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Bitte nicht ohne Papa: so wichtig sind die Väter für ihre Töchter

Vater-Tochter-Beziehung
Bitte nicht ohne Papa: so wichtig sind die Väter für ihre Töchter

Es steht außer Frage, dass Mütter für die Erziehung der Töchter wichtig sind. Sie nehmen eine Vorbildfunktion ein. Das deutsche Gesetz bewertet dieses Umstand so, dass es bei Sorgerechtsfällen (Umgangsrecht) vornehmlich der Mutter die Kinder zuspricht. Dies darf aber auf keinen zu falschen Annahmen führen, was die Bedeutung der Vater-Tochter-Beziehung angeht. Vater sein bedeutet mehr, als nur gutbezahlt den Unterhalt zu verdienen. Immerhin prägt die Vater-Tochter-Beziehung das weitere Leben der Tochter entscheidend.

Vaterlos glücklich: stimmt nicht

Sicherlich kann ein Mädchen ohne Vater glücklich aufwachsen und als Erwachsene ein erfülltes Leben fühlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert, ist jedoch geringer als bei Töchtern mit Vätern. Studien weisen darauf hin, dass Töchter ohne Vater früher in die Pubertät kommen. Sie gehen früher eine sexuelle Beziehung ein und werden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als Teenager schwanger. Doch woran liegt das? Sicherlich gibt es viele Gründe. Einige möchten die kanadischen Forscher der McGill-Universität in Montreal aufdecken. Sie haben Versuche mit Mäusen durchgeführt, bei denen sich Mamamaus und Papamaus gleichsam um den Nachwuchs kümmern. Fällt Papamaus weg, wurden die Nachkommen verhaltensauffällig. Sie interessierten sich nur mäßig für Artgenossen, was eine klare Ursache zu haben scheint: Die vaterlosen Mäuse reagierten nur stark eingeschränkt auf das Bindungshormon Oxytocin. Nun lässt sich das Verhalten von Mäusen nur bedingt auf die Menschen übertragen, jedoch scheint es hilfreiche Hinweise zu geben.

Väter sind biologisch auf Kindererziehung programmiert

In Israel sind Mütter und Väter hinsichtlich ihrer Hormonumstellung untersucht worden – vor und nach der Geburt ihres Nachwuchses. Bei beiden stieg der Oxytocin-Spiegel immens an, aber dies hatte unterschiedliche Effekte. Die Frauen wurden zärtlicher, bewunderten ihr Kind und sprachen fortan oft mit einer Singsangstimme. Die Männer hingegen spielten öfter mit dem Nachwuchs, was zu einer engen Bindung führte. Daraus lässt sich schließen, dass Väter biologisch für die Kindererziehung programmiert wurden. Sie tragen nur einfach anders zur kindlichen Entwicklung bei als Frauen. Dies macht sie allerdings nicht weniger wichtig. Zu den Töchtern haben sie zudem eine ganz eigene Beziehung.

Vater-Tochter-Beziehung: Papa ist der erste Mann fürs Töchterchen

Niemand kann abstreiten, dass für die Tochter der Vater der erste Mann im Leben ist. Sie erfährt durch ihn, was Zuneigung und Liebe von der männlichen Seite sind. Ohne es bewusst zu wollen, beginnt sie bereits früh alle weiteren Beziehungen zum männlichen Geschlecht nach diesem Maßstab zu filtern. Dies zeigen Forschungen ganz deutlich: Töchter fühlen sich oft zu den Herren angezogen, die mit ihnen ähnlich umgehen, wie es einst der Vater getan hat. Hier wird eine vertraute Erfahrung wiederholt. Ist die Vater-Tochter-Beziehung intakt und gesund, steht dem nichts entgegen. Leider zählt dieses Wiederholen von erlebten Verhaltensweisen nicht nur für die positiven Seiten des Vaters, sondern ebenfalls für seine negativen Seiten. Ist die Beziehung zwischen Vater und Tochter jedoch größtenteils positiv, neigen die Töchter weniger zu Depressionen und Essstörungen. Auch nehmen sie weniger Drogen.

Vater beeinflusst das Selbstbewusstsein

Sofern die Beziehung zum Vater gut ist, hat das Mädchen oft auch ein gutes Selbstbewusstsein. Frauen, die später in Chefetagen sitzen, sind von ihren Vätern oft in die traditionelle Männerwelt eingeführt worden. Es ging gemeinsam zum Fußball oder zum Angeln. Die Mädchen wurden gezielt zu guten Schulleistungen angespornt und ebenso beim Sport gepusht. Früh lernten sie daher, mit den hohen Anforderungen der Leistungsgesellschaft umzugehen. Es ist nicht wichtig, ob aus der Tochter später eine Chefin wird oder nicht, aber eines ist zu bedenken: Die Unternehmungen mit dem Papa haben einen signifikanten Einfluss auf die Geschlechterrolle. Aus diesem Grund raten Experten dazu, dass nicht nur mit dem Sohn das Auto repariert oder der neue Fernseher angeschlossen wird. Auch mit den Töchtern sollte der Papa solche Aktivitäten durchführen. Gerade bei jüngeren Mädchen werden die Väter überrascht sein, wie gern das Kind sich diesen Aufgaben widmet. Hier kommt die kindliche Neugierde deutlich durch. Bei der Ermutigung zu vermeintlich »männlichen« Aktivitäten sollte jedoch vorurteilsfrei vorgegangen werden. Sprüche wie: »Wer hätte geahnt, dass ein Mädchen einen so hohen Baum erklimmen kann!« sind eher kontraproduktiv. Sie klingen freundlich, aber in ihnen steckt die Aussage, dass normale Mädchen auf keine Bäume klettern. Das Loben des Vaters muss daher mit Sorgfalt formuliert werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Anerkennung des Vaters für das Mädchen unerlässlich ist. Es ist die Basis für ein gutes Selbstvertrauen. Wer wiederum ein besseres Selbstvertrauen hat, kann Herausforderungen mit Bravour meistern. Dies bedeutet auch, im späteren Arbeitsleben weniger Probleme mit Autoritäten zu haben. Darüber hinaus kann das Mädchen akzeptieren, dass ebenfalls das weibliche Geschlecht bestimmend sein darf und das Recht zu einem Nein hat.

Lässt sich der Vater ersetzen?

Manchmal kann der Vater nicht präsent sein, weil die Mutter ihm den Kontakt verbieten musste oder er verstorben ist. Was jetzt? Ein guter Vater lässt sich nicht einfach ersetzen. Freunde der Mutter, der Onkel oder der Großvater können einen Teil der männlichen Vorbildfunktion übernehmen, aber nicht gänzlich die Vaterrolle erfüllen. Die Vater-Tochter-Beziehung ist einmalig und kostbar. Das müssen auch die Mütter im Hinterkopf haben. Es ist durchaus normal, dass hin und wieder Eifersucht bei der Erziehung aufkommen kann. Wen liebt die Tochter mehr? Mit wem verbringt sie lieber Zeit? Mütter sollten solche Gedanken mit sich selbst ausmachen. Sie sollten sich hinterfragen, ob sie sich nicht selbst zu stark auf die Erziehungsaufgabe reduzieren.

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