Das Rosenheimer Modell – gleichberechtigte Elternschaft im Sinne der Kinder

Das Rosenheimer Modell wird Kinder erfreuen

Mit dem Rosenheimer Modell ist hier keine „Empfehlung zur Gestaltung von Jagdpachtverträgen“ gemeint, oder gar eine „Entschädigungsregelungen im Wildschadensfällen“. Auch keine Konzept zur Sprachförderung, sondern es geht um zerbrochene Familien und die gemeinsame Umgangsgestaltung. Also darum, bei wem die Kinder nach einer Trennung wie lange sind und wie die Kosten dafür aufgeteilt werden. Es ist der beste und ganzheitlichste Ansatz, der alle – außer die Rechtsanwälte und korrupten Gutachter – entlasten könnte: Die Eltern und die Kinder, aber auch die Gerichte und damit die Staatskasse. Das Rosenheimer Modell ist neu und vernünftig, ich unterstütze es mit all meiner Kraft.

Nach knapp zwei Jahren heftigster Auseinandersetzungen über die Aufteilung der Betreuungszeiten meiner Tochter zwischen mir und ihrer Mutter, stoße ich nun endlich auf ein „Modell“, das meiner intuitiven Haltung, meinem verzweifelten und gescheiterten Versuch, durch das Familiengericht gegen den Willen der Mutter eine „gleichberechtigte Elternschaft“ zu erzwingen, zu 100% entspricht.

Das heißt nicht nur, dass ich nicht allein dastehe mit meinen Vorstellungen, sondern es bedeutet, dass die Menschen, mit denen ich es in brutalster Gegnerschaft zu tun hatte, einer rückständigen, diskriminierenden, verletzenden Praxis anhängen, die meine nachhaltige tiefe Verachtung für diese Leute rechtfertigt. Ich schäme mich tief dafür, das Familiengericht angerufen und mit diesen Leute auch noch freiwillig zusammengearbeitet zu haben. Ich konnte mir eine solche Unmenschlichkeit in diesem Land in diesen Zeiten nicht vorstellen. Aber nun, ich habe meine Lektion gelernt und sicher mit einigen Jahren Lebenszeit dafür bezahlt. Dabei wissen Menschen, die sich intensiv mit der Materie beschäftigen, was nach einer Trennung das Beste für alle wäre, für den Staat, für die Eltern und vor allem für die Kinder. Aber sie setzen es mit aller Gewalt nicht ins Werk. Weshalb, bleibt im Dunkel der Familiengerichtsflure. Familiengerichte müssen sich zuweilen mit grausamen Misshandlungen, denen Kinder ausgeliefert sind, auseinandersetzen und wofür sie vielleicht taugen. In einem Umgangsstreit taugen sie nichts.

Die Lösung nun nennt sich Rosenheimer Modell und setzt die gleichberechtigte Elternschaft nicht nur im Sinne der Kinder konkret ins Werk, sondern entlastet auch von der ruinösen Düsseldorfer Tabelle, die den ausgegrenzten Elternteil teilweise an den Rand des Menschenmöglichen bringt und nicht selten ruiniert.

Ich kann nur sagen: Dass so eine verfluchte Grausamkeit, wie sie in den Familiengerichten tagtägliche Praxis ist, in diesem Land sein darf und eine Regierungspartei wie die SPD nicht mal den kleinen Finger rührt, aber großkotzig die Zahlungsmoral unterhaltspflichtiger Väter anprangert und stattdessen das schöne Bild einer aalglatten, wahlgeschenksreichen Familienpolitik propagiert, kotzt mich so dermaßen an, das ich kein Bild der Ministerin Schwesig mehr ertrage. Ich werde am Ende diejenigen wählen, die dieses Unrecht, diese Unmenschlichkeit in Sachen Trennungsfamilien konsequent beenden wollen: Nämlich die #FDP.

Das Rosenheimer Model

Auf der Website des neuen Rosenheimer Model finden wir einen wichtigen, entscheidenden Satz, den die Familiengerichte und ihre Protagonisten bisher radikal ablehnten: „Das Rosenheimer Modell basiert damit – im Gegensatz zum Residenzmodell bei einem Elternteil – auf der konsequenten Umsetzung der Artikel 3 und 6 des Grundgesetzes (Gleichberechtigung und Gleichbehandlungsgrundsatz sowie Recht und Pflicht zur Betreuung).“

Auf der Startseite der Website des Rosenheimer Models lesen wir gute Nachrichten, die die Problematik gleich mit auf den Punkt bringt: „Das Prinzip beide betreuen, beide bezahlen (Shared Parenting) hat gesellschaftlich das alte Familienmodell abgelöst. Eine möglichst paritätische Aufteilung der Betreuung und der Erwerbstätigkeit werden heute gesellschaftlich gefordert und staatlich gefördert. Es ist das gewünschte Familienmodell moderner Familien.

Bei der Trennung und der Scheidung werden diese modernen Familien jedoch wieder in ein für sie realitätsfernes Familienmodell gepresst. Familiengerichte bestimmen unverändert im Regelfall einen betreuenden und einen zahlenden Elternteil. Dies entspricht nicht der Fortsetzung ihres bisherigen Lebensentwurfs sondern einer Rolle Rückwärts in ein für sie veraltetes Familienbild. In diesem für sie unpassenden Modell gibt es dann auch – wenig überraschend – regelmäßig Verlierer und Gewinner, viel Leid und oft hohe Kosten. Und allzuoft stehen die Kinder mit auf der Verliererseite.

Das heutige deutsche Recht wird den Bedürfnissen dieser moderner Trennungsfamilien nicht mehr gerecht. Hier besteht beim Gesetzgeber akuter Handlungsbedarf, neue Lösungen zu entwickeln. (Siehe auch Deutscher Familiengerichtstag 2015 und Enquetekommission Nordrhein-Westfalen, 2017)“

Dieser Ansatz, diese Sätze sprechen mir tief aus der Seele. Hier ist der gesunde Menschenverstand, Recht und Ordnung, Menschlichkeit, Einsicht, Vernunft und Wissenschaft vereint und aktiv. Im Umkehrschluss zeigt der Ansatz des Rosenheimer Modells die Menschenverachtung, die im zwangsverordneten Residenzmodell liegt. Was für mich der Grund für meine Empörung, meine Wut und meine Verachtung für das Vorgehen mancher Verfahrensbeteiligter und vor allem Gutachter ist. Gutachter, Sachverständige – sie sind neben den Rechtsverdrehern die Übelsten, weil korruptesten Figuren in diesem Spiel. Ich habe diese Leute als inkompetent, gefühllos und gewalttätig erlebt. Denen geht es um Macht und das gute Geld, das sie für ihre untauglichen Machwerke vom Staat erbeuten. Und um sonst nichts. Egal.

Was hier im Zusammenhang des gezeigten Ansatzes noch wichtig ist, sind zwei Stellungnahmen. Abgesehen davon, dass ich gerade recherchiere, wer das Rosenheimer Model entwickelt hat. Der 21. Deutscher Familiengerichtstag 21. – 24. Oktober 2015 bezieht – bisher ohne Konsequenzen – eindeutig Stellung zur Praxis der extrem ungerechten – und aus meiner Sicht ruinösen und inhumanen Düsseldorfer Tabelle: „Die unter dem traditionellen Fa­milienmodell entwickelte Struktur der Düsseldorfer Tabelle ist für die Lösung der sich verändernden Lebensverhält­nisse nicht ge­dacht und geeignet.“ Denn: „Die Düsseldorfer Tabelle und die unterhaltsrechtlichen Regelungen sind nicht mehr zeitgemäß“.

Dennoch wird diese Sache bisher rücksichtslos und mit äußerster Brutalität gegen ein hilfloses Elternteil bis zum Ruin durchgesetzt. In den Empfehlungen des Gerichtstags sind Besserungen erkennbar, aber grundsätzlich wird an der aktuell vernichtenden Praxis festgehalten.

Aus diesem Grund, dürfen wir die Ausgestaltung dieser Maßnahmen nicht den Juristen überlassen. Wir sehen, was dabei herausgekommen ist. Ich möchte nicht wissen, wie viel Elend, wie viel Selbstmorde und psychische Krankheiten die Deutsche Familiengerichtsbarkeit auf dem Gewissen hat und forderte eine Forschungsarbeit zu diesem Thema. Nein, wir müssen den Gesetzgeber, also die Politik wieder ins Boot holen. Sie allein kann die Verhältnisse endlich zum Besseren für alle Wenden. In den Familiengerichten finden sich niemand, der aufbegehrt gegen den Wahnsinn, das ist voller Opportunisten und Speichellecker. Das Residenzmodell steht ja nicht im Gesetz. Abgesehen davon, dass es keine Forschung dazu gibt, dass das Residenzmodell das Beste für die Kinder und die zerbrochene Familien ist. Ganz im Gegenteil. Viele Fachleute wissen, dass dies allein ein Wechselmodell gewährleistet.

Die Politik und das Wechselmodell

Also die Politik. Die parteiübergreifenden Enquetekommission zur Zukunft der Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen vom 16.1.2017, S. 235, schreibt: „Eine partnerschaftliche Aufgaben- und Lastenverteilung wird durch das Wechselmodell ermöglicht. Mittelfristig sollten daher in Bezug auf Sorgerechtsvereinbarungen, die andere Betreuungsmodelle als das Residenzmodell etablieren (z.B. das Wechselmodell), die Folgewirkungen insbesondere für den Betreuungsunterhalt und nachehelichen Unterhalt geregelt werden.“

Dabei ist die FDP, mit deren Hamburger Fraktionsvorsitzenden Katja Suding ich schon sprechen konnte, die einzige Partei, die ein klares Votum in der Sache zugunster der Kinder abgibt. So auch in NRW das Sondervotum der FDP-Fraktion dazu: „Die FDP-Fraktion verfolgt bei Familien, die in Trennung leben, einen erweiterten Ansatz. Von Kindern darf nicht erwartet werden, sich zwischen ihren Eltern entscheiden zu müssen. Die FDP-Fraktion fordert eine stärkere Berücksichtigung der Betreuungspflicht für beide Eltern. Kinder sollen einen Anspruch darauf haben, auch im Trennungsfall mit beiden Eltern zusammen zu leben, idealerweise im regelmäßigen Wechsel (Doppelresidenz/ Wechselmodell).“

Ich werde die FDP wählen, der Wahnsinn in den Familiengerichten muss sofort aufhören, mit aller Macht und Konsequent gestoppt werden. Ich biete mich als Zeuge an, stehe für jede Öffentlichkeitsarbeit gerne zur Verfügung.

Packen wir es an. Halten wir durch. Nicht nur für unser Kinder, auch für deren Kinder und für Menschlichkeit.

Autor: Papalapapi

Meine Tochter kam im Mai 2009 gesund und munter zur Welt. Sie ist der süßeste Goldschatz, den es gibt. Mich beschäftigt das gesellschaftliche und persönliche Thema der Vaterschaft und der Familie. Ich selbst bin Spätgebärender ...

2 Gedanken zu „Das Rosenheimer Modell – gleichberechtigte Elternschaft im Sinne der Kinder“

  1. Ich betreue meine Tochter vier Tage weniger im Monat als meine ex Partnerin. Und bezahle den vollen Unterhalt. Sie kann mit ihr zwei mal im Jahr in den Urlaub fahren oder fliegen. Ich bin finanziell dazu nicht in der Lage. Ich bin der Meinung ein Finanzausgleich muss sein. Ein gerechter. Ich werde die FDP wählen in der Hoffnung das sich etwas ändert. Viele Grüße an alle die das gleiche Schicksal teilen. Andreas Paap

    1. Vielen Dank für deine Rückmeldung, lieber Andreas. Wie sind viele. Diese Praxis ist an Unrecht nicht mehr zu überbieten. Auch ich werde die Partei wählen, die uns Bürgern wieder den Respekt als Väter verschafft, den wir und unsere Kinder verdienen. Augenblicklich kann das nur die … FDP sein.

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