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Kinderarmut vs. Altersarmut – was rührt uns mehr? Und wer hilft?

Kinderarmut 1936 in den USA
Poverty: "Damaged Child," Oklahoma City, OK, USA, 1936. Photo by Dorothea Lange via Wikimedia

Wikipedia definiert Kinderarmut so: „Kinder gelten als arm, wenn sie in Haushalten leben, deren Einkommen unterhalb einer relativen Armutsgrenze liegt … Andere Studien bezeichnen diejenigen als arm, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.“ Kinder bekommen aber keine Sozialleistungen, sondern ihre Eltern. Kinder können auch kein Einkommen erzielen um der Armut zu entfliehen, sondern ihre Eltern. Kinder sind abhängig von Erwachsenen, also von ihren Eltern. Weshalb spricht man dann von Kinderarmut? Weil das Medienwirksamer ist? Sind die Bürger schon so sehr abgestumpft, dass du Armut Kinderarmut nennen muss, damit sie Mitleid empfinden und bereit sind etwas zu tun? Sie die Menschen schon so taub, dass zu Arm auch noch Kinder kommen müssen, dass dich die Schicksale rühren? Einen Jens Spahn rühren sie nicht, die Unionschristen zeigen sich weiter hart und verächtlich. Sind diese Leute nur noch zu erreichen, wenn man den Begriff Kinderarmut heranführt? Es sieht danach aus.

Es geht nicht um „Kinderarmut“, sondern um die Armut von Menschen

Vor einigen Jahren war es der Hunger. Bei uns wohlgemerkt. Da kam das Thema hungrig zur Schule auf. Es war die Rede von Mangelernährung und Unterernährung – mitten in einem der reichsten Länder der Erde. Ich erinnere mich an Diskussionen, nach denen man sich wunderte, dass man auf unseren Straßen keine verhungerten Kinder fand. Ich will damit das Problem nicht kleinreden, aber deutlich machen, dass es an der Sache vorbei geht, nicht auf den Punkt kommt. Natürlich muss man hungernden, durch Armut benachteiligten Kindern helfen, das ist gar keine Frage. Aber wie? In dem man den Eltern hilft, so meine ich.

Aber hier greift der Sozialabbau. Nicht nur, dass es zu wenig Sozialarbeiter gibt, Anlaufstellen und Unterstützung für arme Familien und damit ihren Kindern. Die ganze Gesetzgebung ist darauf ausgerichtet, Armut festzuschreiben. So behaupte ich. Allein die brutale Steuergesetzgebung, die hohe Einkommensteuer selbst für Rentner und Geringverdiener, die Abgabenlast, die EEG-Umlage, die teuren Mieten und die jährlich teurer werdenden Fahrpreise für die öffentlichen Verkehrsmittel über massiven Druck auf die kleinen Leute aus. Und was macht die Politik? Umschichten. Sie nimmt es von den Armen und verteilt es an die Mittelschicht. Elterngeld, Kindergeld und was weiß ich kriegen nämlich auch viele Bürger, die es gar nicht bräuchten. Vom Einkommen der kleinen Leute gestohlen. Das ist meine Meinung. Und hier fängt Armut an. Die Politik macht gar nichts – keine Steuererhöhung heißt übersetzt: Keine Steuerentlastung für Geringverdiener! – und erhöht sich erst einmal die Diäten.

Und dann reden sie von Kinderarmut. Für mich das nicht in Ordnung. Ich empfinde es als … Missbrauch. Kinder armer Menschen werden für die Interessen bestimmter Politiker oder politischen Machenschaften schamlos benutzt. Anstatt konsequent arme, „abgehängte“ Bürger, Geringverdiener, Rentner und Kranke – denn auch die haben Kinder und Enkel – nachhaltig mit einer vernünftigen Steuerpolitik zu unterstützen, wird Flickschusterei und eine brutale Umschichtung von unten in die Mitte betrieben. Wegen der Wählerstimmen. Ich könnte so dermaßen kotzen.

Auch Altersarmut nimmt immer weiter zu

Putzfrau stellt Angela Merkel unbequeme Fragen zum Thema Altersarmut

Ich behaupte, dass die Menschen – Alte, Kinder und Familien – nicht arm durch Strukturwandel oder die Globalisierung, mangelnde Bildung oder wirtschaftliche Zwänge werden, sondern durch die Politik. Die Steuergesetzgebung ist ein so unfassbarer Skandal, dass man allgemein resigniert, dass das jemals anders sein könnte. Die Abgabenlast, die Ungerechtigkeit, die immer wieder durch eine Unzahl an internationalen Studien belebt wird, kommt nicht auf die Agenda der Regierung. Die hat andere Sorgen. Sich lieb Kind bei der sogenannten Mitte machen.

Der Politik entgleiten aber die Ränder. Während sie sich andauernd um die Umverteilung von unten zur Mitte kümmert, sich einen feuchten Kehricht um die Armen, Abgehängten und Geringverdiener kümmert, im Gegenteil, sie durch Unterlassung noch weiter unter Druck setzt, wandern die Wähler zur AfD oder zur Linken. Und das ist auch gut so. Es sollte noch mehr werden, denn die Verantwortlichen haben immer noch nicht verstanden. Es geht nicht um Flüchtlinge und Zuwanderung. Es geht um Armut, Ungerechtigkeit und Perspektivlosigkeit. Dann siehst du nicht nur zu, wie „Zugereiste“ alle möglichen Zuwendungen erhalten. Du siehst gut gestellte Familien, wie die gar nicht mehr wissen wohin mit dem Geld, dem Kinder- und Elterngeld, den Autos und dem Eigentum, den Urlaub und Sabbatical, der Bildung und den öffentlich geförderten hoch dotierten Posten. Dann weißt du Bescheid.

Und dann die Altersarmut. Die aus meiner Sicht noch bitterer ist als die sogenannte Kinderarmut. Kinder haben noch eine Zukunft und bekommen Aufmerksamkeit und Mitgefühl. Alte bekommen Rente, die sie versteuern und Windeln, die sie vollkacken müssen.

Ich werde von meiner Rente nicht leben können. Die Wohnung hier werde ich mir nicht leisten, mein Kind nicht unterstützen können. Als Trennungsvater und Selbstständiger habe ich keine Lobby, werde ich einfach übersehen. Wie viele andere Eltern und kleine Selbstständige auch. Der Kontakt zur Lebensrealität geht den allermeisten Politikern, auch den Sozialpolitikern ab. Und deshalb sollte man jeden von denen, die sich christlich nennen oder sozial, vor das Schienbein kotzen, die Wahlzettel vor der Nase zerreißen und ihnen die Leviten lesen. Und niemals sollen sie von Kinderarmut schwadronieren. Kinderarmut, die sie selber erzeugt haben und die sie nun bekämpfen wollen. Es ist lächerlich.

Manchmal denke ich, man muss dieses Land schnell verlassen. Mit Mann und Maus. Aber so einfach ist das eben auch nicht.

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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