Gefahr im Straßenverkehr – Die Kleine ist sehr empfindlich gegen Kritik

Kinder im Straßenverkehr

Sie macht das alles ganz toll. Gerade auf und an der Straße, an der Kreuzung und an der Ampel, kaum je gab es ein Problem. Aber wenn mal ein Fehler geschieht, reagiert sie (im Mai wird sie 5 Jahre alt) sehr empfindlich und fängt an zu weinen. Sie leugnet das eben Geschehene und scheint es überhaupt nicht zu ertragen, wenn man erklärt, warum ihr Verhalten im Straßenverkehr nicht gut und gefährlich war. So geschehen gestern.

Verkehrserziehung scheint gerade DAS Thema zu sein. Vor 14 Tagen war sie mit dem Kindergarten beim Verkehrskasper der Verkehrspolizei. Der Pflegevater einer Kindergarten-Freundin arbeitet dort. Unsere Lütte erzählte uns zwar, wie das Kasperle-Theater so ging, ließ aber nicht durchblicken, ob und was sie über den Straßenverkehr gelernt hatte. Klang so, als sei die Polizei selbst sehr begeistert von ihrer Kasperei, bei den Elementarkindern kommt aber vielleicht gar nicht an, was hier beabsichtigt war. Nämlich Obacht im Straßenverkehr und ein besseres Verständnis für die Vorgänge an Straße und Ampel.

In letzte Zeit hatten wir zwei kleine Konflikte, was ihr Verhalten auf der Straße betrifft. Die geäußerte Kritik an ihrem Verhalten hat sie sich sehr zu Herzen genommen und viel geweint. Ist sie jetzt so empfindlich und bin ich zu direkt, zu unpädagogisch, zu undiplomatisch mit ihr? Ich weiß es nicht.

Nun muss ich vorweg schicken, dass wir GEMEINSAM zuweilen mal eine Ampel überqueren, die gerade im Moment rot geworden ist. Ist nicht ganz in Ordnung, aber ganz falsch ist es auch nicht. Es ist realistisch. Dennoch verhält sich meine Maus, gerade wenn sie Fahrrad fährt, sehr gut an Kreuzungen und Ampeln.

Gestern waren wir mit zwei kleinen Jungs und deren Vater bei schönstem Frühlingswetter in einem großen Hamburger Park. Wir hatten die Kinderfahrräder mitgenommen, weil die Strecken im Park ziemlich weit sind. Und das hat auch gut geklappt. Bis abgestiegen und eine Straße überquert werden musste. Vom Fahrrad absteigen mussten die Kinder, um eine Treppe hinab zu einer kleinen Parkstraße zu kommen. So geschah ist. Unsere Maus war aber insgesamt recht aufgedreht, wie die beiden Burschen auch. Ich hielt ihr Rad und wir ließen Autos passieren. Dann waren die Autos fort und die Kleine meinte: „Ich kucke links und rechts“ und rannte im selben Moment nach vorne – eben ohne VORHER nach links und rechts zu schauen. Und prompt wäre sie fast von einem Tandem-Rad zusammengekracht, weil dessen Lenker das Mädchen in Laufrichtung umfahren wollte. Er rechnete nicht damit, dass das Kind plötzlich losrennen würde und musste voll in die Eisen und vom Rad. Der schimpfte natürlich sofort und ich hatte auch schon geschrien. Ich erklärte ihr, dass sie BEVOR sie los lief nach beiden Seiten schauen sollte, und sie das diesmal nicht gemacht hätte. Sie bestand aber weinende, zeternd und schreiend darauf, dass sie das aber doch so gemacht hätte. „Nein, du hast es nur gerufen, aber nicht getan.“ Sie war kaum zu beruhigen. Ein weiteres Mal sah es so aus, als reagiere sie sehr empfindlich auf Kritik.

Vor wenigen Tagen durfte sie allein zum Bolzplatz laufen und dabei unsere kleine Straße vor der Tür überqueren. Ich beobachtete alles vom Balkon aus, auf der anderen Straßenseite geht eine Fußgängerweg ganz ohne Autos zum Fußballfeld. Sie machten alles super so allein. Nur dass sie an der Straße nicht eindeutig stehen blieb und nach links und rechts schaute, bevor sie die Fahrbahn querte. Kam ja auch kein Auto, was eindeutig war. Dennoch fühlte ich mich von oben herab dazu berufen, diese Sache anzumahnen. Nach 10 Minuten kehrte sie zurück und die Sache wiederholte sich. Es kam kein Auto, sie schaute aber nicht. Nicht, dass sie blindlings drauflos lief, sie hatte offenbar die Situation im Griff und wusste sehr genau, dass kein Auto und keine Gefahr drohte. Von oben sah das aber ziemlich kritisch aus. Und so hielt ich ihr das vor, dass sie nicht stehengeblieben ist und sich nicht umgeschaut hat. Auch hier gab es dicke Krokodils-Tränen und sie bestand darauf, alles richtig gemacht und sich umgeschaut zu haben.

Später sagte ich, dass wir das jetzt noch mal mehr üben müssen mit dem Über-die-Straße-gehen. Das fand sie auch nicht gut und heulte wieder los. Sie reagiert sehr, sehr empfindlich auf solche Kritik. Ist das normal? Oder ist sie einfach nur sehr sensibel? Fehlt ihr etwas Selbstbewusstsein, sie ist oft recht schüchtern? Oder gehört das also so für ein kleines Mädchen? Sind natürlich nicht alle so, also ist es eine Besonderheit? Oder mache ich etwas falsch? Bin ich zu streng? Zu kritisch? Ich versuche in diesen Momentan meine Kritik abzuschwächen und was, was sie gut gemacht hat zu stärken, nehme sie in den Arm oder auf den Schoß und überzeuge sie, dass alles gut und ja nichts passiert wäre …

Über Papalapapi
Meine Tochter kam im Mai 2009 gesund und munter zur Welt. Sie ist der süßeste Goldschatz, den es gibt. Mich beschäftigt das gesellschaftliche und persönliche Thema der Vaterschaft und der Familie. Ich selbst bin Spätgebärender ...

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