Brief an eine Trennungsmutter: Ich freue mich

Ein Vater, der eine schlimme Trennung von seiner Familie hinter sich hat, stellte mir den folgenden Text zur Veröffentlichung zur Verfügung. Auch hier war es die Frau, die die Beziehung hin schmiss und die Familie mit dem Einsatz eines „Rechts-„Anwalts und getrieben von ihrem eigenen Vater zerstörte. Seine Ex-Frau, so versicherte er mir glaubwürdig, hatte, nach dem sie den Zugang zum und den Umgang mit seines Sohnes massiv und willkürlich einschränkte, nie auch nur einmal den Versuch gemacht mit ihm zu reden und eine einvernehmliche Lösung auch nur in Betracht zu ziehen. Sehr verletzend so ein Verhalten. Hier geht es um alles, um Macht, Dominanz, Rechthaberei, in der Beziehung ungelöste Probleme, erhebliche Kommunikationstörungen und vielleicht sogar eine hirnorganische Problematik – nur nicht um das Kind. Ich druck seinen Brief an die Mutter seines Sohnes hier original ab. Er hatte ihn nach der ersten grausamen Sitzung vor dem Familiengericht geschrieben. Bitteschön:

Ich freue mich

Ich freue mich, dass du bisher keine Fehler gemacht hast und ganz viel Gefühl zeigst.

Ich freue mich, dass du eine Anwältin hast, die stets konstruktiv an einem Konsens im Sinne unserer Tochter gearbeitet hat.

Und ich freue mich, dass du einen Vater im Rücken hast, der vollkommen selbstlos alles dazu getan hat, die Sache zu befrieden.

Ich freue mich, dass unser Kind, wenn es erwachsen ist, von diesen ganzen erfreulichen Charakterstärken Kenntnis erhält und sich daran Beispiel nehmen kann.

Ich freue mich auch, dass du im Gericht gesagt hast, dass nur einer, nämlich ich eine einvernehmliche Lösung verhindern würde und du deshalb nicht daran glauben möchtest, dass man mit mir tatsächlich reden könne.

Aber am meisten freue ich mich, dass du deine eigenen Schuldgefühle nicht auf mich projizierst und diese nicht auf meine und unseres Sohnes Kosten abwehren musst.

Dafür bewundere ich dich.

Für mich freue ich mich, dass ich nicht verbittert bin, nicht bodenlos verletzt, gedemütigt und wie der letzte Dreck behandelt wurde. Das fühlt sich richtig gut an. Da brauch ich auch nicht sauer werden. Ich bin sicher der einzige Vater auf der ganzen Welt, der Gefühle zeigt. Das geht natürlich gar nicht, da stimme ich dir zu. Dann sind wir uns auch mal einig.

Der Erfolg der Mediation allerdings, das ist die schlechte Nachricht, hängt dann doch vor allem von deinem guten Willen, deiner Einsichtsfähigkeit und deinem Reflektionsvermögen ab. Aber gerade in diesen Bereichen halte ich ja eine ganze Menge von dir.

Dann kann ja eigentlich nichts schief gehen ….

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