Väter-Demo in Köln: Allen Kindern beide Eltern

Väter-Demo in Köln

Ist Vernunft, Menschlichkeit und Gerechtigkeit beim Umgangsrecht mehr Wunsch als Wirklichkeit? Warum ist es in Deutschland so schwer umzusetzen, was eigentlich völlig selbstverständlich sein sollte, was der Europarat und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte seit langem einfordern und was in vielen modernen Ländern selbstverständlich ist? Am 11. Juni 2016 gehen wir für ein selbstverständliches Wechselmodell auf die Straße.

Der gemeinnützige Verein Väteraufbruch für Kinder Köln e.V. ruft für Samstag, den 11.06.2016 von 13 auf dem Friesenplatz in 50672 Köln bis 18 Uhr am Hauptbahnhof Köln zur Teilnahme an der unter dem Motto Allen Kindern beide Eltern auf. Hintergrund ist, dass noch immer nach einer Trennung viel zu häufig den Kontakt zu einem Elternteil – meist dem Vater – verlieren.

„Unser Familienrechtssystem und die es umgebenden Professionen sind im- mer noch geprägt von einem Familienbild aus dem letzten Jahrhundert. Vätern wird nach der Trennung die Rolle des Gastgebers für die Besuchskinder und des Zahlvaters zugewiesen. Die Mutter wird hinter den Herd verbannt wurde. Die Zeiten haben sich aber grundlegend geändert. Mütter sind aktiver im Beruf. Väter engagieren sich gleichberechtigt in der Familie“, meint Hartmut Wolters, 1. Vorsitzender des VAfK Köln e.V.. Was fehlte seien gesetzliche Rahmenbedingungen, die diesem Wandel auch gerecht werden und die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Elternentfremdung bei den Kindern nachhaltige Schäden verursacht. Diese Eltern-Kind-Entfremdung findet in den Gerichten oder auch in den Beratungen bei Jugendämtern bisher aber kaum Beachtung. Ein zeitgemäßes Unterhaltsrecht, welches die Erziehungs- und Betreuungsleistung von Müttern und Väter gleichermaßen berücksichtigt, ist in Deutschland bisher nicht vorhanden. Gleichberechtigte Elternschaft nach einer Trennung ist rechtlich in Deutschland nicht möglich. Kinder wollen aber keinen Elternteil als Verlierer – sie wollen beide Eltern.

Besonders deutlich werden die Defizite in Deutschland bei der Frage nach der Doppelresidenz (Wechselmodell), bei der die Kinder bei beiden Eltern in gleichem Umfang zu Hause sind. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland mittlerweile die traurige Position des Schlusslichtes ein. Wissenschaftliche Studien belegen eindrucksvoll die Vorteile der Doppelresidenz. Selbst der Europarat fordert das Wechselmodell als Leitmodell für alle 47 Mitgliedstaaten.

„Wir brauchen ein Umdenken in den Köpfen der Menschen. Väter von heute wollen mit den Müttern auf Augenhöhe leben. Im Beruf, in der Familie und vor allem auch gegenüber ihren Kindern. Wir fordern daher einen fairen Umgang gegenüber BEIDEN Eltern“ meint Wolters weiter und lädt daher alle Interessierten ein, im Rahmen der Demonstration angeregt und auch durchaus kontrovers in den Austausch zu gehen.

Allen Kindern beide Eltern

Samstag, den 11. Juni 2016
von 13.00 Uhr auf dem Friesenplatz, 50672 Köln bis 18.00 Uhr am Kölner Hauptbahnhof

Autor: Papalapapi

Meine Tochter kam im Mai 2009 gesund und munter zur Welt. Sie ist der süßeste Goldschatz, den es gibt. Mich beschäftigt das gesellschaftliche und persönliche Thema der Vaterschaft und der Familie. Ich selbst bin Spätgebärender ...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.