Telefonat mit der Tochter

Der Mund der Tochter mit den Zahnlücken

Vor zwei Tagen erzähle ich ihr am Telefon, dass die verrückte Australierin endlich ausgezogen ist, bald aber ein ganz netter junger Mann hier einziehen würde, Jacob hieße der, wie der 4-Jährige Junge unter uns.

Die Süße moniert, dass das doch ihr Zimmer wäre und sie das aber gerne zurück hätte, spätestens wenn sie 8 Jahre alt wäre (also nächstes Jahr). Oder wenn sie 11 wäre will sie ein Zimmer bei mir haben, sonst würde sie mit mir schimpfen.

Ich habe ihr das alles natürlich aus vollem Herz zugesagt und versprochen.

Aber was sagt sie eigentlich damit? Drückt sie damit nicht aus, wie wichtig ihr das ist, bei ihrem Vater einen Anker zu haben, ein Heim? Drückt das nicht ihren Wunsch nach unverbrüchlicher, familiärer Bindung zu mir aus? Und sagt das nicht in dieser gerade erneut extrem zugespitzen Krisensituation zwischen ihren Eltern, dass ich sie nicht aufgeben darf? In der Tat hatte ich überlegt, dem durchgeknallten Mutterwillen konsequent zu entsprechen und auf das Kind zu verzichten, bis die „Gegenseite“ sich zu einem DIALOG in der Lage sieht.

Ja, meine sagt mir, dass sie mit mir schimpfen würde, wenn ich sie im Stich ließe. Und sie sagt, so verstehe ich es im Nachhinein, dass sie Sehnsucht nach mir hat, ihr auch der nur alle 14 Tage stattfindende Kontakt viel zu wenig ist und sie mit mir schimpfen müsste, wenn ich selbst diesen aufgeben würde. Denn sie selbst hat bisher absolut gar nichts zu melden, es rauscht über sie hinweg und sie kann noch weniger als ich, nämlich überhaupt nichts tun …

So habe ich es verstanden und meine Liebe zu ihr ist größer als all der Irrsinn, der mir hier um die Ohren fliegt.

Autor: Papalapapi

Meine Tochter kam im Mai 2009 gesund und munter zur Welt. Sie ist der süßeste Goldschatz, den es gibt. Mich beschäftigt das gesellschaftliche und persönliche Thema der Vaterschaft und der Familie. Ich selbst bin Spätgebärender ...

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