Männermagazine – Lifestyle & Titten, Waschbrettbauch & Karrierearsch

Frauenzeitschriften gibt es wie Sand am Heu. Aber wie sieht es mit Männermagazinen aus? Welche Themen behandeln sie? Gibt es neben Playboy und Men’s Health noch irgendetwas von Belang? Gibt es vielleicht eine Männerzeitschrift, die dem Geschlecht in seiner Vielfalt auch nur annährend gerecht wird? Oder sind Männermagazine gleich Nachrichtenmagazine, weil in deren Redaktionen irgendwie auch der Mann zu Hause ist? Fragen über Fragen beim Thema Mann & Magazin.

Wenn der Blick in einem Bahnhofskiosk über die Regale mit gigantischen Menschen an Printmedien und Publikationen streift, fällt ihm ein Ressort besonders ins Auge: Frauenheft und -Magazine. Denn dieses Metier nimmt mindestens zwei ganze Regale in Anspruch, reicht von der Häkelpost und Promiklatsch, bis zur Fernsehzeitung und der Emma, von Brautmoden über Schwangerschaftsheften bis hin zum Flagschiff der Frauenmagazin – der Brigitte.

Sucht man nach einem vergleichbaren Augenfang, bleibt der Blick an Nacktbildern, an Busenbrüsten und Tittenärschen hängen. Es sind zwar auch irgendwie Frauenheft nur umgekehrt. Es ist scheinbar das, was das Männerherz sehen will: Bumsmamsells.

Geht es nur so? Als Macho? Nur im Bezug auf attraktive Weibsbilder (die sich oft genug abhängig von der Bewunderung und des Begehrens der Männer machen und daraus Bestätigung und Identität beziehen)?

Rogue January 1962Rogue, January 1962

Doch nein, halt, es gibt noch eine Abteilung die durch tendenziell seriöse Publikationen ins Auge sticht. Playboy, damit fängt es an, mit Men´s Healtsch (natürlich in Deutsch) und dem angebappten Six-Pack-Ratgeber geht es weiter, bei Matador und FHM hört es aber auch schon wieder auf. Eine Wüstenei. Ein erschütterndes Ergebnis von Flachthemen und Oberflächlichkeit die diese Heft in der Regel bieten, dass einem Kerl ganz anderes werden könnte. Selbst in der Hobby-Ecke, bei den Auto-Zeitschriften und Schießgewehrheften findet wir mehr Tiefsinn, als in dem Pseudo-Mannsbildern auf den Titelseiten der sogenannten Männermagazine.

Woran liegt das? Ist es wirklich so schlecht bestellt um die Männer? Sind es die Verlage, die seit eh und je gutes Geld verdienen mit der Maxime: Give them what they want? Oder interessiert es die Kerle einfach nicht, wer sie sind, wie sie zu dem geworden sind, der sie nun einmal sind, was wirklich in ihnen steckt, was es ausmacht ein Mann zu sein, ein Vater, ein Mensch? Oder handeln das die „normalen“ Zeitschriften in ihren vielen Meldungen und Artikeln nebenher so ab?

Am Tiefpunkt des Männer-Images arbeitet weiterhin fieberhaft der Gruner + Jahr Verlag, der sich ganz offenbar satte Gewinne aus der Oberflächlichkeit der Menschen verspricht. Bei dem neuen „Business-Lifestyle-Magazin für Männer“ Business Punk, dreht sich mir der Magen um. Seit Sasha Lobo ist es offenbar en vogue von Punker in Geschäftshosen zu sprechen. Sehr männlich. Nur hat kaum ein Business Punk je über Mannsein nachgedacht.

Das toppt der Hamburger Verlag jedoch mit BEEF – Magazin für Männer mit Geschmack. Glücklicherweise erscheint das nächste Fleisch-Heft erst im nächsten Frühjahr. Männer = Steaks. Punkt. Es ist ein solch gottverdammtes Trauerspiel an dieser Stelle, das es gar nicht so viele Rinder im ehemaligen Brasilianischen Urlaub gibt, die man fressen müsste, um so viel kotzen zu können, wie man möchte.

Doch es gibt natürlich auch viele „andere“ Männer, Männer, die etwas anderes wollen. Und die längst ein eigenes Magazin verdient hätten, ein E-Mannzipatorisches Monatsheft, das uns als liebende Menschen, als Väter und Partner der Frauen gerecht wird.

Fotos: TheeErin – Erin! (Rhymes with nervous), Uh … Bob

Über Papalapapi

Kind und Tochter und Papalapapi, Vater & Mann.
Vaterblogger, Elternbloger, Männerblogger schreibt über alle Themen rund ums Kinderhaben aus seiner subjektiven männlichen und väterlichen Sicht. Und auch über das Mannsein in unserer Gesellschaft.

1 Kommentar zu Männermagazine – Lifestyle & Titten, Waschbrettbauch & Karrierearsch

  1. Sehr schöner und richtiger Artikel. Die Frage ist aber auch, wer denn diese Zeitschriften kauft. Ich habe es bis zu einem Alter von Mitte 30 auch getan, da man (ich) noch nicht so richtig wusste, was wirklich wichtig ist (die Suche dauert in Teilbereichen noch an) und da sind Themen wie Frauen, Muckis und Karriere doch schon wichtig, um das eigene Vakuum zu stoffen. Keine Zeitschrift ohne Zielgruppe. Ich lese diese Blätter nicht mehr, weil mich die Themen nicht interessieren un dzu monothematisch sind. Als Männerthema lese ich gern den „Kicker“ und die „Auto-Motor-Sport“. Meine Art der Männerzeitschriften.

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