Die Ukulele-Story – Wo ist sie wann?

Die Ukulele Stoy

Es war einmal eine Ukulele. Die wollte das machen, wozu sie da war – sie wollte Musik machen. Da sie aber in einem Haus lebte, in dem ihre Besitzer sich aus Gründen, die sie nicht verstand, zerstritten hatten, hatte sie eines Tages zwei zu Hause. Aber wo sollte sie leben? Wo sollte sie wann sein? Wer konnte sie wo wann spielen? Und wer bestimmte das? Nur ein Ukulele-Besitzer? Oder beide? Und was, wenn sie sich nicht einig waren, nicht einigen WOLLTEN, wer bestimmte dann? Der der die Macht dazu hatte? Oder gab es so etwas wie Gerechtigkeit und Vernunft, so dass alles und vor allem die Ukulele zu ihrem Recht kommen konnte? Wem gehörte die Ukulele.

Die Antwort auf die Frage, wem die Ukulele gehörte, ist einfach zu beantworten: Die Ukulele gehört sich selbst. Aber eines Tages fand sie sich bei einem ihrer Besitzer wieder und durfte bei dem anderen nicht mehr sein. Oder nur sehr selten sein und nur dann, wenn es dem Besitzer, die sie ganz für sich beanspruchte, gefiel. Nun ist es ja so, dass man gemeinhin eine Ukulele nicht fragt, wo sie gerne sein möchte. Das wäre auch unsinnig, denn sie würde nicht antworten können, denn das Einzige, das sie tun wollte, war klingen, war Musik zu machen.

Doch nun begann ein furchtbarer Streit. Der eine behielt die Ukulele ein und das kleine Instrumentchen sah den anderen Besitzer, bei dem sie auch sein wollte, kaum noch. Es kam sogar eine alte hässliche, verstimmte Bassgeige, die eine hässliche Klapperkiste von Klavier anheuerte, die noch aus Zeiten stammte, da man Instrumente schlagen durfte, damit diese den einen, der die Ukulele nicht haben sollte, davon abhielt, dauernd genau darauf zu pochen. Dem flatterte denn auch eines Tages eine heftige Forderung ins Haus, dass er Unmengen an Golddublonen für den Unterhalt der Ukulele, die ja gar nicht mehr bei ihm war, bezahlen solle, die er gar nicht hatte. Was der eine Besitzer, der glaubte, die Macht zu haben und alles bestimmen zu können, genau wusste, aber dennoch drohte dem Besitzlosen ins Gefängnis werfen zu lassen. Denn er wollte die Ukulele nicht teilen. Darum ging es.

Die Ukulele aber wurde nicht gefragte. Und niemand redete mit dem, der seine geliebte Ukulele so sehr vermisste, das er beinahe wahnsinnig werden wollte darüber. Dabei verlangte er nicht viel, er wollte nur die Ukulele so oft haben, wie es gut für die Ukulele war, damit sie ihre wundervolle Stimmung behielt. Aber davon wollte der Besitzer, der das Instrument einbehielt nichts wissen, denn der er war fest davon überzeugt, im Recht zu sein. Ein Recht allerdings, das es gar nicht gab. Denn in dem Land, in dem diese Ukulele lebte, hatte niemand alleine alle Macht, sondern jeder musste immer wieder mit allen andern reden, um eine gewisse Einigkeit erzielen zu können, ohne die nichts, aber so richtig gar nichts funktionieren konnte.

Das klapprige Klavier und die schäbige Bassgeige versuchten nun den hilflosen zweiten Besitzer der Ukulele ins Gefängnis zu werfen, was ihnen auch beinahe gelungen wäre. Das ganze Orchester wunderte sich, dass man sich über den Besitz eines so kleinen Instruments überhaupt streiten konnte und sucht einen Sinn darin zu sehen, der aber sich aber nirgends zeigen wollte.

Instrumente gehören sich selbst und wollen Musik machen. Jeder sollte sie spielen dürfen, und wenn sich zwei streiten, sollen sie sich das Instrument fair teilen, damit der Klangkörper mal hier erschallen darf und mal dort. Ein solches Wesen ist nicht dazu da, dass man sich über ihn zerstreite, sondern dass es erklingen möge, so oft es ginge. Alte Instrumente wie die olle Bassgeige und das schäbige Klavier, die beide ihre Zeit schon hinter sich hatten, sollten in den Keller geschafft werden, wo sie Katzenmusik machen können und niemanden stören. Die anderen aber sollen sich freuen an der Musik, am Orchester, den Instrumenten, an den Besitzern, die sie pflegen und überhaupt an allem, das da singt und klingt und swingt!

Born to Be Wild – The Ukeboys – Altona macht auf

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten von Zawezome

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