Beamte in Elternzeit: 3 Beispiele

Während sich die Republik von breiter Altersarmut bedroht sieht, leben andere in Saus und Braus. Nichts Neues, doch angesichts der mal leeren, mal gefüllten Taschen von Vater Staat, seiner ungeheuren Verschuldung, des viel beschworenen Facharbeitermangels, des Streits um einen Mindestlohn, der inakzeptablen Erhöhung des Strompreises, wird immer noch mehr Geld ausgegeben. Zum Beispiel das irrationale „Betreuungsgeld“. Anstatt den ganzen Mist auf ein erträgliches Maß zurück zu fahren, werden immer weitere Steuern und Abgaben erdacht, werden immer mehr Geschenke aus der Staatskasse verteilt. Nur nicht an alle. Wer hauptsächlich von diesen großzügigen Gaben profitiert, sind die Beamten. Ich kenne 3 Beispiele. Da kommt schon mal Sozialneid auf!

Beamte waren früher richtige Respektpersonen, mit einer ganz eigenen Art von Autorität. Es gab Zeiten, da durchseuchten sie nahezu alles. Es gab den Post-Beamten, Bank-Beamten, Bahn-Beamten, Schalter-Beamten und was weiß ich, wer da noch alles ausgestorben ist. Staatsdiener wohin man auch schaute. Das waren noch Zeiten.

Heutzutage drangsalieren Beamte einen mit ihrem Dienst nach Vorschrift, mit Hausaufgaben, Papierkrieg, Durchleuchtung, Herumschnüffelein mittels Zensus (Volkszählung) durch das „Statistische Landesamt“, die überzähligste Behörde überhaupt. Ja, es geht sogar so weit, dass diese Verwaltungen in erster Linie sich selbst erhalten, sich selbst legitimieren müssen durch immer ausgedachtere Aufgaben. Anders sind verschiedene Gesetze – wie etwas das Gesetz zur Zwangsauskunft ZENSUS – nicht mehr zu erklären. Mit einem modernen Staatsverständnis hat das jedenfalls nichts zu tun. Es geht allein um Pfründe, Budgets, Zuwendungen – und nicht um unser Wohl. Verflixt noch eins.

Das Unglücklich bei der Sache ist, dass Beamte – Staatsdiener nicht nur vom Beruf, sondern auch noch von der Seele her – dass Beamte die Parlamente bevölkern und die Gesetzgebung maßgeblich mitbestimmen. Das bedeutet natürlich, dass sie ihre eigene Position deutlich stärken. Letztes Beispiel dafür: Das Wahlrecht – noch mehr Abgeordnete, Deutschland hat damit das zweitgrößte Parlament nach China. Das ist alles so dermaßen absurd, dass man nur noch drüber lachen kann.

Und jetzt also dieses Elterngeld. Für Beamte. Sind ja auch nur Menschen. Und keine Maschinen. Was ich in mach einem Fall stark bezweifeln möchte.

Beispiel Nr. 1: Doppelt und dreifach, hinten und vorne

In jedem Fall kam es mir heute wieder sauer hoch mein Sozialneid. Und womit? Mit Recht. Da sah ich unsere Nachbarin, die vor kurzem ihr zweites Kind bekommen hat. Sie ist Beamtin, gehobene Beamtin. Offensichtlich in Elternzeit. Zufälligerweise ist ihr Mann Chef einer über unseren Kindergarten befreundeten Mutter. Partner ist er geworden, Partner einer Anwaltssozietät. „Die werden locker 6 netto haben beide“, sagte unsere Freundin. Übersetzt heißt das: 6000,- Euro netto im Monat für eine Familie, zwei Erwachsene mit zwei Kindern. Und ich fürchte, da sind sie nicht die einzigen. Sei ihnen aber auch gegönnt.

Jedoch: Da unsere Nachbarin eine halbe Stelle in einer gehobenen Beamtenlaufbahn inne hat – mit allem was dazugehört, vom sicheren Arbeitsplatz bis zur satten Pension – können wir davon ausgehen, dass Sie das volle Elterngeld bezieht. Also das Familieneinkommen für einige Monate unter die 6000-Netto-Marke sinkt. Ist natürlich spekulativ. Aber wenn wir die Variablen, die wir nicht genau wissen, abziehen, können wir davon ausgehen, dass es mindestens 4000,- netto sind. Und da bin ich halt neidisch. Dass nun aber der Staat mit seinem Betreuungsgeld eine solche Familie stopft, von hinten bis vorne, finde ich empörend. Das macht mich sauer. Wenn ich dann noch vom Betreuungsgeld höre, das auch die Bessergestellten beanspruchen können, will mir die Schnur aus dem Hut fahren.

Wie kommt unser Staat dazu? Es ist ja wohl nicht genug Geld da, wie man hört. Wie soll ich das den Rentern erklären, die morgens über den Geweg schleichen, wenn ich meine Kleine in den Kindergarten schiebe? Noch letzte Woche erklärte mir ein alter Kumpel, dass er mit über 40 Wochenstunden keine 1200,- Euro netto hat. Oder ein anderer Freund, der in einer „Führungsposition“ in Sachen Aus- und Weiterbildung (staatlich gefördert) keine 1500,- überwiesen bekommt. Von den vielen andern Familien, die es gerade so eben schaffen, ganz zu schweigen. Aber unser Fürsorgestaat verteilt aus vollen Händen auch an die völlig falschen Leute Geldgeschenke aus. Ich glaube es hackt.

Stritt ich mich kürzlich noch mit einem Freund über die Auszahlung der Rente. Denn man darf seine Rente nicht einfach irgendwo auf der Welt verfrühstücken. Die Rentenkasse möchte bitteschön, dass du die Rente gefälligst hier ausgibst. Neuerdings mindestens aber in der EU. Immerhin. Doch das Mittel der Wahl im Alter heißt zunehmend: Auswandern – dort leben, wo man es sich noch leisten kann. Allein der allgegenwärtige Fürsorgestaat erhebt hier Einspruch. Zu Unrecht. Es ist ja MEIN Geld. Doch nicht mal die Riesterrente darf man ohne Weiteres sonst wo auf der Welt in einem Holzverschlag in das Stroh einnähen.

Beispiel Nr. 2: Halbes Jahr Elternzeit auf einer Insel im Indischen Ozean

Wir machen Flohmarkt. Muss man ab und an mal einen Tisch aufbauen, um dies und das endlich loszuwerden. Treffen wir eine Mutter, die ebenfalls gerade ihr zweites Kind bekommen hat und es sich vor den Bauch geschnallt hatte.
„Ja, übermorgen fliegen wir. Ein halbes Jahr auf Dingenskrichen, einer Insel in der Nähe von Mauritius im indischen Ozean …“
„Urlaub? Elternzeit?“
„Elternzeit und ein halbes Sabbatjahr.“
„Wie das?“
„Er ist Lehrer. Und ich in Elternzeit. Wir sind beide Lehrer.“

Ich fasse es nicht! Was für ein Leben. Lehrer. Eine Familie, zwei Erwachsene, zwei Kinder ein halbes Jahr einfach so auf einer Trauminsel. Finanziert von – festhalten – Vater Staat. Das satte Elterngehalt und das halbe Gehalt eines – je nach Schulform und Karriereschritt – Lehrers. Das dürfte locker reichen. Und mir reicht es auch. Nicht, dass ich es den beiden und ihren Kindern missgönne. Aber ich bin neidisch. Ich hätte das auch gern. Und ich bin sauer, weil es gegen mein Gerechtigkeitsempfinden ist. Während andere nicht mehr wissen wo oben und unten ist und viele Kinder einen Urlaub im Ausland nur aus dem Fernsehen kennen, finanziert unser Wohlfahrtsstaat ein auskömmliches, wohltuendes Aussteigermodell. Aber ja nicht für alle.

Mit „Sozialstaat“, einer halbwegs erkennbaren Gerechtigkeit, mit Ausgewogenheit oder Vernunft haben die Regelungen, die diese Dinge einem auserlesenen, esoterischen Kreis angedient werden, nichts mehr zu tun. Allenfalls mit Klientelpolitik oder, um es schärfer zu Forumlieren, mit Korruption des subtileren Art. Warum lassen wir, die Mehrheit, uns das gefallen? Aus Gewohnheit? Ohnmacht? Resignation? Unwissenheit?

Aber einen habe ich noch. Der Beitrag heißt ja auch: Beamte in Elternzeit: 3 Beispiele!

Wellness vom Feinsten

Penionierter Schulleiter: Leben im Spa

Ich bin in einem Fitness-Studio, das einen wunderschönen Spa-Bereich bietet. Eine großzügige Saunalandschaft, Whirlpools, Schwimmbecken, Kältebecken, japanischen Garten, Sonnenbänke, Massage- und Verwöhnangebote (die natürlich extra bezahlt werden müssen). Seit Jahren treffe ich dort einen pensionierten Schulleiter, der mehr als ein gewöhnlicher Stammgast ist. Die „Entspannungssauna“ ist ohne ihn nicht mehr denkbar. Ich kenne ihn aus einem anderen Zusammenhang und auch schon, als er im „Arbeitsleben“ ein sehr häufiger Saunagast war. Während der Dienstzeit, die bei einem Schulleiter offenbar recht freizügig und fließend angelegt ist. Und dieser Wellnesstempel ist für ihn nicht mal eben um die Ecke. Routiniert richtete sich der Beamte seine Wohlfühlzeiten auch unter der Woche und regelmäßig tagsüber ein. Er war ja der Chef einer größeren Grundschule. Sein Auskommen offenbar stattlich. Haus, zwei Kindern die Ausbildung bezahlen, zwei Autos und die Frau zu finanzieren, waren ihm möglich. Und jetzt, mit seiner üppigen Pension erst recht. Denn Haus und Ausbildungen sind abbezahlt und beendet, er hat endlich wieder das volle Sold zur Verfügung. Lass es vier netto sein. Irgendwie ist es so, als hätte er zu seinen schon sehr guten, großzügigen Bezügen lebenslang Elterngeld oben drauf bekommen.

Ich frage mich, womit er das verdient hat. Ich gönne es ihm und ich bin neidisch. Aber ist es in Ordnung, dass ein Schulleiter ein derartiges vom Staat subventioniertes Leben führen darf? Steht das in einem Verhältnis zu seinen Leistungen? Von seinen Bezügen könnten mehrere Rentner leben – allerdings ohne Spa. Ärmere Rentner, die sicher nicht weniger gearbeitet, nicht weniger Verantwortung getragen und nicht weniger sinnvolles für das Gemeinwohl getan haben.

Wie gesagt: Wir alle zahlen es. Und nicht jeder Beamte müsste auch beamtet sein. Beamte kosten uns mehr, als nötig wäre. Und es steht oftmals – nicht immer, wenn ich an Polizisten, Justizbeamte, Feuerwehmänner etc denke – in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zu ihren Leistungen. Dabei sind sie stets gut abgesichert, was ein immer größere werdender Teil der Bürger nicht behaupten kann.

Wie gesagt, ich wiederhole mich: Aus meiner Sicht ist das die sich selbst erhaltende Verwaltung und der Beamtenklüngel in Parlament, Ministerien und im Rechtsappart. Hier schanzt man sich gegenseitig und sehr großzügig die Pfünde zu. Man lebt nur einmal. Und Dank der Steuern, immer neuer Abgaben, kommt auch genug wieder herein. Es funktioniert ja. Der Laden läuft, Deutschland steht im internationalen Vergleich sehr gut da.

Aber eben nicht alle in diesem Land. Vor allem unsere Beamten, die sich Familiesein mit Elterngeld vergolden lassen, stehen gut da. Das ist so nicht in Ordnung.

Fotos: Pik König by Daniela Hartmann, Mauritius by Selene Weijenberg, Spa by flickr-Seite vom Hotel Der Öschberghof

Über Papalapapi
Kind und Tochter und Papalapapi, Vater & Mann. Vaterblogger, Elternbloger, Männerblogger schreibt über alle Themen rund ums Kinderhaben aus seiner subjektiven männlichen und väterlichen Sicht. Und auch über das Mannsein in unserer Gesellschaft.

5 Kommentare zu Beamte in Elternzeit: 3 Beispiele

  1. Hallo Papalapapi,

    das zweite Beispiel mit der Trauminsel würde ich gerne etwas näher erläutert haben.
    Laut dem Text geht hervor, dass Vater Staat dem Mann das halbe Gehalt „einfach mal so“ weiter zahlt.
    Dieses ist meiner Ansicht nach nicht richtig. Wenn es eine Sabbatjahr-Regelung ist (von mir aus 1/2 Jahr arbeiten und dann 1/2 Jahr Freistellung), dann hat der Papi aber auch in dem ersten halben Jahr Vollzeit gearbeitet, aber nur die Hälfte seines Gehaltes bekommen. Somit ist es nur richtig, dass er in dem halben Jahr, wo er nicht arbeitet seinen zurückbehaltenen Anteil erhält.
    Wenn man also (so wie ich…) ein 3/4 Sabbatjahr beanträgt (3 Jahre arbeiten und dann ein Jahr frei), ist es ebenso. Man arbeitet drei Jahre volle Stundenzahl, bekommt in diesen drei Jahren aber nicht das volle Gehalt (es fehlt also drei Jahre lang etwas….komisch….). Das was also fehlt, wird „angespart“ (z.B. auf einer geheimen Bank des LBV oder so). Folgerichtig wird dieses angesparte Geld dann in der Freistellungsphase ausgezahlt.
    Im Prinzip verhält es sich doch so, bzw. man könnte alternativ auch sagen: Man arbeitet drei Jahre lang Vollzeit und bekommt natürlich volles Gehalt. Von diesem Gehalt legt man dann jeden Monat 3/4tel zurück. Nach diesen drei Jahren arbeitet man ein Jahr gar nicht. Man hat dann aber als Reserve das zurückgelegte Geld. Und genauso ist das beim Sabbatjahr. Also nix mit geschenkt….

    Meiner Erfahrung nach, wird nämlich nur danach geschaut, wie toll es doch ist, ein Jahr frei zu haben und trotzdem Geld zu bekommen. Aber mal darüber nachzudenken, woher dieses Geld stammt, fällt den Leuten häufig schwerer, als sich von der Illusion zu verabschieden, dass das Geld vom Vater Staat verschenkt wurde.
    Man kann es auch nochmal anders ausdrücken: Wenn es ein arbeitsfreies Jahr zu verschenken gibt, warum nutzt es nicht jeder Lehrer???

    So, nun weiß ich nicht, ob ich dein 2. Beispiel richtig verstanden habe. Bei mir drängt sich aber der Verdacht auf, dass es so gemeint ist, dass man im Sabbatjahr was geschenkt bekommt. Und genau das ist nicht der Fall. So gesehen könnt man dann sogar behaupten, dass einem was abhanden kommt. Denn wenn man das Geld nicht selber anspart, bekommt man keine Zinsen…

    Nun denn.
    Viele Grüße,
    Dirk.

    • Vielen Dank für deinen umfangreichen Kommentar und deine Anregung.

      Ich muss zugeben, dass ich die Sache mit dem Sabbatjahr nicht ganz zu Ende gedacht habe und es in meinem Beitrag so rüberkommt, wie du zurecht befürchtest. „Geschenkt“ ist in diesem Zusammenhang natürlich nicht ganz korrekt. Ich beschreibe diese Dinge jedoch immer im Vergleich mit der freien Wirtschaft. Die Sabbatical-Regelung gibt es für einfache Angestellte dort nämlich nicht. Geschweige denn, dass man von der Hälfte des Gehalts seinen Lebensunterhalt in einer unserer Metropolen betreiten könnte.

      Nein, mir ging es primär darum, dass sowohl Elterngeld, als auch Lehrergehalt (inkl. Sabbat-Halbjahr-Regelung) vom Steuerzahler finanziert werden. Es kommen aber nur ausgewählte Bürger in den Genuß dieser – ich nenne es – Privilegien, die, wenn man es genau nimmt, keine Steuern zahlen, sondern von Steuern leben.

      Mir ist schon klar, dass die Lage komplexer ist, denn ein Lehrer bringt ja einen Beitrag zum Steueraufkommen, wenn er die Menschen gut ausbildet, um später in der Lage zu sein, überhaupt Steuern zu erwirtschaften.

      Also, noch einmal: Ich finde diese hier beschriebene Regelung skandalös und bin sozialneidisch. Denn beispielsweise könnte der Elterngeldzahler oder die Schulbehörde hier Einschränkungen beschließen, die ein solch paradiesischen Dasein in dieser Form nicht unterstützt. Darum ging es mir.

      • Dass das Sabbatjahr nur für Beamte existiert, ist so nicht korrekt. Meine Schwester (Handwerkerin bei 10,- die Stunde) ist gerade von einer Weltreise zurück, die sie mit einem 9-monatigen Sabbat“jahr“ möglich gemacht hat. In der heutigen Zeit halte ich diese Variante von flexibler Arbeitszeit für ein wichtiges Element eines guten Arbeitsplatzes. Dass dies häufig NICHT realisiert werden kann ist das eigentliche Problem, nicht aber, dass diese Option in einigen Berufsfeldern bereits existiert. Wäre es nicht sinniger, solche Privilegien auf die Gesamtbevölkerung auszuweiten, indem man sie im Arbeitsrecht verankert, anstatt eine Kontrollinstanz einzurichten, die (mit welchen Mitteln?) Einzelpersonen verbietet, zu diesem oder jenem Zeitpunkt mit diesem oder jenem Geld auf diese oder jene Südseeinsel zu reisen?

        Ich bin (aus anderen als den obigen Gründen) gegen das Betreuungsgeld, aber generell können wir uns doch glücklich schätzen in einem Staat zu leben, der sagt: ich finanziere Familiengründung, ich honoriere die Arbeit, die das Aufziehen von Kindern ja nun de facto bedeutet, ich wertschätze die Erziehungsleistung von Müttern und Vätern zum Wohle der Gesamtbevölkerung. Eltern- und auch Betreuungsgeld sind doch zunächst einmal finanzielle Leistungen, die jeder Arbeitnehmer beziehen kann, nicht nur Beamte, oder bin ich da falsch informiert?

        Irgendwie erweckt der obige Beitrag den Anschein, dass das „volle Elterngeld“ für die Beamten mehr sei als der gesetzliche Höchstsatz von 1800,-. Wie eine verbeamtete Lehrerin mit halber Stelle auf diesen vollen Höchstsatz gekommen sein soll (67% werden zur Zeit ausgezahlt) ist mir schleierhaft. Gibt es Bundesländer, in denen man mit einer halben Stelle an der Schule 2687,- ausbezahlt bekommt? Da würde ich ja gern hinziehen.
        Auch das vermutete 6000,- netto-Gehalt des oben beschriebenen Pärchens kann sich eigentlich nur einem Drittel aus ihrem Beamtengehalt speisen, wenn die Nachbarin nur eine halbe Stelle hat. (Ob der Mann dazu verbeamtet ist habe ich nicht verstanden – mit dem Anwaltsberuf kenne ich mich nicht aus.)
        Wenn man dann weiß, dass eine halbe Stelle an den meisten Schulen zur Zeit (Lehrermangel, wachsende Klassen und Korrekturzeiten, nachweislich geringere werdende Aufmerksamkeitsspanne und Frustrationstoleranz der Kinder, steigender Bedarf an Elternarbeit, etc.) bedeutet, dass man de facto dann doch etwa 35-40 Wochenstunden arbeitet, relativiert sich der Sozialneid vielleicht wieder etwas. Ich beispielsweise (gehobener Dienst, 3/4 Stelle) arbeite zur Zeit etwa 50-55 Stunden für 2,000 Netto. Und hast du nicht gesehen bin ich beim gleichen Stundenlohn wie meine Schwester, zugegeben mit dem Bonus der Pensionsansprüche und der Arbeitsplatzsicherheit, allerdings auch mit 5 1/2 Jahren Erwerbs“verlust“ durch das Studium innerhalb der Regelstudienzeit.

        • Ja, vielen Dank, Anonymous. Das ist schon richtig. Mein Beitrag ist polemisch und provokant, die Zahlen sind sicher nicht korrekt.

          Ich bleibe aber dabei, es es nicht in Ordnung ist, wenn ein Lehrer-Ehepaar mit zwei Kindern auf Kosten der Allgemeinheit 6 Monate Luxusurlaub machen können.

          Der Rest ist meiner persönlichen Einstellung geschuldet. Ich finde unser Schulsystem nicht gut, ich mag dei Schulpflicht nicht – die es in Frankreich, der Schweiz und Nordamerika nicht gibt – und ich finde es nicht in Ordnung, Lehrer zu verbeamten. Ich könnte die auf Anhieb eine handvoll Kanaillen an den Ohren vor die Öffentlichkeit zerren, die ständig die große Klappe aufhaben, sich selber gerne reden hören und ein Leben führen von dem die meisten Menschen nur Träumen. Ich gönne es ihnen ja – abgesehen davon, dass man ihnen regelmäßig über ihr großes Maul fahren sollte – nur will ich es nicht bezahlen.

          Als Freischaffender und Kleinunternehmer, als Selbstständiger stehe ich den beamteten Leheren diametral gegenüber. Ich weiß nicht, woher in nächsten Monat mein Geld kommt oder wie ich von meiner Rente später leben soll. Das ist in Ordnung, da ich mir zu helfen weiß und mich anstrenge. Gleichzeitig aber quetscht mich das System aus wie eine Zitrone, um diesen im Artikel wenn auch polemisch beschriebenen Mist zu finanzieren! Ich will das nicht und lehne das ab. Das ist zutiefst unsolidarisch und nicht in Ordnung.

          Ich brauche auch nicht mehr Kindergeld, ich will diese Geschenke nicht, weil sie wieder anderen weggenommen werden. Sie sollen die Erzieher besser bezahlen. Die Lehrere entbeamten. Wettbewerb in der Bildung zulassenene und Abgaben und Verordnungen abbauen.

  2. Hallo nochmal,

    scheint mit dem Antworten etwas länger gedauert zu haben….aber egal.

    Ich verstehe immer noch nicht, wie der Steuerzahler mein Sabbjahr finanziert….ich bekomme doch so gesehen lediglich meine drei jahre lang erarbeiteten Überstunden ausbezahlt. Da wird nichts gescheinkt oder veschenkt. Meine Frau hat sich über drei Jahre was angespart, dann gekündigt. Dann ein jahr mit mir frei genommen. Das einzige, was man hier ankreide könnte, wäre, dass es für einen Lehrer „einfacher“ ist, wieder eine Stelle zu bekommen (weil er diese eben sicher hat…).
    Das Elterngeld ist eben das Elterngeld. Keine spezielle Lehrersache. Wird für alle gleich berechnet. Wer als Selbstständiger mit seinem Gehalt nicht zufrieden ist, soll doch Lehramt studieren. Macht meine Frau als studierte Diplom-Pädagogin jetzt auch. 4 Jahre lang.
    Wie man das finanziert? Im Sabbatjahr Wohnung untervemietet, Autos verkauft/ abgemeldet. Beim Reisen auf viiiiel Luxus verzichtet. Auch gibt es Länder, die eben nicht teuer sind. Da zählen z.B. Schweden, Norwegen, Australien, Neuseeland, Südseeinseln usw. nicht zu. Da zählt z.B. unsere Rucksacktourismus zu, das Trampen, das Hütten schlafen, das Busreisen, das Moped-Fahren zu.

    Zur Zeit befinden wir uns mit unserer kleine das erste Mal in einer Erziehungsphase. 10 Monate lang haben wir 2000 Euro Netto zusammen (Elterngeld und Nebenjobs). Das ist vielleicht nicht wenig, vielleicht auch nicht viel. Ca. 1400 Euro sind davon Fixkosten, wober der größte Anteil Miete (800 Euro) und Krankenversicherung (450 Euro) sind.

    ich kann wiederum nur feststellen: Es gibt als Lehrer nix mehr vom Staat geschenkt, es wird überwiegend gekürzt. In den letzten 10 Jahren unter anderem der Wegfall des „13. Gehaltes“, Urlaubsgeld und Erhöhung der Kostendämpfungspauschale. Mag sein, dass sich in der gleichen Zeit die Besoldung um 5 Prozent wieder erhöht hat. Das wären dann bei A 12 Netto 150 bis 200 Euro netto. Nicht viel bei einem gleichzeitigen Wegfall von bis zu 4000 Euro jährlich.

    Und letztendlich ist es jedem selbst überlassen, was er macht. Ein Studium dauert 4 jahre. Also, ran an die Uni und ausbilden lassen. Übrigens gab es bis vor wenigen jahren für Quereinsteiger die optimale Möglichkeit, sich als Lehrer auch ohne Lehramtsstudium ausbilden zu lassen. und das in nur zwei Jahren…

    Ich habe jetzt so viel geschrieben, dass ich es nicht mehr durchlesen werde und deswegen auch nicht weiß, ob mein Text noch Sinn ergibt oder schon dermaßen von der Thematik abschweift, dass Mitlesende nur den Kopf schütteln….
    Auch soll dieser Text niemanden angreifen, beleidigen oder sonst was.

    Viele Grüße,
    Dirk.

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