Papazeit – was machen wir?

So ein Richter ist auch nur ein Mensch und stellt vielleicht mal unangenehme Fragen. Aber eigentlich sind die gar nicht so schlimm. Er wird mich sicher fragen: „Was machen sie denn so mit ihrer Tochter? Wie stellen wir uns das vor? Doch nicht den ganzen Tag Fernsehen kucken …“ Ja, und dann muss ich länger ausholen und den Richter erklären, dass es für mich ja ganz selberverständlich war, mit der Tochter etwas zu unternehmen und ich erst darüber nachdenken müsse. Hier nun mein Ergebnis.

Ich habe die Kleine vor allem in den ersten Jahren täglich zum Kindergarten gebracht und und wieder abgeholt. Dann Mittagschlaf. Später habe ich ihr aus verschiedenen Gründen einen anderen Kindergarten gesucht, in dem sie bis heute sehr, sehr glücklich ist. Und wir Eltern eben auch.

Wenn es sich um Arzttermine drehte, fiel das ebenfalls in meinen Zuständigkeitsbereich. Ich war mit ihr beim Kinderarzt, beim Zahnarzt, sogar zuletzt beim Kieferorthopäden.

Ich habe mich schon lange bevor es mit der Schule ernst wurde mit dem Thema auseinandergesetzt und das auch mit der Mama besprochen. So hatten wir damals diese christliche Privatschule aufgesucht oder sie an der Walddorfschule angemeldet. Auf meine Initiative hin. Auch diesen Vaterblog führe ich ja, weil ich gerne Vater bin und mich sehr gerne mit der Rolle, mit Kindheit und Familie auseinandersetze. Ich bin sehr gerne Vater. Sehr, sehr gerne.

Ich habe sie zum Reiten gebracht in einem wirklich charmanten Reitverein, der nah liegt und recht günstig ist. Das ist ganz toll für sie und wir beide haben das von Anfang an gemeinsam gemacht. Die Mutter ist nur selten und vertretungsweise mit ihr zum Ponyhof gefahren. Das Schwimmen und das Seepferdchen war zwar eine Initiative meiner Ex-Frau, aber auch dies habe ich aktiv begleitet und Reinunterricht und Schwimmkurs waren feste Größen in unserem Leben, waren Papazeit.

Ich bin zum Gespräch mit Jesper Juul in Hamburg gegangen. War zu Bildungspolitischen Themen in der Körperstiftung, sprach mit dem Neurowissenschaftler Gerald Hüther, man hat mir aufgrund meines Engagements, das im Internet sichtbar wird – auch auf Facebook usw. – den Film alphabet: Angst oder Liebe kostenlos zugeschickt. Ich bekomme Rezensionsexemplare zu all diesen Themen. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Ich wollte nur zeigen, wie engagiert ich grundsätzlich in diesen Themen bin.

Die Frau Mama hat auch ihre Stärken, sie kann auch gute Sachen organisieren und neue entdecken, wie beispielsweise den Kletterwald und andere tolle Dinge. Sie backt und bastelt mit dem Kind, liest vor, übt lesen und schreiben, rechnen und das Malen. Da bin ich als Papa dann nicht so versiert, basteln beispielsweise ist nicht meine Sache. Toben dagegen schon. Also alles ganz normal eigentlich.

Wo waren wir stehengeblieben? Ah ja, Ponyreiten und Schwummkurs. Ich war früher auch mit ihr beim Kinderturnen, vertretungsweise beim Kinderballett. Ich spiele mit ihr Fußball und gehe neuerdings, weil sie jetzt sechs Jahre als ist, auf den Bauspielplatz, den Baui, der in unserer Straße existiert. Ich fahr mit ihr Fahrrad, spiele Kicker mit ihr, lese ihr vor und schaue Videos. Ich beobachten Tiere, pflegen die Pflanzen auf dem Balkon, treffen uns mit ihren Freunden, laufen um die Wette, spiele Fußball, gehen Essen, Eisessen, kaufen Schuhe oder kochen was zusammen. Wir fotografieren zusammen und spielen Pferd, toben und kucheln. Fahren in den Urlaub, Oma besuchen, gehen ins Kino, ins Theater, besuchen Kinderfeste und Konzerte. Ich habe einen guten und intensiven Kontakt zu meiner Maus. Ich weiß gar nicht genau, wo das alles anfängt und wo das aufführt. Es war bisher ein intensives Familienleben und ich habe viel mit meiner kleinen erlebt.

Und das alles will mir die Frau nun nehmen?
Was würde ein Richter dazu sagen?

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Autor: Papalapapi

Meine Tochter kam im Mai 2009 gesund und munter zur Welt. Sie ist der süßeste Goldschatz, den es gibt. Mich beschäftigt das gesellschaftliche und persönliche Thema der Vaterschaft und der Familie. Ich selbst bin Spätgebärender ...

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