Gil Ofarim ist nicht die simple „Mobber-Opfer-Story“, sondern ein komplexer, vielschichtiger Fall. Seine Haltung im Camp wird geteilt wahrgenommen – und teils verteidigt, teils kritisch bewertet. Durch sein hartnäckiges Schweigen zeigt sich, was für ein schwieriger Charakter dieser Mann eigentlich ist.
Psychologisch ist dieses Drama hochspannend. Ich bin übrigens Dschungelcamp-Fan der ersten Stunde. Man sieht Gruppendynamik und erfährt etwas über unsere sozialen Masken und die Funktionsweise des Medienbetriebs.
Gil Ofarim tat genau das:
- Er wäscht keine schmutzige Wäsche.
- Er benennt keine Schuldigen.
- Er instrumentalisiert niemanden.
Damit schützt er – paradoxerweise – nicht nur sich, sondern auch die Gruppe.
Das ist ein klassisch männlicher Impuls, der oft missverstanden wird:
Ich halte das, damit die Gruppe weiter funktioniert.
Für das Team da sein, statt sich selbst zu inszenieren
Im Dschungelcamp zeigt Gil Ofarim etwas, das in toxischen Umgebungen selten ist: Kooperation ohne Kalkül.
Er arbeitet mit.
Er hilft.
Er ordnet sich ein.
Er ist sich für nichts zu schade.
Das ist keine Unterwerfung.
Das ist Bindungsarbeit.
Männer, die so handeln, stabilisieren Gruppen. Sie sind die, die mit anpacken, wenn es unangenehm wird. Die nicht fragen: Was bringt mir das?
Sondern: Was braucht es jetzt?
Ein reguliertes Nervensystem inmitten des Strums
Vielleicht der wichtigste Punkt – gerade aus gesundheitlicher Sicht:
Gil Ofarim wirkt reguliert.
Während andere eskalieren, vorwerfen, meckern, ausgrenzen, bleibt er ruhig.
Nicht bitter. Nicht hart. Sondern präsent.
Ein reguliertes Nervensystem wirkt anziehend. Menschen spüren Sicherheit.
Und Sicherheit ist die Grundwährung von Vertrauen. Unsicherheit aber der Nahrstoff für Krawall, Lautstärke, Vorwurf und Du-Botschaften.
Das erklärt, warum viele Zuschauer ihn nicht trotz, sondern wegen seines Schweigens unterstützen. Er wird zur Projektionsfläche – ja. Aber zu einer, auf die Menschen Stabilität und Friedfertigkeit projizieren.
Warum Gil Ofarim für viele Männer Vorbild sein darf
Nicht, weil alles geklärt ist. Nicht, weil es keine offenen Fragen gäbe. Nicht, weil er ohne Fehler wäre.
Sondern weil hier ein Mann steht, der sagt – ohne es auszusprechen: Ich bleibe bei mir. Ich bleibe respektvoll. Ich bleibe Präszenz. Aber ich habe Grenzen.
In einer Zeit, in der Lautstärke, Empörung und moralische Selbstüberhöhung belohnt werden, ist das eine Gegenbewegung. Und eine notwendige. Ich habe Grenzen.
Viele Kritiker wünschen sich ein öffentliches Schuldbekenntnis in klaren Worten. Das ist verständlich. Aber psychologisch betrachtet gibt es noch eine andere Dimension:
- Manchmal ist Halten wichtiger als Erklären.
- Manchmal ist Würde wichtiger als Rechtbehalten.
- Manchmal ist Standing wichtiger als Narrative.
Am Ende bedankt sich Ofarim bei allen.
Das ist kein PR-Move.
Das ist eine Haltung.
Und genau deshalb habe die Zuschauer für Gil Ofarim gestimmt. Nicht aus Blindheit, oder weil er das Opfer wäre. Sondern um ihn und das Verbundene zu stärken. Und ihm, wie er es sich erbat, eine 2. Chance zu geben. Und die haben wir alle verdient. Oder? Für mich ist nicht nur die Unschuldsvermutung ein hohes Gut, sondern auch dass jeder Mensch (außer denen eine „besondere schwere der Schuld“ nachgewiesen werden konnte) eine 2. Chance verdient hat.
Gil trigg ert, ja. Aber was genau?Gil Ofarim bleibt eine umstrittene Persönlichkeit. Aber wer will in seinen Kopf schauen, in sein Herz? Wer ist in seinen Schuhen gelaufen? Wer maßt sich an, besser zu wissen, als er, warum er was macht? Diskutieren wir weiter (mit ihm). Aber sehen wir auch seine Leistung. Die Abkehr von Hass und Verachtung, die Handreichung und das Verzeihen, weil dies das Beste für alle ist.
Für mich ist die Sache, du siehst es ja, nicht so klar und einfach, wie es für mache aussieht.
Das Thema ist Menschlichkeit. Die hat Gil im Camp gezeigt.
Arm ist, wer weder nette Worte, noch ein Lächeln zu verschenken hat!
Unbekannt
Lesenswert:
- Rhetorikexperte analysiert auf FOCUS: Hinter Gil Ofarims Dschungelcoup steckt eine regielose Inszenierung
- Das Schweigen im Dschungel: Gil Ofarims PR-Strategie auf dem Prüfstand
- Ofarims Aussagen fallen durch den Faktencheck




Puh, ganz schwieriger Text, der sehr viel relativiert was Ofarim in seiner Vergangenheit gemacht hat. Es gab ja auch ein Leben vor dem Vorfall im Hotel. Er hat seine Frau in die Depression getrieben, ihr die Kinder weggenommen. Er ist zwei Mal verurteilt wegen Körperverletzung. Nun zum Vorfall im Hotel. Er hat damals nachweislich gelogen, hat diese Lüge über 2 Jahre und sogar im Prozess aufrechterhalten und hat sie nur zurückgezogen weil eine Verurteilung im Raum stand. Er hat dann auf Anraten seines Anwalts diese drei Sätze vorgelesen. Dafür daß er das Leben eines Menschen zerstört hat ist das sehr wenig Reue. Diese Reue hat er auch im Dschungel nicht gezeigt. Im Gegenteil, er hat sogar noch weiter Zweifel gesät. Er ist und bleibt Täter und ein schlechter Mensch
OK. Stopp. Ich ziehe meine Aussagen zurück. Es gibt einen neuen Erkenntnisstand.
Habe den Beitrag entsprechend geändert.
Danke für deinen Kommentar. Das hat was ausgelöst und ich habe weiter recherchiert. Heute sind heute Artikel über den Fall Ofarim herausgekommen.