Die Fotoserie trauriger Kinder von Jill Greenberg

End Times von Jill Greenberg

Jill Greenberg aka „The Manipulator“ rechtfertigt ihren Spitzname auch: In ihrer Ausstellung „End Times“ hat derr Fotograf den Kindern ein Lutscher gegeben und dann schnell weggenommen. Die Fotos von weinenden Kindern hat unmittelbar eine hitzige Debatte darüber entfacht, ob es ethisch vertretbar ist, Kinder zum Wohle der Kunst zum Weinen zu bringen. Einige argumentieren, dass es eher sadistisch sei, andere sagen jedoch, es schade den Kindern überhaupt nicht – Kinder weinen die ganze Zeit, und es sei ihre Art, die Eltern zu manipulieren.

Die Bilder aber sind wundervoll. Sie sind zwar bearbeitet und geschönt, doch sie zeigen die kleinen süßen Monster wie wir sie immer wieder aus den unterschiedlichsten Gründen AUCH erleben: Verzweifelt, traurig, weinend, schreiend, tränenreich, untröstlich, verletzt. Wir möchte sie sofort in den Arm nehmen und trösten. Die Fotos mögen Kunst sein, die Sache ansich ist Alltag.

Seid Menschen gibt, sehen sie ihre Kinder heulen. Das ist so rührend. Und gleichzeitig ein großes Geheimnis der Natur. Nein, ein Geheimnis ist es nicht. Aber dass es sich so entwickelt hat, dass unsere Kinder es vermögen, unser Herz zu erweichen und unmittelbar zu erreichen mit ihren Tränen, ihrer Stimme und ihren Gefühlen. Wir haben die Verantwortung für sie. Wir sind dafür verantwortlich, ihnen zu zeigen, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen (können). Und dass sie brechntigt sind, dass alle Gefühle in Ornung sind – egal in welcher Situation. Und dass man für alles eine Lösung suchen kann. Und wenn man keine findet, dass man sich einfach festhält, lieb hat und kuschelt und es dann schon wieder gut werden wird. Es ist doch schon, diese kleinen, ausdrucksstarken Menschen noch einmal so zu sehen. Ich finde das gut.

Aber dass Kinder ihre Eltern mit ihrer Traurer manipulieren ist nicht grundsätzlich so. Es mag sein, dass es Kinder gibt, die das tun, weil sie es bei den Erwachsenen gesehen haben; dass sie dieses Verhalten nachahmen. Da musst du aber erst einmal darauf kommen, was solch eine Hinterlist.

In diesem Fall ist es natürlich empörend und traurig, wenn einem der Lutscher wieder weggenommen wird. Das ist kränkend. Was soll das? Nicht das Kind manipuliert, sondern der Erwachsene. Die Kinder in diesen Bildern haben alles Recht, ihre Lutscher wiederzubekommen. Man hätte sie ihnen nicht geben sollen.

Was denkt ihr?

Weinende Kinder II von Jill Greenberg auf DEMILKED

Gefunden auf demilked.com, von dessen Beitrag die Bilder direkt eingebunden werden. Die Website der Fotografin findet ihr hier: www.jillgreenberg.com

Über Papalapapi
Kind und Tochter und Papalapapi, Vater & Mann. Vaterblogger, Elternbloger, Männerblogger schreibt über alle Themen rund ums Kinderhaben aus seiner subjektiven männlichen und väterlichen Sicht. Und auch über das Mannsein in unserer Gesellschaft.

1 Kommentar zu Die Fotoserie trauriger Kinder von Jill Greenberg

  1. Ich finde die Bilder eigentlich ziemlich schockierend. Wie können diese schönen Fotos denn zustande gekommen sein außer durch gezieltes Verursachen von Weinen der Kinder. Es geht dabei überhaupt nicht um die Frage, ob Kinder schneller weinen als Erwachsene. Es geht darum, ob man als Erwachsener überhaupt noch gerührt ist dabei oder nicht.

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