Unser Sylvester – viiiel zu laut!

Sylvester-Knallerei

Obwohl es auch schon wieder Geschichte ist, möchte ich dennoch ein paar Worte zu Sylvester verlieren. Meine Tochter ist jetzt 4,5 Jahre alt und hat in diesem Jahr das erste Mal bis Mitternacht durchgehalten. Wir waren in unserem Block bei zwei Partys eingeladen. Während die Mama sich so etwa Ruhe gönnte, waren wir mit anderen Kindern und vielen Erwachsenen feiern, spielen, tanzen und quatschen. Und Böllern natürlich. So lange, bis die Kleine Angst bekam, weil es so laut knallte.

Wir kennen uns alle noch nicht so lange, aber es scheint nun eine gute Tradition zu werden, am Sylvester-Nachmittag eine Kinderparty zu feiern. Ein Familie lädt Kinder und Erwachsene zu einem bunten Fest mit Musik, Kuchen und lustigen Hüten in ihre Küche. Am Ende, nach zwei Stunden gegen 18.00 Uhr gibt es dann ein Feuerwerk im Hof. Meine Kleine wollte bei der kleinen „Gastgeberin“ und ihrem Brüderchen bleiben und so betrachteten wir das kleine Feuerwerk von einem sicheren Platz im 2. Stock hinter dem Fenster.

Meine Tochter hat Angst vor der Ballerei. Und zwar zurecht. Sie ist nicht das einzige Kind, dass sich die Ohren zu hält und schnell in Sicherheit in die eigene Wohnung flüchtet. Ich denke zwar, dass mehr Mädchen so reagieren, aber es ist gesund, es verdammt noch mal zu laut zu finden und Angst zu haben. Geht auch manchen Erwachsenen so. Für mich die natürlichste Reaktion, die es gibt angesichts der Sylvesterknallerei. Doch es scheinen eher die sensibleren Naturen auf diese Art zu reagieren.

Haben die Erwachsenen ihre natürliche Sensibilität – und Sensitivität – auf ihrem Weg verloren oder ist es der Alkohol, der den ganzen Abend über fließt, der die sie „taub“ macht für den infernalischen Lärm? Und zuweilen auch gegenüber der Gefahr? In Hamburg fuhr die Feuerwehr knapp 1100 Einsätze, mehr als im Vorjahr. Und es gab natürlich viele Verletzte, Verbrennungen und Brände.

Warum machen wir das? Warum ist es in Deutschland, im Gegensatz zu den allermeisten Ländern dieser Erde, erlaubt, an Sylvester privat Böller zu zünden und die gesamte Nacht in Brand zu setzen? Macht das wirklich Spaß? Ich habe auf den Kanaren den Jahreswechsel 2000 auf einer Plaza erlebt. Ein kleines offizielles Feuerwerk und dann Musik (die natürlich viel zu laut war) und ausgelassenes Feiern. Geht, ist gar kein Problem, niemanden hat etwas gefehlt. Wie schön, keine Angst haben zu müssen, keinen Lärm, keine aggressiven Betrunkenen (Jugendliche oft), die einem mit Knallkörpern bewerfen. So ein Sylvester wünsche ich uns und vor allem meiner Tochter.

Ich will mich dafür einsetzen, dass die Politik diesen Mist eindämmt. Feiern ist toll, gerade für Kinder. Wunderkerzen, harmlose Feuerwerke sind zauberhaft. Alles andere ist überflüssig.

Frohes neues Jahr!

Foto: „Fireworks Exploding Too Low“ Bestimmte Rechte vorbehalten von Out.of.Focus

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

1 Kommentar zu Unser Sylvester – viiiel zu laut!

  1. Da gebe ich dir vollkommen recht. Mein Kleiner ist jetzt 6 Monate und hatte bis auf ein paar Einschlafprobleme zum Glück wenig Stress wegen Sylvester… Hoffe ich!

    Aber auch ich habe absolut etwas gegen hirnloses geballer. Ich denke in Berlin wird es nicht viel anders sein als in Hamburg. Ich verstehe es auch nicht. Zugegeben als ich Jung/jünger war machte ich das auch. Doch dann musste ich mein eigenes Geld verdienen und erkannte das ein lautes Peng irgendwie nicht so cool ist wie man meinte. Dann doch lieber Raketen oder kleines buntes Kinderfeuerwerk.

    Meinet wegen dürften auch Böller verboten werden und vorallem sollte die Einhaltung der Knallzeiten stärker kontrolliert werden. Verkauf der Teile am 31.12. ab 15 Uhr. Das Reicht doch aus.

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