Diskussionsrunde (Video): Entsorgte Väter, besorgte Mütter – die Katastrophe vor den deutschen Familiengerichten

„Und – das ist ja das Entscheidende, das haben Sie sehr schön rausgearbeitet – das Kind will beide Eltern! Ich habe Hunderte von Kindern als Richterin angehört, und wann immer ich die Fee-Frage gestellt habe – ‚Stell dir mal vor, es kommt eine Fee und du darfst dir was wünschen‘ – kam immer: ‚Dass Mama und Papa sich wieder vertragen.‘ Und das ist etwas, das kein Gericht schaffen kann. Das können nur die Eltern selbst schaffen. Sie müssen über ihr eigenes Leid, ihre eigene Verletztheit, über Rache und Wutgefühle, rüberkommen, um diese kleine, verletzte und hilflose Kind zu sehen (das kann ja seine Situation überhaupt nicht ändern). Wenn der eine Elternteil sagt, du bleibst hier, muss es hier bleiben. Sagt der andere Elternteil, du kommst zu mir, müsste es das auch tun. Das heißt: Das Kind ist das Hilfsbedürftige, das Kind braucht Hilfe.“ (Lore Maria Peschel-Gutzeit)

Die Bedürfnisse der bei Trennung der Eltern

„Die Fokusverschiebung von den juristischen Themen hin – natürlich nicht nur auf die Bedürfnisse der Kinder, das habe ich schon mehrfach erwähnt, das das wichtig ist – sondern auf die Ängste der Erwachsenen. Es wird sehr oft vergessen, dass der eine Elternteil, der entfremdende, dass der einfach Angst hat. Und ich habe beobachtet: Erfolgreich in der Konfliktlösung sind wir in den Fällen, wo es gelingt, wirklich die Aufmerksamkeit zu verschieben auf diese Ängste der Beteiligten. Die haben manchmal einfach nur banale Angst, das ist keine Rache, das ist keine Bösartigkeit. Die haben Angst das Kind zu verlieren, die haben Angst, sich selbst zu verlieren, die haben Angst vor Imageverlust gegenüber ihren Verwandten und Bekannten. Und wenn wir diese Ängste einkalkulieren, die Ängste aller Beteiligten, dann haben wir eine große Chance. Das Zauberwort ist „Interdisziplinäre Intervention“, um möglichst viele ins Boot zu holen. Gar nicht mal die Richter, das ist gar nicht der entscheidende Punkt in der Regel. Das sind die begleitenden – ganz wichtiger Punkt – dass die nicht mehr konfliktverschärfend wirken. Die sind beteiligt an der Traumatisierung von Erwachsenen und Kindern. Wir haben ein großes Problem im deutschen Rechtssystem an dieser Stelle. Dass es gelingt, wie in der „Cochemer Praxis“ oder beim „Ebelsberger Weg (Ebersberger Modell)“, dass es gelingt, dass die Anwälte erstmal nicht mehr konfliktverschärfend wirken, sondern dass sie insofern miteinander kooperieren, dass sie lösungsorientiert für die Familien arbeiten. Dass die Therapeuten mit ins Boot kommen, dass die Jugendamtsmitarbeiter, die Beratungsstellenmitarbeiter, dass es ein soziales Umfeld, das diesen Familien Stabilität gibt. Und ich kenne noch nicht einen Fall, der da nicht in dem Sinne gelöst worden ist, dass die Menschen miteinander in Vereinbarungen kommen konnten, die sie begleitet haben, wo sie ihre Konflikte zumindest handeln konnten, wenn auch nicht lösen. Der entscheidende Punkt ist: Wen kriegen wir noch ins Boot? Nicht zu vergessen: Umgangspfleger, die Verfahrensbeistände, die Lehrer und Lehrerinnen, die Erzieherinnen. Also wir haben ein riesen soziales Umfeld – von den Verwandten mal ganz abgesehen – was diese Familien tragen kann. Großeltern, ganz wichtig, Großeltern, die manchmal mit entsorgt werden.
(Anton Pauer, Therapeut, betroffenes Scheidungskind)

Aktuell ist es in meinem Fall so, dass durch die Rechtsanwältin Weidner-Hinkel, Wedel, und ihrem Auftraggeber, der Großvater meiner Tochter, eine Befriedung der extrem angespannten Gesamtsituation erfolgreich verhindert wird, der Konflikt verschärft und damit meinem Kind wesentliche Hilfe verunmöglicht wird. Eine Schande ist das.

Rechtsanwälte verschärfen die Konflikt der Eltern

„Das ist ja eine landläufige Meinung: Die Anwälte sind Konflikt verschärfend. Ich sage das nicht, weil ich selbst Anwältin bin. Sondern man muss sich ja mal vor Augen führen, was haben die eigentlich für eine Rolle in einem Gerichtsverfahren? Sie sind Interessenvertreter. Und wie oft kommen Mandanten zu mir und sagen: „Ich habe zwar schon einen Anwalt oder Anwältin, aber die sind mir nicht scharf genug. Dass heißt, es wird von den Beteiligten erwünscht. Aber ich habe eine ganz andere Methode. Ich versuche, oft auch mit Erfolg, die an einen Tisch zu bringen. Das heißt also auch den – in Anführungsstrichen – Gegner. Im Grunde können wir an diesem Tisch das leisten, was auch das Gericht leisten kann. Also da kann man viel machen. Deshalb ist es richtig, wenn Sie sagen: Die Konfliktverschärfung brauchen wir überhaupt nicht. Aber es ist die Erwartung vieler Eltern.
(Lore Maria Peschel-Gutzeit)

Autor: Papalapapi

Meine Tochter kam im Mai 2009 gesund und munter zur Welt. Sie ist der süßeste Goldschatz, den es gibt. Mich beschäftigt das gesellschaftliche und persönliche Thema der Vaterschaft und der Familie. Ich selbst bin Spätgebärender ...

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