Weniger Geld, dafür mehr Zeit für die Familie

Familie

Nicht nur Frauen wünschen sich das – sie machen es auch oft genau so. Jetzt aber holen die Männer langsam auf. Von Weihnachtswunsch kann man vielleicht nicht sprechen, aber auch die Kerle würden heute oft auf Geld verzichten, wenn sie dafür mehr Zeit mit der Familie verbringen können. Viele Chef lassen sich darauf natürlich nicht ein. Wie kann man das regeln? Kann Politik helfen?

Ich sehe viele Männer, die viel arbeiten. Entsprechend wenig – verhältnismäßig wenig – Zeit haben sie für ihre Kinder. Oft sind es die Ernährer, Karrieristen, Vielverdiener, Manager, Leitende Streber. Angeblich geht der Trend in eine andere Richtung. Viele wollen nun doch mehr Zeit für ihre Kinder.

Ich verstehe nicht ganz, wie man sich das Wichtigste in seinem Leben – das Aufwachsen und den Alltag der eigenen Kinder – so einfach entgehen lassen kann. Natürlich kann es Phasen geben, in denen man mehr arbeiten muss. Aber irgendwann muss man eine Entscheidung treffen: Hamsterrad oder Hamsterkäfig sauber machen mit der Tochter.

Da wir gerade Weihnachten haben und ganz bald eine neue Regierung, liegt alle Hoffnung hier natürlich auf der großen Koalition. Obwohl ich nicht immer nachvollziehen kann, was denn Vater Staat wieder damit zu tun haben soll. Ein aktuellen Artikel klärt darüber auf, wie die neue Regierung die Themen Arbeit-Teilzeit-Freizeit-Familie angehen will: FAMILIEN – Mehr muss es nicht sein.

Der große Wurf soll aber bisher gescheitert sein: Die Familienarbeitszeit. „Dabei würde der Staat bis zu drei Jahre lang Paare mit Geld unterstützen, wenn sie wegen der Betreuung kleiner Kinder ihre Arbeitszeit auf achtzig Prozent reduzieren – und zwar beide.“ Schon beim Elterngeld – das auch wir freudig angenommen haben – wird aus dem vollen Geschöpft und Unmengen an Geld reingebuttert. Manchmal ohne Sinn und Verstand und zuweilen sehr ungerecht, wie ich an dieser Stelle schon mal festgestellt habe (Beamte in Elternzeit: 3 Beispiele). Aber: „Am Ende scheiterte diese Idee (der Familienarbeistzeit) am Geldmangel.“ Das Thema kommt sicher irgendwann wieder auf den Tisch. Familienarbeitszeit.

Der Artikel der ZEIT ist umfangreich und durchaus lesenswert. Ich wollte ihn nicht vorenthalten und anregen, sich ihn zu Gemüte zu führen. Es geht um die verschiedenen Formen der Teilzeit und wie es damit aktuell in Deutschland aussieht.

Ich arbeite eigentlich so etwas wie Teilzeit. Ich bin zwar Selbstständig, aber arbeite nicht so viel, wie ich könnte, um Zeit für die Familie zu haben. Zeit mit der Familie ist Zeit für mich. Das klappt ganz gut. Und ich weiß noch sehr genau, wie schwierig es ist, weniger Stunden zu arbeiten, wenn man angestellt ist. Entweder der Arbeitgeber ist dagegen oder die finanziellen Einbußen sind nicht hinnehmbar. Es ist und bleibt ein Thema. Meine Identität hängt nicht so stark an der Arbeit – die ich nicht erfunden habe – wie für viele andere Männer. Es gibt so viele andere Dinge im Leben, die spannend, interessant und lebenswert sind, da braucht es eigentlich keine Arbeitszeit. Sinnvoll beschäftigen kann ich mich 100% aller Wochenstunden. Aber das zahlt mir keiner. Das ist das Problem.

www.zeit.de/teilzeitarbeit

Über Papalapapi
Kind und Tochter und Papalapapi, Vater & Mann. Vaterblogger, Elternbloger, Männerblogger schreibt über alle Themen rund ums Kinderhaben aus seiner subjektiven männlichen und väterlichen Sicht. Und auch über das Mannsein in unserer Gesellschaft.

3 Kommentare zu Weniger Geld, dafür mehr Zeit für die Familie

  1. bin über die mom blogs hergekommen und muß dir ein großes Kompliment aussprechen! als mama interessiert mich die väterliche Seite natürlich sehr und dann schreibst du auch noch super 😉 werde dich auch gleich in die blogroll packen…

    zum Artikel: ich finde das auch sehr schade, daß die Väter nicht viel mitbekommen vom nachwuchs und sehe im Bekanntenkreis, daß es sehr wenige gibt, die überhaupt elternzeit nehmen („können“, weil es doch so schlecht ankommt beim Chef). sehr sehr schade! mein freund hat sich die zeit genommen, aber obwohl er das recht hatte, sich das frei auszusuchen, hat er sich drauf eingelassen, das total zu verstückeln und durfte dann direkt danach die mega fiesen Dienste alle am stück machen (Schichtarbeit halt) und keiner hat eine Sekunde daran gedacht, was das für einen Säugling bedeutet, wenn die zweitwichtigste Bezugsperson plötzlich kaum mehr da ist. auch heute, ein Jahr später, nimmt keiner Rücksicht auf ehe junge Familie! ich find das echt heftig, ok Arbeit muss sein und im sozialen Bereich gehen die Klienten auch vor aber unter Kollegen…? naja das ist echt ein aufreget Thema… vielen dank dafür 😛

    liebe grüße, Janina

  2. Ich finde Deine Gedanken sehr gut! Oft genug habe ich mich dabei erwischt meinen Mann zu ermahnen, dass er die schöne Zeit mit den Kindern verpasst. Sie kommt nicht mehr zurück. Wenn die Kinder in die Jahre kommen, gehen sie ihren eigenen Weg und schauen nicht mehr nach Mama und Papa. Deshalb sollten die Väter sich Zeit nehmen und abwägen wie sie ihre freie Zeit verbringen. Auch diese Zeit kann spannend sein!

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