Neue Formen des Zusammenlebens: Vom Kleinfamilien-Mythos zur Wahlfamilie

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Wie Familie, nur besser - Wie wir neue Formen des Zusammenlebens gestalten

Die klassische Kleinfamilie – Mama, Papa, Kind – gilt als Ideal. Doch die Realität? Oft genug Stress, Isolation, Überforderung und Trennung. Andrea Newerlas „Wie Familie, nur besser. Wie wir neue Formen des Zusammenlebens gestalten“ (Kösel-Verlag, 2025, 224 Seiten) räumt mit Mythos, dass Kleinfamilie normal und erstrebenswert ist, auf.

Die Soziologin und Beziehungsberaterin zeigt, dass die heteronormative Kleinfamilie historisch jung und keineswegs naturgegeben ist. Ihr Appell: Neue Formen des Zusammenlebens sind möglich – bewusst, solidarisch und jenseits überholter Normen. Nach der Lektüre war mir klar: Es gibt Alternativen, die stabiler und erfüllender sind als das, was uns als alternativlos verkauft wird.​

Kernaussage: Breitere Fundamente statt fragile Konstrukte

Newerlas zentrale These ist radikal einfach: Die Kleinfamilie produziert mehr Brüche und Traumata als Stabilität. Stattdessen brauchen wir breitere Fundamente – Wahlfamilien, Co-Parenting-Modelle, Wohnprojekte oder polyamoröse Netzwerke. Neue Formen des Zusammenlebens bedeuten hier: Liebe, Wohnen, Geld und Sorgearbeit bewusst auf mehrere Schultern verteilen. Die Autorin argumentiert mit Forschung, Beratungserfahrung und realen Geschichten. Ihr Ton? Direkt, duzend, ermutigend. Sie sagt: Verbindlichkeit entsteht nicht durch Blutsbande oder Trauschein, sondern durch bewusste Übereinkunft und gelebte Verantwortung. Das Buch ist kein theoretisches Manifest, sondern eine Anleitung zum Handeln – für alle, die mehr wollen als die Standardlösung.

Konkrete Schritte: Von der Theorie zur Praxis

Nach einer historischen Einordnung der Familie (Kapitel 2) folgt der Praxisteil: „Newsflash: Wir können gestalten!“. Newerla strukturiert in vier Bereiche: Lieben (Freundschaften aufwerten, polyamoröse Verbindlichkeit), Wohnen (Hausprojekte als soziale Infrastruktur), Geld (solidarische Ökonomie statt Einzelkampf) und Sorge (Care-Arbeit mit Wahlfamilien plus professioneller Unterstützung).​

Die Beispiele inspirieren: Drei Freundinnen parenten gemeinsam, teilen Aufgaben nach Absprache. Ein Freundeskreis finanziert Träume bedarfsorientiert. Wohnprojekte fangen Krisen auf, wenn jemand ausfällt. Newerla betont: Konflikte verschwinden nicht – aber transparente Verhandlungen ersetzen unausgesprochene Erwartungen. Neue Formen des Zusammenlebens heißen auch: Tant:en-Rollen ausbauen, Mitspracherechte gewähren, rechtliche Lücken (Miet- und Sorgerecht) kritisch hinterfragen.​

Üben, üben, üben: So gelingt der Einstieg

Teil III trägt den Titel „Zusammenleben heißt: Üben, üben, üben!“ (Kapitel 8). Hier wird’s konkret: Offene Gespräche führen („Wie wollen wir leben?“), Verträge oder Handschläge machen, Rollen klar verteilen. Bei Co-Parenting? Aufgaben aufschreiben, Ungleichheiten (z. B. zwischen Gebärenden und Nicht-Gebärenden) aktiv ausgleichen. Wohnprojekte? Bedürfnisse besprechen, Sorge-Strukturen etablieren, wenn jemand Hilfe braucht.​

Newerlas Rat: Klein anfangen. Frag Freund:innen nach gemeinsamen Babysitting-Plänen. Teilt ein Konto für gemeinsame Projekte. Probiert eine WG mit klaren Absprachen. Sie warnt: Es braucht Mut, Geduld und die Bereitschaft, Fehler zu machen. Aber der Lohn? Mehr Freiheit, weniger Druck, echte Geborgenheit. Neue Formen des Zusammenlebens sind kein Sprint, sondern ein Marathon – mit vielen Experimenten unterwegs.​

Warum dieses Buch überzeugt

„Wie Familie, nur besser“ ist keine Utopie, sondern ein Werkzeugkasten. Newerla idealisiert nicht: Sie erwähnt WG-Chaos, Kommunikationskrisen und rechtliche Hürden. Doch ihre Ermutigung überwiegt. Ich habe beim Lesen gespürt, wie befreiend es ist, neue Formen des Zusammenlebens zu entdecken – statt alte Muster zu erleiden. Ob Wahlfamilie, Hausprojekt oder solidarisches Netzwerk: Die Beispiele zeigen, dass Alternativen funktionieren.

Mein Fazit? 5 Sterne. Lies es, rede darüber, probiere Schritt 1: Benenne deine Bedürfnisse in deinem Umfeld. Starte mit einem Gespräch. Neue Formen des Zusammenlebens warten auf dich – und es lohnt sich.

Wie Familie, nur besser. Wie wir neue Formen des Zusammenlebens gestalten

Autorin: Dr. Andrea Newerla
Verlag: Kösel-Verlag (Penguin Random House)
Erscheinungsdatum: 30. September 2025
Seitenzahl: 224 Seiten
ISBN: 978-3-466-37351-2
Format: Klappenbroschur
Preis: 20,00 € (DE
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Leseprobe Wie Familie, nur besser – neue Formen des Zusammenlebens

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Papalapapi

Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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