Mein Weihnachten als Trennungsvater

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Was macht ihr Weihnachten? Wie sieht euer Weihnachten aus? Wie verbringt ihr als Trennungseltern Weihnachten. Es ist nicht einfach für alle, für Trennungsmütter, Trennungskinder und Trennungsväter, von den Trennungsgroßeltern und allen anderen Freunden und Verwandten einmal abgesehen, ein friedliches, schönes und gerechtes Weihnachtsfest zu organisieren.

Die Sache mit dem Weihnachtsbaum

Sagt man eigentlich noch Christbaum? Oder Tannenbaum? Oder ist Weihnachtsbaum richtig? Ihr wisst jedenfalls, was gemeint ist. Die Frage ist nicht nur, wo die Trennungsfamilie Heiligabend verbringt, sondern beim wem ist das Trennungskind? Oder ist dort ein geschmückter Tannenbaum zugegen?

Ich hatte bisher keinen Tannenbaum. Jetzt sage ich selber Tannen-, statt Weihnachtsbaum. Seit der Trennung im Jahr 2015 hatte ich keinen Christbaum in meiner Wohnung. Wozu auch. Heiligabend ohne meine Familie braucht es keinen Baum. Ich habe auch gar keinen Schmuck für so ein Bäumchen und bin am heiligen Abend eh woanders. Jedes Jahr. Denke ich. Die kleine hat den Baum bei ihrer Mama – die mittlerweile auch keinen Weihnachtsbaum mehr aufstellt – und vor allem einen dort, wo sie Heiligabend die Geschenke bekommt, bei ihren Großeltern mütterlicherseits. Der ist zwar künstlicher, aber es ist schön. Also ist für das Kind gesorgt, ich selber, der Trennungsvater, komme schon irgendwie zurecht.

Aber in diesem Jahr habe ich einen Baum. Wollte meine Tochter so. Ich hatte sie gefragt. Ihre Mama macht keinen, bei Oma und Opa ist sie nur kurz, und wenn Papa sie fragt, sagt sie natürlich ja. Also habe ich einen kleinen Fair-Trade-Weihnachtsbaum vom Supermarkt besorgt und aufgestellt. Den Christbaumschmuck haben wir dann von der Trennungsmama geliehen und die Tochter das Bäumchen mit viel Liebe geschmückt. Jetzt freue ich mich dran, das war eine gute Idee. Ist auch viel gemütlicher zuhause jetzt.

Otto Waalkes – Single Bells – Fröhliche Weihnachten!

Heiligabend ohne Familie

Aber nicht Weihnachten. Weihnachten ist schon etwas Familie. Unsere Familie ist zwar klein – mein einziger Bruder hat keine Kinder, die relativ wenigen Nachfahren der geflüchteten Ostpreußen leben im Süden der Republik – aber irgendwie sieht man sich doch.

Meine Mutter überwintert auf den Kanaren, die ist also gar nicht da. Mein Bruder macht sich nach eigenen Angaben nichts aus Weihnachten. Die Stiefschwester ist zwar von Kalifornien zurück nach Deutschland gezogen und hat mich eingeladen, Heiligabend mit ihr und ihrer Mutter zu verbringen, aber ich komme nur nachmittags zum Kaffee.

Denn ich verbringe den heiligen Abend mit meinem besten Freund, einem weiteren Trennungsvater. Weihnachten bei Trennungsvätern. Ich mache eine lecker Ente, er bringt Rotkohl und Nachtisch und dann essen wir zusammen und erzählen uns Geschichte.

Mein Trennungskind, meine süße Tochter, kommt am 1. Weihnachtstag zu mir und erhält dann eine zweite Bescherung. Der Weihnachtsmann schenkt ihr etwas, dass ihr mehr Zeit ohne Smartphone bescheren soll. Das Gesicht möchte ich sehen. Sie hatte sich nichts gewünscht, wollte überrascht werden. Werde ich aber auch hier nicht verraten.

Am 2. Weihnachtstag war irgendwas, aber das habe ich gerade vergessen. Oder doch: Wir treffen uns in der Gesprächsgruppe und essen die Reste.

So ist also mein Weihnachten als Trennungsvater jedes Mal etwas anders. An einem Tag kommt meine Tochter, den Heiligabend verbringt sie bei den anderen Großeltern, weil dort in der Trennungsfamilie mehr Familie ist, was ja schön ist für das Trennungskind. Und ich schaue, wer Zeit hat und wo ich bleibe. Bisher hatte sich immer etwas ergeben. Ich hoffe jedes Jahr, dass ich mal eine neue Partnerin finde, mit der es dann anders wird. Aber das ist leider noch nicht eingetreten. Ich arbeite daran.

Bisher hatte sich immer etwas Schönes ergeben. Mit Freunden, bei der Stiefschwester, bei mir im Streit mit einer neuen Freundin. Irgendwas ist immer.

Fernsehtipp Weihnachten 2023

Loriot – Weihnachten bei Hoppenstedts im Bayerischen Fernsehen!

Fröhliche Weihnachten euch allen. Lasst euch nicht unterkriegen und haltet den Kopf immer schön über Wasser. Das Leben ist schön und es kann nur besser werden!

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