auf Twitter was er vor hat und worum es ihm geht:

Wir alle wollen, dass Kinder gesund groß werden. Im Koalitionsvertrag haben wir bessere Regeln für Kinderschutz in der Werbung für Lebensmittel mit zu viel Fett, Zucker & Salz beschlossen. Heute stelle ich meine Pläne vor. Kinder schützen, Eltern unterstützen, darum geht es.

Originally tweeted by Cem Özdemir (@cem_oezdemir) on 27. February 2023.

Warum das Werbeverbot für Ernährungsfehler überfällig ist

Wie kann es sein, dass man für etwas Werbung machen darf, was dem Körper, was den Menschen schadet? Unsere gesamte Kultur ist voll davon? Es wird – nicht nur mit Zuckerbomben, billigem Fast Food und Fett-Snacks – extrem viel Geld verdient mit schädlichem Zeugs. Das fängt bei der Umwelt hat und macht eben auch bei unseren Körpern – und Seelen – nicht halt.

Wenn dann die Zielgruppe der Konsumenten noch Kinder sind, Minderjährige, muss Schluss mit lustig sein. Klar die Haribo-Werbung ist brillant, kreativ, genial, mal will das Zeugs haben. Sofort. Wir Erwachsenen können sich kaum gegen die Magie der Werbung schützen – wie wenig können es Kinder. Gummibär mach Kinder froh und Aktionäre ebenso.

HARIBO TV-Spot Goldbären

Ich habe es so verstanden, dass diese Werbung nicht komplett verboten werden kann – und da Wirtschaftsfaktor auch gar nicht, noch nicht, verboten werden soll. Özdemir Idee ist es, dass Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt nicht mehr in der Zeit zwischen 6 Uhr und 23 Uhr beworben werden dürfen. Ich finde das gut und wüsste nicht, was dagegen spricht. Der gesunde Menschenverstand kann es nicht sein. Die Lebensmittelindustrie und irgendwelche schrägen Gesetze schon eher.

Destruktive Gewohnheiten langsam aufgeben

Kleine Kinder, die viel Zucker verzehren, konsumieren auch Jahrzehnte später als Erwachsene deutlich mehr davon. Offenbar werden die Weichen für das Verlangen nach den hochkalorischen Lebensmitteln in der frühen Kindheit gestellt.

netdoktor.de

Ich selber bin zum Teil im Tante-Emma-Laden meiner Oma aufgewachsen und dort gab es Süßigkeiten satt. Damals war es nicht bekannt, dass es schädlich ist. Meine Zähne haben es zu spüren bekommen. Und jetzt in reiferen Jahren geht es um die Grenze zum Beginnenden Diabetes (noch nicht, aber könnte).

Werbeverbote scheinen ein Tabu und erinnern in diesen schweren Zeiten an Zensur, die natürlich niemand will. Und Cem Özdemir ganz sicher auch nicht. Aber wenn etwas offensichtlich dem menschlichen Körper schadet und man trotzdem diese Sache geschickt bewerben darf, weil Geldverdienen über Gesundheit steht, dann stimmt etwas grundsätzlich nicht. Nicht nur im Staate Dänemark. In unserer Gesellschaft.

Dieses kleine Werbeverbötchen ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber es ist ein Anfang, ein Anfang, der helfen könnte, das Bewusstsein weiter zu schärfen, dass Kinder an dieser Stelle zu schützen sind. Sie verbringen schon so viel schädliche Zeit am Smartphone und weniger mit Freunden. Müssen sie sich auch noch mit diesem Dreck vollstopfen? Geht kaum anders. Aber lasst es uns wenigstens versuchen.

Ich für meinen Teil, versuche oft und nachhaltig auf Süßigkeiten zu verzichten. Ich kaufe sie gar nicht erst ein, dann können sie auch nicht gegessen werden. Ihre Verführungskraft ist nicht zu unterschätzen. Ja, gut, manchmal kaufe ich Schokopudding oder Chips, zuckerreduzierte Marmelade und zuckerreduziertes Müsli. Aber meine Tochter ist es, wie ich, gewohnt, zuckerhaltige und zuweilen fette Lebensmittel zu vertilgen. Die Entwöhnung ist nicht einfach. Auch deshalb heiße ich das Werbeverbot und die Initiative Özdemirs herzlich Willkommen!

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