Warum Heiraten?

Heiraten

Warum heiratet man? Weil man sich liebt, werden viele Antworten, wegen der Kinder, weil man zusammen alt werden möchte, wegen der Sicherheit. Aber heiraten ist nicht billig und nicht jeder hat ein Bedürfnis danach, seine Partnerschaft zu legitimieren. Ist das ein Motiv? Mein heiratet, um seine Liebe offiziell zu legitimieren, die Beziehung und damit auch die Kinder, die daraus entstehen? Das Thema Ehe ist gerade wieder aktuell. Vor kurzem gab es Verfassungsgerichtsurteile zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften (eingetragenen Lebenspartnerschaften), was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Hier ging es zunächst um das Recht, Kinder zu adoptieren und um das Ehegattensplitting. Dies wiederum ist ein Wahlkampfthema. Die Union möchte es unbedingt beibehalten, die SPD und ihre möglichen Koalitionspartner lehnen es ab, bzw. wollen es zu einem Familiensplitting umbauen.

Wo Kinder sind, da ist Familie. Feierabend. Wenn man diese schützen will, braucht es weder die Institution der Ehe, noch daran gekoppelte Steuervergünstigungen. Denn die bekommen ja auch jene, die keine Kinder haben. Es gibt nicht wenige kinderlose Ehen in unserer Gesellschaft.

Heiraten ist religiös verbrämt. Aus unerfindlichen Gründen, beharrt Gott – als die Bibel und damit die Kirchen – auf der Ehe. Sie wäre ein Werk des Herren. Das wirre Zeug klingt bei Markus (10, 8-9) so: „8 ..und werden die zwei ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. 9 Was denn Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

Den Bund des Lebens, den man vor der Gemeinde und dem Pfarrer mit einem Ring besiegelt, soll bis zum Tode reichen in guten und in schlechten Tagen. Das ist ja auch in Ordnung, es ist nicht dagegen einzuwenden. So lange es die freue Entscheidung zweier erwachsener Menschen ist. Vermutlich bietet die Einehe (Monogamie) einige Vorteile für die kulturelle Evolution der Gesellschaft. Aber dies sollen hier keine Rolle spielen. Festzuhalten bleibt, dass die Ehe unmittelbar mit der christlichen Religion zusammen hängt. In anderen Kulturen ist Polygamie (mit entweder mehreren Ehemännern oder Ehefrauen) eine ganz normale Lebensform oder die ganze Sache nicht ganz so wichtig.

Davon ist aus meiner Sicht die Qualität von Mutter- oder Vaterschaft völlig unberührt. Ein guter Vater zu sein, bedeutet eben nicht automatisch, mit der Mutter verheiratet zu sein. Wichtig ist, dass jeder Erwachsene Verantwortung für die Familie und insbesondere die Kinder übernimmt.

Ein Ehe ist heute zunächst ein Rechtszustand und mit steuerlichen Vorteilen verbunden. Sie bedeutet für manche Partner finanzielle Absicherung. Ein wichtiges Motiv für eine Ehe, das sich romantisch verschleiert. Manchmal auch nicht, manchmal stehen die Eheleute zu ihren unromantischen Motiven. Man heiratet eben auch aus finanziellen Gründen, etwa wegen des Schuldendrucks bzw. dem Schuldenabbau. Ich persönlich kenne da einige Bespiele, auch wenn nicht immer das Kind beim Namen genannt wird.

Aber auch manches Frauchen, das vom Herrchen ausgehalten wird, muss sich fragen, ob ihre Liebe nicht auch von barer Münze befeuert wird, führt sie doch von seinem Einkommen ein komfortables, sicheres, arbeitsloses Leben. Zunächst nur wegen der Kinder. Natürlich. Klar.

Von all dem vollkommen unbeeindruckt, wird nach wie vor fröhlich drauf los geheiratet. Auf der Hamburger Reeperbahn trifft man jedes Wochenende Dutzendweise Junggessellenabschiedsfeiergruppen und Youtube ist voller Heiratsanträge. Wie die Dinge am Ende ausgehen, erfahren wir kaum:

Youtube-Hit: „Der schönste Heiratsantrag der Welt“

Mir bedeutet Heirat und Ehe gar nichts. Auch nicht für meine Tochter. Ich sehe es nicht ein, dass ich meine private Angelegenheit beim Staat teuer legitimieren muss. Und auch die Kirchenfritzen haben gefälligst nichts damit zu tun.

Insbesondere der romantischen Hochzeit kann ich nichts abgewinnen. Schön, dass es sie gibt, aber ernsthaft freuen kann ich mich für andere darüber nicht. Dazu hat man einfach zu viel Mist gesehen. Und es stellte sich heraus, dass es auf Trauschein und Ehe überhaupt nicht ankommt. Ich brauche niemand und schon gar nicht gegenüber der Gesellschaft beweisen, dass meine Vaterschaft, die in eine Partnerschaft eingebettet ist, ernsthaft und „legitim“ ist. Das war früher so, als ich Kind war. Die Zeiten sind vorbei. Ich kann 100% Verantwortung für meine Tochter übernehmen, wie immer der Rechtstatus zu ihrer Mutter ist. Das bedeutet für mich konkret: Die Autorität von Staat und der Kirche in Sachen Partnerschaft und individuelle Lebensgestaltung abzulehnen.

Über Papalapapi
Meine Tochter kam im Mai 2009 gesund und munter zur Welt. Sie ist der süßeste Goldschatz, den es gibt. Mich beschäftigt das gesellschaftliche und persönliche Thema der Vaterschaft und der Familie. Ich selbst bin Spätgebärender ...

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