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Buchtipp: Neusohnland – Wie aus 30 Tagen Auszeit unsere allerbeste Vater-Sohn-Zeit wurde

Buchcover: Neusohnland - Wie aus 30 Tagen Auszeit unsere allerbeste Vater-Sohn-Zeit wurde
Buchtipp: Neusohnland - Wie aus 30 Tagen Auszeit unsere allerbeste Vater-Sohn-Zeit wurde

Als wir noch eine heile Familie waren, sind wir in fernen Kanada im Urlaub gewesen. Unsere Tochter war noch klein, zwei oder drei Jahre alt. Ihr Onkel lebt in British Columbia. Wir fuhren damals die letzten Tag auf die Insel des äußersten Westens Kanadas, auf Vancouver Island. Dort kamen wir in einer charmanten Pension unter und ich führte einige Gespräche mit dem Vermieter, eine Mann in den mittleren Jahren. Die Kanadier sind oft sehr, sehr freundliche Menschen und machen gerne Kontakt. Dieser Vater erzählte mir von seinen Ausflügen in die Wildnis – und in Kanada ist es richtige Wildnis – alleine mit seinem Sohn – Neusohnland. Und später auch mit seiner Tochter. Die Kinder waren schon weit in der Pubertät oder hatten sie schon hinter sich. Aber ich erinnere mich über das Leuchten in den Augen des Vaters, seine Begeisterung für diesen Ausflug über die gemeinsame Zeit, die Intimität und die einmalige Erfahrung dieser besonderen Beziehung zwischen einem Vater und seinem nun flügge gewordenen Kind. Ich habe es sofort verstanden und auch beneidet. Ich habe hier keine Anschluss an Wildnis und bin nicht sicher, ob ich so ein Abenteuer mit meiner Tochter hinkriege. Wollen mal sehen, ist ja noch Zeit.

Aber das hier vorgestellte Buch Neusohnland ist ein Bericht über solche eine Erfahrung zwischen einem Vater und seinem Sohn. Die Erfahrung, die beide machen, die Intensität der Beziehung, die auf einem solchen Trip entsteht, die Intimität, die Augenhöhe, das gegenseitige Kennenlernen in ganz neuen Fassetten, ist etwas unendliche wertvolles. Es gibt nicht viele Bücher mit diesem Thema, kaum Erfahrungsberichte, keine Filme und sehr wenig Geschichten. Daher ist es Andreas Seltmann – und seinem Sohn, denn der muss ja zustimmen – sehr hoch anzurechnen, dass er sich traut, uns teilhaben zu lassen an einer ganz persönlichen Erfahrung.

„Eine Reise mit deinem Sohn ist ein Trunk aus der Quelle des Lebens. Sie stillt deinen Durst und den Durst des Sohnes.
Andreas Seltmann frei nach Christian Hebbel, 1813-1863

Vater-Sohn-Auszeit in Neuseeland

Als sein Sohn Tim mit 17 am deutschen Schulsystem scheitert, bricht für Andreas eine Welt zusammen. Er macht seinem Sohn ein Angebot: eine gemeinsame Vater-Sohn-Auszeit in Neuseeland. 3700 km, 30 Tage lang, 24 Stunden am Tag verbringen die beiden zusammen, unterwegs in einem beeindruckenden und wundervollen Land. Eine besondere Zeit für Tim, der seinen 18. Geburtstag allein, ohne Freunde, inmitten des Fjords von Milford Sound feiert, und für Andreas, der die Unbeschwertheit seiner Jugend wiederentdeckt. Neben zahlreichen Erlebnissen und überraschenden Abenteuern ist auch Zeit zum Reden: über falsche Freundinnen, Familiengeheimnisse, Männerfreundschaften, das Leben und darüber, wie lebenswichtig Männer im Leben von Söhnen sind. In berührenden und persönlichen Briefen an lebende, fiktive und verstorbene Personen erzählt das Buch die wahre Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung und zugleich einer inneren und äußeren Reise eines Mannes, der sich selbst neu findet und dessen Leben sich mit dieser Reise völlig verändert.
Siehe www.neuseesohnland.de
Der Autor Andreas Seltmann (Jahrgang 1968) ist glücklich verheiratet, Vater von zwei Kindern, Ingenieur, Marketingleiter, Business Moderator, Speaker und Employer Branding Experte. Er weiß, wie es Vätern heute geht und wie anstrengend es ist, Vater-Sein, Beruf, Familie, Verein und Hobby unter einen Hut zu bringen. Er hat selbst jahrelang als Manager damit zu kämpfen gehabt. Seine Überzeugung ist es, dass Väter ihre Söhne in ihr Mann-Sein begleiten müssen, damit aus ihnen starke, integre und ganzheitliche Männer werden. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren privat und beruflich mit der Frage, wie sich Menschen miteinander verbinden können, damit inspirierende und nachhaltige Kooperationen gelingen. Mit seinem Buch will er Männern und Vätern Impulse geben und sie ermutigen, sich auch auf den lohnenden gemeinsamen Weg mit ihren Söhnen zu machen. Seine Vision ist es, dass gesunde und starke Vater-Sohn-Beziehungen eine neue ganzheitliche und zufriedene Männlichkeit entstehen lässt.

Mein Fazit zu Neusohnland
Das Buch ist streckenweise in einer Art Briefform geschrieben. Der Vater schreibt an sich selbst, den Schutzengel, seine Frau, seinen Freunde, an seinen Sohn, sogar an „Bob, den Baumeister“ und an sonst wen, und berichtet so über die Zeit Down Under mit seinem Sohn. Am Ende jeden Briefes befindet sich die „Erkenntnis des Tages“, die meistens tatsächlich eine bereichernde Erkenntnis transportiert.

Das Buch Neusohnland ist absolut lesenswert und kurzweilig. Es ist schön gestaltet und schon deshalb leicht zu lesen. IN der Mitte befinden sich Farbfotos von dem Abenteuer in Australien. Am Ende gibt es sogar „11 Empfehlungen für deine unvergessliche Vater-Sohn-(Aus-)Zeit.“ Das finde ich.

Wie selten diese Haltung ist und gelebt wird: „Ein Vater muss seinen Sohn in sein Mann-Sein begleitet.“ Dabei ist genau das, was so vielen Männern fehlt, gefehlt hat: Ein guter Vater, zu dem man eine sehr gute Beziehung … besitzt. Das liegt daran, dass die Väter ebenfalls keine guten Väter hatten. Nicht selten durch die Umstände, Krieg etwa, beschädigt oder vernichtet. Umso wichtiger ist es, von Väter zu lesen, zu hören, Väter kennenzulernen, die es anders machen. Die ihre Mann- und Vatersein ernst nehmen und etwas anderes vom Leben wollen, nämlich gute Beziehungen zu seine Lieben und diese aktiv gestalten.

Ich werde neidisch beim Lesen, denn ich fürchte, so etwas wird mir mit meiner Tochter nicht gelingen. Aber vielleicht Wochenenden, Tage miteinander. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn aber ist etwas anderes, als zwischen Vater und Tochter. Und da ich meinen leiblichen Vater nicht kenne, ich mit einem suchtkranken Stiefvater aufgewachsen bin, der sich einen Scheiß um mich und meinen Bruder gekümmert hat, beneide ich Tim, den Sohn des Autors. Ich denke, dass ein solches Buch allen Vätern viel geben kann. Und wenn es nur die Idee ist, sehr gute, sehr tiefe Beziehungen zu seinen Kindern aufbauen, pflegen und leben zu können.

Leseprobe

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Neusohnland – Wie aus 30 Tagen Auszeit unsere allerbeste Vater-Sohn-Zeit wurde

Buch hier kaufen
von Andreas Seltmann
238 Seiten, Sorriso Gmbh (25. Oktober 2019)
ISBN: 3947702086
Preis 26,90 EUR

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

2 Kommentare zu Buchtipp: Neusohnland – Wie aus 30 Tagen Auszeit unsere allerbeste Vater-Sohn-Zeit wurde

  1. Lieber Mark, ich habe heute nochmal Deine Buchbesprechung gelesen und finde Sie sehr sehr gelungen und sehr persönlich – vielen herzlichen Dank!!! Du bist ein toller Papa, das spüre ich daran, wie oft Du über Deine Tochter nachdenkst … folge Deinem Herzen! Liebe Grüße Andreas Seltmann

    • Ach, das freut mich aber sehr, lieber Andreas. Nicht nur, dass die meine Rezension gefällt, sondern auch deine Rückmeldung über meine Reflektionen als Vater. Sehr charmant. Lieben Dank und schöne Grüße aus dem hohen Norden!

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