Spanisch schwimmen lernen

Spanisch schwimmen lernen

Kinder lieben den Strand, das Wasser und das freie Rumtoben im Sommerurlaub. In Spanien versammeln sich alle Generationen am Meeresaum und genießen den Sommer. Doch kleinere Kinder finden das große, kalte, blaue Meer, mit seinen rauschenden Wellten nicht automatisch toll. Sie haben instinktiv großen Respekt vor diesem wilden, unkontrollierbaren Element, auch wenn um sie rum alle anderen Kinder in die Brandung springen, dass es nur so eine Freude ist. Die kleineren, die noch nicht schwimmen können, tragen Schwimmflügel. Nur die kleineren Geschwister trauen sich nicht. Nun konnten wir wiederholt beobachten, wie diese Kinder von den Spanieren an das Wellenbad am Strand gewöhnt werden: Sie werden geschnappt und mit hineingenommen. Sie schreien zwar wie am Spieß, aber das scheint die Erwachsenen kaum zu beeindrucken. Sie ziehen das durch.

Wir haben das wiederholt geobachtet, wie kleine Kinder, die das gar nicht wollen, mehr oder weniger ins kalte Wasser gezwungen werden. Zwar auf dem Arm des Papas, aber Unmut und Unwillen des Kleinen, äußerst sich deutlich im hemmungslosen schreien. Was die Eltern nicht dazu veranlasst, den zweifelhaften Versuch abzubrechen. So ganz passt das nicht zu dem Bild, dass ich vom Umgang mit Kindern in Spanien habe. In Spanien sind Kinder immer und überall ganz selbstverständlich dabei. Das bewundere ich einerseits, finde es aber auch ganz selbstverständlich und gesund. In Deutschland ist das nicht so, was auch nicht lange verwundert. Doch es kann sein, dass es in Spanien eher mal einen „hinten drauf“ gibt, als bei uns.

Natürlich machen wir das nicht so. Wir schnappen unser Mädchen nicht und zwingen sie auf diese Weise, sich an das Wasser zu gewöhnen. Sie hat alle Zeit der Welt, sich die Sache in Ruhe anschauen und in Ihrem Rythmus, auf ihre Weise sich der Sache anzunähren. Und in der Tat konnten wir gut beobachten, wie unsere Süße jeden Tag mehr zutrauen fand. Sie traute sich immer mehr zu im Wasser und sah ja auch, wie die anderen Kindern das machten. Das braucht es wirklich niemanden, der sie zu irgendetwas zwang. Wozu auch?

Diese Art „Schocktherapie“, so fürchte ich, ist weiter verbreitet, als wir glauben. Fängt beim Kindergarten an, geht über das eigene Bettchen im eigenen Zimmer, über die Übernachtung bei Oma und unter Aufsicht eines Babysitters, bis hin, wie wir gesehen haben, zum Zwang, in den kalten, rauschenden Ozean zu gehen. Eine Begründung dafür finde ich nicht. Nur die Ungeduld der Erwachsenen, ihre Gefühlosigkeit, weil mit ihnen selbst so umgegangen wurde. Es geschieht aber meist ohne Not. Die Kinder haben sich gefälligst an die Erwachsenenwelt anzupassen, die Erwachsenen wissen besser, was wann den Kinder zu gefallen hat. Da geht nichts daran vorbei …

Nein, das kann es nicht sein. Wir versuchen stets, es unserer Kleinen zu überlassen, wann und wie sie den nächsten Schritt macht. Vielleicht braucht sie deshalb noch nachts einen Schnuller, vielleicht geht sie deshalb noch nicht auf Toilette. Oder ist es Trotz? Wir vertrauen ihr, auch, wenn das manchmal schwer fällt; wir vertrauen ihr, dass sie zur rechten Zeit, wann sie es für richtig hält und so weit ist, den nächsten Entwicklungsschritt macht. Es muss aus ihre selber kommen – dann ist alles gut.

Über Papalapapi

Kind und Tochter und Papalapapi, Vater & Mann.
Vaterblogger, Elternbloger, Männerblogger schreibt über alle Themen rund ums Kinderhaben aus seiner subjektiven männlichen und väterlichen Sicht. Und auch über das Mannsein in unserer Gesellschaft.

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