Pony auf dem Kopf

Beim Frisör

„Das war schon ein schöner Tag“, sagte meine Kleine am Abend zu Hause zu uns. „So? Und warum war es ein schöner Tag“?“ „Wegen der Frisörin“. Denn am Nachmittag waren wir wieder beim Frisör. Diesmal bei Katharina und die war ganz doll lieb zu meiner Kleinen, ganz charmant, zugewandt, humorvoll und verstand es die Haare ohne ziepen zu kämmen. Ihre Vorschläge waren großartig und es wurde alles in Abstimmung und nur mit Erlaubnis der kleinen Patientin (hätte ich beinahe gesagt) gemacht. Die Haare sind jetzt schulterlang, also recht kurz für meine Tochter, und auf der Stirn sitzt jetzt das Pony. „Der Pony heißt das, wenn man die Frisur meint“, klugscheisserte ich.

Ich hatte ja an dieser Stelle damals davon berichtet, dass es vor Jahren kaum möglich war, sie zum Frisör zu kriegen – denn Haareschneiden tut weh. Und so sah mein Töchterchen dann auch aus. Die Haare wuchsen und wuchsen, zausten und verklebten, störten beim Schwimmen, man setzte sich mal drauf, blieb hängen, was große Schmerzen verursachte, der ganze Kopf sah aus wie Kraut und Rüben. Der Mutter machte das nichts aus. Der Vater aber, also ich, beneidete immer wieder die schönen Frisuren der anderen Mädchen im Kindergarten, die allesamt stets gewaschen, geschnitten und wohlfrisiert erschienen. Je größer die Dunkelheit, desto heller das Licht. Und so redete ich lange auf das Mädchen und die Mutter ein.

Es war jetzt insgesamt das dritte Mal, das die Tochter beim Frisör war. Immerhin ist sie nun fast 6 Jahre alt. Entsprechend viel Wolle kam am letzten Mal herunter. Sie war zwar schon mit beim Frisör, aber nur zum Zukucken, um sich dran zu gewöhnen. Mit der Mama war sie ebenfalls zum Schneiden bei einer Frisörin, aber das war nicht zu begeisternd. Jetzt endlich haben wir wohl den Durchbruch geschafft. Und es liegt offenbar an der Person, also an der Frisörin. Auch beim Seepferdchen hatte ich den Eindruck, dass der Erfolg mit an der Schwimmlehrerin lag. Auch beim Lernen in der Schule heißt es, der Lehrer oder die Lehrerin wären maßgeblich für Erfolg und Lust und Laune. Unsere Tochter hat eine ganz, ganz tolle Kindergärtnerin, und eigentlich sind es zwei, und geht vermutlich auch deswegen so gerne in den Kindergarten.

Sieht ja wohl so aus, dass es immer an der Beziehung hängt, an der liebevollen Zugewandtheit, am Respekt und auch der Eigenart mit der die handelnde vorgeht. Ich jedenfalls mochte sie auch die Frisörin.

Über Papalapapi
Ich heiße Mark und bin Vater einer wundervollen Tochter. Papalapapi Vaterblogger, Elternblogger und Männerblogger beschäftigt sich mit Themen rund ums Kinderhaben und Mannsein aus einer subjektiven männlichen und vor allem väterlichen Sicht.

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