Großbritannien will eine rauchfreie Generation schaffen

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In Großbritannien entsteht gerade etwas, das vor wenigen Jahren noch undenkbar schien: eine rauchfreie Generation.

Das britische Parlament hat beschlossen, dass Menschen, die nach 2009 geboren wurden, niemals legal Zigaretten kaufen dürfen. Meine Tochter wurde 2009 geboren. Das ist ein gutes Zeichen. Sie ist fast 17 und raucht nicht, will das auch nicht und darauf bin ichstolz.

Der Gesetzgeber in Großbritannien will also, dass diese Generation grundsätzlich nie mit mit dem Rauchen anfängt. Das Ziel dahinter ist klar: Kinder und Jugendliche sollen gar nicht erst in eine lebenslange Nikotinsucht hineinwachsen.

Und ehrlich gesagt: Ich halte diesen Ansatz nicht nur für sehr mutig, sondern für extrem sinnvoll. Und längst überfällig – ein tolles Vorbild für uns in Deutschland!

Rauchen ist keine harmlose Gewohnheit

Die Debatte über das Rauchen wird oft erstaunlich weich geführt. Als würde es um eine persönliche Marotte gehen. Um Freiheit. Um Genuss. Aber Rauchen ist keine kleine Eigenart. Rauchen ist eine schwere Sucht.

Nikotin beeinflusst das Belohnungssystem im Gehirn, reduziert kurzfristig Stressgefühle und verknüpft sich mit Alltagssituationen. Kaffee. Alkohol. Gespräche. Pausen. Einsamkeit. Überforderung.

Viele Raucher wissen genau, wie gefährlich Zigaretten sind. Und trotzdem rauchen sie weiter. Nicht, weil sie dumm sind. Sondern weil Sucht stärker ist als ihre Vernunft.

Genau deshalb wäre eine rauchfreie Generation so wundervoll. Die Idee, wie sie jetzt in Großbritannien ins Werk gesetzt wird, setzt eben früher an, vor der Sucht. Nicht erst bei der Entwöhnung, sondern bevor die Abhängigkeit überhaupt beginnt.

Die gesundheitlichen Folgen sind längst bekannt

Die medizinischen Fakten der gesundheitlichen Folgen des Rauchens sind eindeutig und unübersehbar.
Rauchen erhöht das Risiko für:

  • COPD
  • Lungenkrebs
  • Schlaganfälle
  • Herzinfarkte
  • Lungenemphysem
  • Gefäßerkrankungen
  • zahlreiche weitere Krebsarten

Laut Deutschem Krebsforschungszentrum geht etwa jeder siebte Todesfall in Deutschland direkt auf das Rauchen zurück. Rund 131.000 Menschen sterben hierzulande jedes Jahr an den Folgen des Tabakkonsums.

Und trotzdem wird Rauchen kulturell oft noch romantisiert. Die Zigarette zum Wein. Die Pause vor der Tür. Der Rauch in der Nacht. Dabei ist Rauchen in Wahrheit vor allem eines: scheußlich. Aber auch unfassbar dämlich. Man schadet sich auf ganzer Linie, auch wenn sich das beim Qualen nicht so anfühlt, sondern „Genuss“ sein soll.

Doch wenn man dann im Krankenhaus dem Ende entgegen röchelt, dann bin ich mir sicher, dass der Preis für diese Art Genuss viel zu hoch ist. Aber der Mensch lernt offenbar nur aus Schaden. Doch hier ist es oft zu spät. Deshalb ist die rauchfreie Generation ja eine so schöne Idee.

Eine rauchfreie Generation schützt auch andere

Rauchen betrifft nicht nur Raucher. Kinder atmen Passivrauch ein. Angehörige begleiten schwere Erkrankungen. Krankenkassen tragen enorme Folgekosten. Und die Umwelt wird mit Milliarden Zigarettenkippen belastet.

Wer durch Innenstädte läuft, sieht die Reste dieser Sucht überall auf dem Boden liegen. ndere Länder reagieren längst deutlich konsequenter: In Japan darf in vielen öffentlichen Bereichen überhaupt nicht mehr geraucht werden. Selbst auf Straßen gelten teils strenge Regeln. Geraucht wird nur an ausgewiesenen Orten.

Das wirkt dort nicht wie Freiheitsverlust. Sondern wie Rücksichtnahme.

Freiheit bedeutet nicht grenzenlose Normalisierung

Natürlich bleibt die Frage nach der Eigenverantwortung. Ja, Erwachsene dürfen ungesunde Entscheidungen treffen. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass eine Gesellschaft eine hochgradig süchtig machende und tödliche Substanz dauerhaft normalisieren, bewerben und überall sichtbar machen muss.

Vor allem Kinder und Jugendliche brauchen Schutz. Denn kaum jemand beginnt mit 45 Jahren plötzlich zu rauchen. Die meisten Raucher starten jung. Genau dort setzt die Idee für die rauchfreie Generation an.

Deutschland diskutiert noch

Während Großbritannien handelt, gilt Deutschland bei der Tabakkontrolle weiterhin als Nachzügler. Die WHO kritisierte wiederholt zu schwache Maßnahmen, zu wenig Hilfe bei der Entwöhnung und unzureichende Werbebeschränkungen.

Rauchen gehört weiterhin zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken in Deutschland. Trotz jahrzehntelanger Aufklärung sterben jedes Jahr rund 127.000 bis 131.000 Menschen an den direkten Folgen des Tabakkonsums. Das bedeutet: Etwa jeder siebte Todesfall in Deutschland hängt inzwischen mit Rauchen zusammen.

Dabei müsste die eigentliche Frage längst lauten: Warum akzeptieren wir immer noch etwas, das nachweislich krank macht, die Umwelt belastet und hunderttausende Familien betrifft? Warum ist die rauchfreie Generation nicht schon viel früher in Angriff genommen worden?

Vielleicht wird man in einigen Jahrzehnten auf das Rauchen ähnlich zurückblicken wie heute auf Asbest oder verbleites Benzin. Als etwas, das viel zu lange gesellschaftlich akzeptiert wurde.

Eine mutige Idee

Die rauchfreie Generation per Gesetzt zu beschließen ist unbequem. Aber vielleicht sind unbequeme Ideen manchmal notwendig.

Nicht aus moralischer Überlegenheit. Nicht aus Verachtung gegenüber Rauchern. Sondern aus dem Versuch heraus, kommende Generationen vor einer Sucht zu schützen, die jedes Jahr Millionen Menschen krank macht und tötet.

Nie werde ich vergessen, wie mein 20-Jahre älterer Freund Isi mit COPD immer wieder im Krankenhaus lag. Als ich ihn einmal besuchen kam, sah ich ihn von Weitem im Raucherbereich vor den Kliniktüren schnell und heimlich eine Zigarette ausmachen, als er mich kommen sah. Wenige Wochen später war er tot. Erstickt über Nacht.

Willst du das? Willst du das für deine Kinder?

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Papalapapi

Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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